Territorialentwicklung des Habsburger Reiches
Vorbemerkung
Diese zusammenfassende Geschichtsdarstellung erhebt nicht den Anspruch auf Vollständigkeit und wissenschaftliche Qualität. Sie soll lediglich Abläufe und Zusammenhänge darstellen, um die Entwicklung mit dem Schwerpunkt auf Mittelschwaben – insbesondere den Raum Ulm / Weißenhorn / Günzburg – nachzuvollziehen. Sie wurde großenteils mit KI erstellt und kann daher grundsätzlich mit Fehlern behaftet sein.
Habsburg und Wittelsbach
Es gab immer einzelne Dynastien, die sich um die Vorherrschaft im Reich mehr oder weniger heftig stritten. Waren es im frühen Mittelalter Sachsen, Welfen und Staufer, so begann im 14. Jahrhundert, genauer gesagt seit 1273/1291, der Konflikt zwischen Habsburgern und Wittelsbachern, als die beiden Dynastien um die Kaiserwürde und die Vorherrschaft im Reich konkurrierten. Der Territorialentwicklung dieser Dynastien und der Nachbarn im süddeutschen Raum sind eigene Artikel gewidmet, die ihren Schwerpunkt auf den miitelschwäbischen Raum legen.
Die Habsburger
Die Habsburger entwickelten sich schrittweise von einem kleinen Schweizer Grafschaftsterritorium (Habsburg im Aargau) zur wichtigsten europäischen Großmacht. Neben militärischen Kämpfen schafften es die Habsburger besonders durch eine intelligente Heiratspolitik, viele Ländereien in Erbfolge zu übernehmen. „Bella gerant alii, tu felix Austria, nube“ („Kriege mögen andere führen, Du, glückliches Österreich, heirate!“). Sie besaßen im Reich keine eigene Kurwürde, da sie aber als Erbe des Königreichs Böhmen fungierten, übten sie die Kur in dessen Tradition aus. Dennoch stellten die Habsburger zwischen 1439 und 1806 18 von 19 römisch-deutschen Kaisern.
Im 12. und 13. Jhdt. dehnte sich ihre Herrschaft über Teile der späteren Schweiz, des Elsass und des Breisgaus aus. Zwischen der Schlacht am Morgarten (1315), der Schlacht bei Sempach (1386) und der Eroberung des Aargaus 1415 durch die Eidgenossen verloren die Habsburger aber ihre schweizerischen Kernlande weitgehend. In einigen Gebieten bestanden lehnsrechtliche Ansprüche, Reichsrechte, nominelle Oberherrschaften oder Ansprüche aus alten Reichslehen noch lange formal fort. Die Eidgenossenschaft entzog sich aber faktisch seit dem 15. Jahrhundert dauerhaft der habsburgischen Herrschaft. Mit dem Westfälischen Frieden 1648 wurde die Eidgenossenschaft völkerrechtlich vom Reich gelöst und als souverän anerkannt.
1278 besiegten die Habsburger in der Schlacht bei Dürnkrut das Königreich Böhmen, 1282 übernahmen sie Österreich und die Steiermark, 1269 erwarben sie Kärnten und Krain, 1363 Tirol, 1368 Vorderösterreich, 1374 Istrien, 1375 Vorarlberg und 1382 Triest. Danach war um 1400 mit Österreich das Kernland konsolidiert.

1477 trat das Haus Habsburg nach dem Tod des burgundischen Herzogs Karl des Kühnen durch die Heirat von Maximilian I. von Habsburg mit Maria von Burgund das sog. ‚Burgundische Erbe‘ an. Burgund umfasste damals mit Flandern, Brabant, Holland, Zeeland, Luxemburg, Lothringen und großen Teilen der heutigen Niederlande und Belgien ein sehr reiches Herrschaftsgebiet. Diese Gebietsübernahme durch Heirat führte zu mehreren Kriegen mit Frankreich und der jahrhundertelangen Feindschaft zwischen Frankreich und Deutschland. Maximilians Heirat mit Maria bildete den Grundstein für den Aufstieg des Hauses Habsburg zur europäischen Großmacht.
1496 heirateten in der Doppelhochzeit zu Burgund Philipp der Schöne (Sohn von Maximilian I.) und Johanna „die Wahnsinnige“ (Tochter von Ferdinand II. von Aragón und Isabella I. von Kastilien) und Margarete von Österreich heiratete Juan von Asturien den Thronfolger von Spanien. Nachdem zwischen 1497 und 1500 neben Juan auch alle anderen möglichen spanischen Thronfolger sterben, werden Johanna und Philipp die Thronfolger. 1500 wird deren Sohn Karl (der spätere Kaiser Karl V.) geboren und damit die Thronfolge gesichert. 1504 wird Philipp König von Kastilien und Spanien geht auf die Habsburger über. Johanna wird nach Philipps Tod 1506 „wahnsinnig“ und regierungsunfähig. 1516 wird Karl V. – mit nur 16 Jahren – König von Spanien, Neapel, Sizilien und mit den spanischen Kolonien Amerika, Pazifik, Afrika, Asien Herrscher über ein Weltreich, ‚in dem die Sonne nicht unterging‘.
Nach dem ‚Landshuter Erbfolgekrieg‘ fällt Kaiser Maximilian im ‚Kölner Spruch‘ 1505 eine Entscheidung zur Teilung des wittelsbachischen Besitzes. In diesem annektiert er das Oberinntal (Rattenberg, Kitzbühel und Kufstein) sowie die Grafschaft Kirchberg-Weißenhorn für Habsburg. Nebenbei sichert er sich auch die unklaren Rechte an der Markgrafgrafschaft Burgau, der Reichslandvogtei Schwaben mit Ravensburg, Altdorf (heute Weingarten) und die Freie auf der Leutkircher Heide.
1526 stirbt König Ludwig II. von Ungarn und Böhmen ohne Erben in der Schlacht bei Mohács gegen die Osmanen. Ferdinand I. von Habsburg hat durch seine Heirat mit Anna von Ungarn den Erbanspruch auf den ungarischen Thron. Nach der Schlacht bei Mohács fällt der größte Teil Ungarns an die Osmanen (Ostungarn), Westungarn bleibt jedoch bei Österreich.
Von 1519-1534 gehörten auch große Teile des Herzogtums Württemberg zu Vorderösterreich. 1519 wurde Herzog Ulrich von Württemberg nach dem Schwäbischen Krieg/Bundeskonflikt vertrieben. Daraufhin übernahmen die Habsburger unter Karl V. das Herzogtum. In diesen 15 Jahren war Württemberg direkt habsburgisch verwaltet und praktisch Teil des österreichischen Herrschaftssystems in Schwaben. 1534 kehrte Herzog Ulrich mit Hilfe des Vertrags von Kaaden (heute Kadaň, Tschechien) und militärischer Unterstützung Hessens nach Württemberg zurück. Österreich behielt aber die österreichische Lehensoberhoheit über Herzogtum Württemberg formal bis 1806.
Der 30-jährige Krieg 1618-1648 als Folge der religiösen Auseinandersetzungen nach der Reformation brachte immense militärische und materielle Verluste mit sich. Große Gebiete im Reich und vor allem in Böhmen waren verwüstet, die Kriegskosten waren enorm und die Finanzkraft aller Beteiligten bis zum Ruin belastet. Der Versuch der Habsburger, ihre absolutistische Herrschaft auf das ganze Heilige Römische Reich auszudehnen war misslungen. Im westfälischen Frieden von 1648 verlor Habsburg große Teile des Elsass und linksrheinische Gebiete sowie die Schweiz und die Niederlande, die fortan völkerrechtlich eigene Staaten wurden. Die Besitzveränderungen zugunsten Schwedens in Norddeutschland betrafen die Habsburger nicht. Auch die habsburgischen Erblande waren nicht von den Besitzveränderungen betroffen. Die Habsburger waren daher im Reich geschwächt, konnten aber ihre Macht in den Erblanden Österreich und Böhmen konsolidieren
In den Türkenkriegen zwischen 1683 und 1699 eroberten die kaiserlichen Heere ganz Ungarn zurück. Die Osmanen traten 1699 im Frieden von Karlowitz das Königreich Ungarn (inkl. Kroatien, Slawonien) an Österreich ab.
In diesem Zusammenhang besetzten 1687 die Österreicher Siebenbürgen und verleibten es 1690 ein.
Nach dem Großen Türkenkrieg (1683–1699) wurde Dalmatien von den Osmanen im Frieden von Karlowitz an Venedig abgetreten, einschließlich der Küste der Herzegowina, aber ohne Dubrovnik. Im Vertrag von Campo Formio 1797 fiel Dalmatien (inkl. Bucht von Kotor) an Österreich.
Nach dem Tod von Karl II., dem letzten spanischen Habsburger, 1700 ohne männlichen Erben entbrannte zwischen Frankreich (Bourbonen) und Österreich (Habsburger) der Spanische Erbfolgekrieg um die spanische Krone. 1701 marschierten Österreichische Streitkräfte unter Prinz Eugen ohne Kriegserklärung in Italien ein. 1702 verbündeten sich Österreich, Niederlande und England in der ‚Großen Allianz‘ gegen Frankreich. 1711 starb Kaiser Joseph I., Karl VI wurde Kaiser und war bereits spanischer König. Wegen der hierdurch bestehenden Gefahr einer habsburgischen Übermacht in Europa schieden England und die Niederlande aus dem Bündnis aus.
Der Frieden von Rastatt beendete 1714 auch den Krieg zwischen Frankreich und Österreich. Das Erbe wurde geteilt: Philipp V., ein Enkel von Ludwig XIV. erhielt Spanien und die Überseekolonien für die Bourbonen, diese bleiben bis heute noch spanische Dynastie. Die Spanischen Niederlande, Mailand, Mantua, Mirandola, Neapel, Sizilien, Teile der Toskana und Sardinien kamen zur österreichischen Linie der Habsburger.
1772 verleibte sich Österreich im Zuge der ersten polnischen Teilung Galizien ein, da dieses früher zu Ungarn gehörte. 1775 folgte die Bukowina als Abtretung der Türkei. 1795 erhielt Österreich Westgalizien (Neugalizien) mit Krakau und Warschau im Zuge der dritten polnischen Teilung, die Polen bis 1918 von der Landkarte tilgte.
1792 besetzte Frankreich das gesamte linksrheinische Gebiet vom Elsass bis zu den Niederlanden, darunter auch die Österreichischen Niederlande. Habsburg konnte zwar 1793 für ein Jahr das Gebiet zurückerobern, verlor es jedoch schon 1794 wieder an Frankreich und musste es im Frieden von Campo Formio 1797 nach dem Ersten Koalitionskrieg dann endgültig an Frankreich abtreten.
Fortsetzung ‚Der große Umbruch 1792-1815‘
Geschichtlicher Rahmen – Grundbeitrag
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