E 3 Mattsies 1598-1680
Zwischen 1202 und 1220 errichtete das Adelsgeschlecht der Mazzensiez das markante Hochschloss auf dem Burgberg. Ab etwa 1270 saßen hier die Marschalken von Mattsies, bevor es Mitte des 14. Jahrhunderts an die Herren von Ellerbach überging.
Weil sich Hans Burkhard von Ellerbach an einer illegalen Belagerung der ungarischen Stadt Güns beteiligt hatte, befahl Kaiser Friedrich III. die Bestrafung. Am 16. Januar 1456 brannte Graf Oswald von Thierstein das Schloss im kaiserlichen Auftrag komplett nieder.
Im Jahr 1458 erwarben die Herren von Stein zu Jettingen die Ruine und bauten die Anlage neu auf. 1525 schlugen die Schrecken des Deutschen Bauernkriegs zu. Aufständische Bauern unter der Führung von Knopf von Leubas plünderten und brannten das wiederaufgebaute Schloss erneut nieder. Es wurde abermals mühsam im Renaissance-Stil errichtet.
Im Jahr 1598 kaufte Christoph Fugger von Kirchberg und Weißenhorn (1566–1615, N22) die Herrschaft Mattsies von Marquard von Stein. Christoph gilt als Begründer der Linie Fugger-Glött. Das Schloss verblieb für 81 Jahre in diesem Familienzweig. Es bildete einen wichtigen Stützpunkt inmitten ihrer Allgäuer Besitzungen.
Von Christoph ging Mattsies an seinen Sohn Otto Heinrich (1592-1644, I25) über. Dieser vererbte den Ort weiter an seinen Sohn Sebastian (1620-1677, I28). Als dieser 1677 starb, fiel das Erbe an seinen jüngeren Bruder Johann Otto (1631-1687, H28).
Johann Otto zeigte kein weiteres Interesse an dem Ort und verkaufte ihn zwischen 1679 und 1680 an Herzog Maximilian Philipp von Bayern. Nach dessen Tod 1705 gelangte es direkt an die bayerischen Kurfürsten.
Während des Spanischen Erbfolgekrieges wurde das Schloss 1709 vorübergehend dem Hochstift Augsburg als Kriegsbeute zugewiesen, kehrte jedoch 1714 dauerhaft zu Bayern zurück und wurde fortan als Lehen verpachtet.
Der Jugendstil-Umbau: Nach zahllosen Besitzerwechseln im 19. Jahrhundert erwarben die Freiherren von Rougemont das Anwesen und ließen es 1905 umfassend im romantischen Jugendstil umgestalten. Aus dieser Zeit stammte auch die charakteristische Form des Turmdachs.
Nach dem Zweiten Weltkrieg stand das Schloss jahrzehntelang leer, wechselte durch Spekulanten Hände und verfiel dramatisch bis zur akuten Einsturzgefahr.
Der Verfall wurde gestoppt. Ein privater Investor (Johannes Ebner-Link) erwarb das Denkmal im Jahr 2025 mit dem Ziel, es für soziale und gemeinschaftliche Zwecke zu reaktivieren.


