Historie

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    S Die Fuggersche Familienstiftung

    Die Fürstlich und Gräflich Fuggersche Familienstiftung ist eines der ältesten und bedeutendsten privaten Stiftungswerke der Welt. Sie sichert seit über 500 Jahren das soziale, kulturelle und wirtschaftliche Erbe der Familie Fugger. Die Stiftung geht direkt auf das Jahr 1521 zurück. Jakob Fugger „der Reiche“ errichtete gemeinsam mit seinen Brüdern Ulrich und Georg das Fundament für mehrere Stiftungen. Der vorliegende Beitrag behandelt vorwiegend die mit der Stiftung verbunden größeren Immobilienbesitze, deren Erwerb und deren Lage. Es handelt sich hier um reine Territorialgeschichte, nicht um eine Beschreibung der Stiftung als solche. Das weltberühmte Herzstück ist die Fuggerei in Augsburg, die älteste bestehende Sozialsiedlung der Welt. Bis heute bietet sie bedürftigen, katholischen Augsburger…

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    J Blumenthal 1806-2006

    Lageplan Die Schlossanlage Blumenthal im Ecknachtal bei Aichach (im heutigen Landkreis Aichach-Friedberg) kam erst 1806 in den Besitz der Fugger. Es gehörte zunächst 550 Jahre lang dem Deutschherrenorden (Kommende Blumenthal). Vermutlich um 1254 erwarb der Deutsche Orden die einstige Hofmark Blumenthal und baute sie zu einer bedeutenden Komturei aus. Die Ordensritter prägten den Ort massiv, bauten das Wasserschloss aus und errichteten unter anderem die barocke Schlosskapelle St. Maria. Infolge der napoleonischen Umgestaltung Süddeutschlands, des Friedens von Pressburg 1803 und der nachfolgenden Säkularisation beschlagnahmte das Kurfürstentum (und spätere Königreich) Bayern Ende 1805 die Besitztümer des Deutschen Ordens. Die Komturei Blumenthal fiel somit an die bayerische Krone. Graf Joseph Maria Fugger (1753–1820,…

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    H  Tratzberg – Wasserburg – Leeder

    Diese drei recht unterschiedlichen und weit voneinander entfernt liegenden Herrschaften blieben zusammen immer in einer Hand. Die Herren entstammen der Babenhauser Linie und gehen auf Jakob III (1542-1598, U19) zurück. H 4 Tratzberg 1589-1657 Lageplan Das hoch über dem Inntal gelegene Jagdschloss Tratzberg fiel 1589 über einen Erbgang an die Fugger. Jakob III (1542-1598, U19) hatte 1570 Anna Ilsung von Tratzberg, die Tochter des Reichspfennigmeisters Georg Ilsung von Tratzberg, geheiratet. Über diese Linie fiel nach Georg Ilsungs Tod 1589 die Erbschaft über Tratzberg an Jakobs und Annas Sohn Georg (1577-1643, U22). Als Georg 1643 ohne männlichen Erben starb, fiel Tratzberg an Graf Leopold (1620-1662, AA25), den Sohn seines Onkels Hieronymus…

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    H 3 Rettenbach 1547-1901

    Lageplan Rettenbach (heute Markt Rettenbach) liegt im heutigen Landkreis Unterallgäu (Mindelheim). Am 14.09.1547 kaufte Anton Fugger (1493-1560, AC16) Rettenbach vom Heilig-Geist-Spital Memmingen, welches den Besitz erst drei Jahre zuvor erlangt hatte, zusammen mit dem nahegelegenen Pleß. Anton Fugger und seine Söhne Hans und Markus erweiterten den dortigen Besitz in den Folgejahren systematisch durch geschickten Güter- und Leutetausch mit umliegenden Klöstern wie Ottobeuren und Kempten sowie dem Unterhospital Memmingen. Mit dem Erwerb des nahegelegenen Ortes Gottenau im Jahr 1584 stieg Rettenbach endgültig zum Mittelpunkt einer eigenen Fuggerherrschaft auf. Nach dem Tod Antons 1560 wurde sein jüngster Sohn Jakob III (1542-1598, U19) Herrscher über die südlich gelegenen Territorien (darunter Babenhausen und Rettenbach).…

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    H 2 Markt Wald 1660-heute

    Lageplan Im März 1660 kaufte Leopold die schwäbische Herrschaft Markt Wald, historisch zunächst als „Irmatshofen auf dem Wald“ bezeichnet, Herrschaft für eine Pfandsumme von 60.000 Gulden von Erzherzog Ferdinand von Österreich. Zuvor war das Gebiet ein habsburgisch-österreichisches Pfand gewesen, das zeitweise (zwischen 1585 und 1588) schon einmal kurz an die Linie Fugger-Kirchheim verpfändet war. 1747/48 errichtete der bekannte Baumeister Michael Stiller dort das heutige barocke Fuggerschloss Markt Wald. Markt Wald kam 1764 mit Wellenburg zur Stammlinie Babenhausen. Nachdem die Familie das Schloss im 18. Jahrhundert in barocker Form neu aufbauen ließ, diente das Gebäude im 19. und 20. Jahrhundert lange Zeit als Fürstlich Fuggersche Oberförsterei. Im Jahr 2011 zog Leopold…

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    H 1 Linie Wellenburg 1595-1764

    Lageplan Zur Herrschaft Wellenburg gehören die Orte Wellenburg, Bergheim und Rettenbach, sowie die hinzugekommenen Orte Wasserburg, Tratzberg (Tirol) [1643] und Welden [1676]. Die Herrschaft Wellenburg wurde im Jahr 1595 von der Familie Fugger erworben. Jakob III. Fugger (1542-1598, U19) kaufte das Schloss Wellenburg samt zugehörigen Besitztümern für 70.000 Gulden. Schon vor dem Kauf hatten sich die Brüder Markus, Hans und Jakob im Jahr 1578 eine Anwartschaft auf die Herrschaft gesichert. Durch den Kauf im Jahr 1595 wurde das Schloss schließlich fester Familienbesitz und begründete die Nebenlinie der Fugger-Wellenburg, die das Anwesen bis heute bewohnt und auf dem Schloss Wellenburg auch den Sitz ihrer Zentralverwaltung hat. Als eigenständige, vom Hauptstamm abgetrennte…

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    G 7 Göttersdorf 1666-1822

    Lageplan Die Hofmark Göttersdorf (Ortsteil der Stadt Osterhofen im niederbayerischen Landkreis Deggendorf ) kam im Jahr 1666 an die Familie Fugger. Im 16. und frühen 17. Jahrhundert gehörte die niederbayerische Hofmark den Herren von Lindten. Nach verschiedenen Zwischenstationen (unter anderem den Familien von Frauenberg, Leibelfinger und Busch) stand das Gut im 17. Jahrhundert zum Verkauf. Reichsgraf Veit Adam Fugger (1639-1692, AG28) erwarb 1666 die Grundherrschaft. Unter den Fuggern erlebte der Ort eine wirtschaftliche und bauliche Glanzzeit. Ab dem Jahr 1681 bauten sie den dortigen alten Herrensitz (einen mittelalterlichen Turmhügel) schrittweise zu einem repräsentativen, barocken Wasserschlossaus. Da Veit Adam Fugger 1692 ohne direkte männliche Erben verstarb, ging Göttersdorf vertragsgemäß an seinen…

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    G 6 Linie Zinneberg 1596-1825

    Lageplan Die Fugger kamen 1596 durch eine Heiratsallianz in den Besitz von Zinneberg. Die Hofmark und das Schloss Zinneberg befanden sich Ende des 16. Jahrhunderts im Besitz des herzoglich-bayerischen Rates Joachim von Pienzenau. Als dieser im Jahr 1596 verstarb, hinterließ er eine junge Witwe, Anna Maria Münich von Münchsdorf. Um den Besitz und die Hofmark administrativ und rechtlich abzusichern, entschloss sich die 27-jährige Witwe Anna noch im nämlichen Jahr 1596 zur Wiederverheiratung. Sie ging die Ehe mit dem jungen Konstantin I. Freiherr Fugger zu Kirchberg und Weißenhorn (1569-1627, AF22) ein. Durch diese Ehe brachte Anna von Pienzenau die gesamte Herrschaft Zinneberg als Heiratsgut in die Verbindung ein. Zinneberg wechselte damit…

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    G 5 Adelshofen 1580-1822

    Lageplan Die oberbayerische Gemeinde Adelshofen (Landkreis Fürstenfeldbruck) befand sich mit dem dortigen Schloss und der dazugehörigen Hofmark ab dem späten 16. Jahrhundert im Besitz der weitverzweigten Fugger-Familie. Die Hofmark blieb zwar immer in der gleichen Linie von Johann Jakob Fugger, wechselte aber häufig die Herrscher innerhalb der Verwandtschaft. Die Hofmark gehörte ursprünglich dem verschuldeten Augsburger Patrizier Hans Lauginger. Im Jahr 1580 erwarb Hans Fugger (1531–1598, N19) – der Sohn von Anton Fugger – das Schloss und die gesamte Hofmark Adelshofen. Johann Jakob Fugger (der Vater von Alexius) war bekanntlich 1564 spektakulär bankrottgegangen und musste in kaiserliche bzw. bayerische Dienste wechseln. Seine Kinder standen finanziell ohne großes Erbe da. Sein reicher…

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    G 3 Der Zweig Sulmentingen 1550-1735

    Lageplan Im Jahr 1550 kaufte Hans Jakob Fugger (1516-1575, AD19), der älteste Sohn von Raymund Fugger, das Schloss und das Dorf Untersulmetingen vom Ulmer Patrizier Hieronymus Roth von Schreckenstein für die gesamte ‚Firma Fugger‘. 1555 vereinbarten die Fugger zudem mit der Landvogtei Schwaben das Recht auf die hohe Gerichtsbarkeit vor Ort. Nach dem Kauf wurde die Herrschaft zunächst Christoph Fugger (1520-1579, AZ19), einem Sohn Raymunds (1553-1606, AX22), zusammen mit Kirchberg und Brandenburg zugeschrieben. Nach Johann Jakobs folgenschwerem Konkurs 1564 regelte das Stammhaus die finanziellen Folgen. Hierbei wurde die Herrschaft Sulmentingen eingezogen und wurde von den anderen Familienmitgliedern zwangsverwaltet. Als Johann Jakobs Sohn Trajan (1571-1609, AN22) volljährig wurde, wollte er seinen…