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Territorialentwicklung des Habsburger Reiches

Vorbemerkung

Diese zusammenfassende Geschichtsdarstellung erhebt nicht den Anspruch auf Vollständigkeit und wissenschaftliche Qualität. Sie soll lediglich Abläufe und Zusammenhänge darstellen, um die Entwicklung mit dem Schwerpunkt auf Mittelschwaben – insbesondere den Raum Ulm / Weißenhorn / Günzburg – nachzuvollziehen. Sie wurde großenteils mit KI erstellt und kann daher grundsätzlich mit Fehlern behaftet sein.

Habsburg und Wittelsbach

Es gab immer einzelne Dynastien, die sich um die Vorherrschaft im Reich mehr oder weniger heftig stritten. Waren es im frühen Mittelalter Sachsen, Welfen und Staufer, so begann im 14. Jahrhundert, genauer gesagt seit 1273/1291, der Konflikt zwischen Habsburgern und Wittelsbachern, als die beiden Dynastien um die Kaiserwürde und die Vorherrschaft im Reich konkurrierten. Der Territorialentwicklung dieser Dynastien und der Nachbarn im süddeutschen Raum sind eigene Artikel gewidmet, die ihren Schwerpunkt auf den miitelschwäbischen Raum legen.

Die Habsburger

Die Habsburger entwickelten sich schrittweise von einem kleinen Schweizer Grafschaftsterritorium (Habsburg im Aargau) zur wichtigsten europäischen Großmacht. Neben militärischen Kämpfen schafften es die Habsburger besonders durch eine intelligente Heiratspolitik, viele Ländereien in Erbfolge zu übernehmen. „Bella gerant alii, tu felix Austria, nube“ („Kriege mögen andere führen, Du, glückliches Österreich, heirate!“). Sie besaßen im Reich keine eigene Kurwürde, da sie aber als Erbe des Königreichs Böhmen fungierten, übten sie die Kur in dessen Tradition aus. Dennoch stellten die Habsburger zwischen 1439 und 1806 18 von 19 römisch-deutschen Kaisern.

Die Entwicklung bis 1264

Vor dem Jahr 1264 besaßen die Habsburger ein unzusammenhängendes (territorial zersplittertes) Herrschaftsgebiet, das sich im Wesentlichen auf die Nordschweiz und das Elsass beschränkte. Sie galten zu dieser Zeit im Vergleich zu den mächtigen Reichsfürsten noch als relativ unbedeutendes Grafengeschlecht.

Der Aargau war das eigentliche Kernland der Dynastie. Dazu gehörten das sogenannte Eigenamt (das Umland der namensgebenden Burg Habsburg im heutigen Kanton Aargau) sowie Ländereien im Frickgau. Die Habsburger besaßen die wichtige Schirmvogtei über das von ihnen mitgegründete Kloster Muri im Aargau sowie Rechte über das Kloster Königsfelden (Aargau) (1308 gegründet, Vorläufer-Rechte im Umfeld). Zudem gehörten kleinere Güter und Rechte im Zürichgau zum Besitz.

Bereits um das Jahr 1135 wurde den Habsburgern die Landgrafschaft des Oberelsass übertragen. Zu diesem alten Familienbesitz (Allodialgut) gehörten sehr wahrscheinlich auch die Gebiete und Güter rund um Ensisheim sowie Landser. Gemeinsam mit dem Sundgau bildete diese Region die elsässische Hauptsäule der frühen Habsburger.

Große Ländereien im Sundgau im südlichen Elsass (heute Frankreich) bildeten neben dem Aargau die wichtigste Säule des frühen Hausbesitzes. Hierzu gehörte auch die Vogtei über diese elsässische Abtei Ottmarsheim. Sie gehörte zu den ältesten bekannten Besitztümern der Familie.

Mit ersten verstreuten Gütern und Vogteirechten begann die Inbesitznahme im Breisgau und im Schwarzwald

Das große Kyburger Erbe 1264-1308

In der Epoche von 1264 bis 1308 erlebte das Haus Habsburg unter Graf Rudolf IV. (dem späteren König Rudolf I.) und seinem Sohn Albrecht I. einen atemberaubenden Aufstieg vom regionalen Grafengeschlecht zur europäischen Großmacht.

Als im Jahr 1264 die Grafen von Kyburg in männlicher Linie ausstarben, fiel deren riesiges Erbe (große Teile der Ost- und Zentralschweiz) an die Habsburger. Dies machte Rudolf auf einen Schlag zu einem der mächtigsten Territorialherren im Südwesten des Reiches und legte den Grundstein für seine Wahl zum römisch-deutschen König im Jahr 1273. Die heutigen österreichischen Kernlande (Österreich unter und ob der Enns, Steiermark etc.) erwarb er sogar erst nach 1278. Hiermit verlagerte sich der Machtschwerpunkt massiv nach Osten.

Große Teile der heutigen Kantone Thurgau, St. Gallen, Zürich, Zug und Luzern (darunter wichtige Städte wie Winterthur, Frauenfeld und Zug) fielen an Habsburg.

1278 war die wichtigste Zäsur der habsburgischen Geschichte. Nach seinem Sieg über den böhmischen König Ottokar II. Přemysl in der Schlacht auf dem Marchfeld (1278) zog Rudolf dessen unrechtmäßig angeeignete Reichslehen ein. Auf dem Hoftag zu Augsburg im Jahr 1282 belehnte er seine Söhne Albrecht und Rudolf feierlich mit diesen Ländern. Dies waren das Herzogtum Österreich (heutiges Ober- und Niederösterreich) und das Herzogtum Steiermark. Das Herzogtum Kärnten wurde ebenfalls eingezogen, ging jedoch als Gegenleistung für politische Unterstützung als Pfand an Rudolfs Verbündeten, Meinhard II. von Görz-Tirol und fiel erst 1335 dauerhaft an Habsburg.

Parallel zum Osten bauten die Habsburger ihre Herrschaft im Rheintal und in Schwaben weiter aus. Mit Glarus erwarben sie wesentlicher Grund- und Vogteirechte, mit Schaffhausen und Rheinfelden festigten sie den Einfluss auf diese wichtigen Rheinzugänge.

Unter König Rudolf I griff Habsburg ab 1273 auch nach Schwaben aus. Die Städte an der oberen Donau (Mengen, Munderkingen, Riedlingen, Saulgau und Blaubeuren) kamen 1276-1331 an Habsburg. Es folgten Ehingen, Schelklingen und Berg 1343, Hohenberg 1381 und Nellenburg 1465. Der Bereich Altdorf (heute Weigarten) wurde 1379/86 erworben und kam endgültig 1486 zu Österreich.

1301 fiel die Markgrafschaft Burgau als erledigtes Reichslehen an das Reich zurück. König Albrecht I. (Habsburg) zog die Markgrafschaft 1301 als Reichslehen ein und übertrug die feudalen Rechte an seine zwei Söhne, die Herzöge von Österreich.

Erwerbungen von 1308-1386

In dieser Epoche von 1308 bis 1386 formte sich durch gezielte Heirats-, Erb- und Kaufpolitik der geschlossene Länderkomplex der österreichischen Erblande.

Nach der Ermordung König Albrechts I. im Jahr 1308 erlebte das Haus Habsburg eine Phase mit schweren Rückschlägen im Westen (wie den Niederlagen gegen die Eidgenossen bei Morgarten 1315 und Sempach 1386), expandierte dafür aber umso erfolgreicher im Osten und Süden.

Durch die strategische Heirat 1324 von Herzog Albrecht II. (dem Lahmen) mit Johanna von Pfirt, der Erbtochter des letzten Grafen der Grafschaft Pfirt wurde der elsässische Besitz im Sundgau perfekt abgerundet und bildete fortan das administrative Fundament des habsburgischen Westreichs.

Beim Aussterben der Grafen von Görz-Tirol im Mannesstamm fielen Kärnten, die Krain und die Windische Mark (heute Slowenien) vertraglich an Habsburg zurück. Kaiser Ludwig der Bayer belehnte die Habsburger daraufhin offiziell mit diesen Ländern. Dies war ein riesiger strategischer Gewinn, der die Brücke zwischen den österreichischen Kernlanden (Wien/Steiermark) und der Adria schlug.

1363 wurde die gesamte Grafschaft Tirol erworben. Dies war das Meisterstück von Herzog Rudolf IV. (dem Stifter). Er überredete Margarete „Maultasch“, die letzte Gräfin von Tirol (nach dem Tod ihres Sohnes), ihr Land an die Habsburger zu übergeben, und setzte sich erfolgreich gegen bayerische Ansprüche durch. Tirol war das entscheidende Bindeglied, das die verstreuten Besitzungen im Westen (Vorderösterreich) geografisch mit den neuen Kernlanden im Osten (Österreich/Steiermark) verband.

Die Stadt Triest stellte sich 1382 freiwillig unter den Schutz der Habsburger, um sich gegen die drohende Vorherrschaft der Republik Venedig zu wehren. Zuvor (ab 1366) wurden bereits wichtige Stützpunkte in der Markgrafschaft Istrien und an der Krainer Küste erworben. Österreich erhielt damit seinen lang ersehnten, direkten Zugang zum Mittelmeer.

Parallel dazu kauften die Habsburger im Westen systematisch Herrschaften auf, um ihr vorderösterreichisches Netz zu verdichten. So kauften sie 1375-1394 Feldkirch und den Bludenz-Montafon-Raum von der Grafschaft Montfort; dies bildete den Grundstock des heutigen Vorarlbergs. Die Bürger der Stadt Freiburg kauften sich 1368 von ihrem bisherigen Grafen frei und unterstellten sich freiwillig dem Schutz des Hauses Habsburg. Außerdem erwarb Habsburg die Herrschaft über Breisach sowie weitere Teile des Sundgaus und des Schwarzwaldes.

Die Habsburger Teilung und die Schlacht bei Sempach (1379 / 1386)

Die Brüder Albrecht III. und Leopold III. teilten 1379 den Besitz auf (Albertinische und Leopoldinische Linie), was die Zentralmacht aber schwächte. Beim Versuch, die Kontrolle über die Eidgenossenschaft im Westen zurückzugewinnen, fiel Leopold III. in der Schlacht bei Sempach 1386 gegen die Schweizer. Damit verloren die Habsburger faktisch die Herrschaft über ihre alten Schweizer Stammlande (Aargau, Luzern etc.) endgültig, behielten jedoch die neu erworbenen Gebiete im Osten und in Vorderösterreich.

Bei der Herrschaftsteilung 1379 fielen die Vorlande (Vorderösterreich) zusammen mit dem 1363 erworbenen Tirol an Leopold III und blieben auch in diesem Verbund, als die Habsburger Herrschaft ab 1415 hier zusammenbrach und die spätere Eidgenossenschaft verlor.

Erwerbungen und Verluste 1386-1499

Die Epoche von 1389 bis 1499 war für das Haus Habsburg von extremen Gegensätzen geprägt. Während die Dynastie im Westen in ihren Schweizer Stammlanden dramatische, unumkehrbare Verluste hinnehmen musste, legte sie im Osten und Nordwesten durch eine geschickte Heirats- und Erbpolitik das Fundament für ihr späteres Weltreich unter Kaiser Maximilian I.

Die Verluste betrafen fast ausschließlich die westlichen Besitzungen in Vorderösterreich. Hauptgegner waren die erstarkenden Schweizer Eidgenossen. Nach der Ächtung von Herzog Friedrich IV. durch den Kaiser eroberten die Eidgenossen das habsburgische Kernland im Aargau samt der Stammburg Habsburg. Dies war ein herber symbolischer und materieller Verlust. Freiburg im Üechtland entzog sich 1452 der habsburgischen Herrschaft und schloss ein Bündnis mit Savoyen. Die strategisch wichtige Stadt Rapperswil am Zürichsee wurde 1458 von den Eidgenossen eingenommen. Der Thurgau in der heutigen Nordostschweiz ging 1460 dauerhaft an die Eidgenossenschaft verloren. Aufgrund chronischen Geldmangels musste Habsburg die wichtige Stadt Winterthur 1467 an die Stadt Zürich verkaufen. Nach der Niederlage im Schwabenkrieg verlor Habsburg die faktische Kontrolle über die Eidgenossenschaft endgültig. Die Schweiz schied damit de facto aus dem Reichsverband und dem habsburgischen Zugriff aus. Der Frieden von Basel, der am 22. September 1499 geschlossen wurde, markiert das offizielle Ende des Schwabenkrieges (auch Schweizerkrieg genannt). In diesem Konflikt standen sich die Schweizer Eidgenossen und der Schwäbische Bund gegenüber, welcher massiv von König Maximilian I. und dem Haus Habsburg unterstützt wurde.

Trotz des Rückzugs aus der Schweiz sammelten die Habsburger an anderen Fronten immense Ländereien. Durch Kauf und Verträge sicherten sich die Habsburger 1451 / 1465 die Grafschaft Bregenz (Ausbau Vorarlbergs) und die Landgrafschaft Nellenburg im Hegau, was ihre Position in Schwaben stärkte.

Die Burgundische Doppelhochzeit 1496 / 1497

Am 5. Januar 1477 fiel Karl der Kühne, der letzte Herzog von Burgund, in der Schlacht bei Nancy. Seine einzige Tochter und Erbin, Maria von Burgund, heiratete am 19. August 1477 den habsburgischen Erzherzog Maximilian I. (den späteren Kaiser). Hiermit trat das Haus Habsburg das sog. ‚Burgundische Erbe‘ an. Burgund umfasste damals mit Flandern, Brabant, Holland, Zeeland, Luxemburg, Lothringen und großen Teilen der heutigen Niederlande und Belgien ein sehr reiches Herrschaftsgebiet. Diese Gebietsübernahme durch Heirat führte zu mehreren Kriegen mit Frankreich und der jahrhundertelangen Feindschaft zwischen Frankreich und Deutschland. Maximilians Heirat mit Maria bildete den Grundstein für den Aufstieg des Hauses Habsburg zur europäischen Großmacht.

Maximilian I Kinder galten als Erben von Burgund. Um das Jahr 1495 fädelte Maximilian eine strategische Doppelhochzeit mit den „Katholischen Königen“ von Spanien ein, um Frankreich in die Zange zu nehmen. So heirateten 1496 in der legendären Doppelhochzeit zu Burgund Philipp der Schöne (Sohn von Maximilian I.) und Johanna „die Wahnsinnige“ (Tochter von Ferdinand II. von Aragón und Isabella I. von Kastilien) und 1497 heiratete Margarete von Österreich Juan von Asturien, den Thronfolger von Spanien. Nachdem zwischen 1497 und 1500 neben Juan auch alle anderen möglichen spanischen Thronfolger sterben, werden Johanna und Philipp die Thronfolger. 1500 wird deren Sohn Karl (der spätere Kaiser Karl V.) geboren und damit die Thronfolge gesichert. 1504 wird Philipp König von Kastilien und Spanien geht auf die Habsburger über. Johanna wird nach Philipps Tod 1506 „wahnsinnig“ und regierungsunfähig. 1516 wird Karl V. – mit nur 16 Jahren – König von Spanien, Neapel, Sizilien und mit den spanischen Kolonien Amerika, Pazifik, Afrika, Asien Herrscher über ein Weltreich, ‚in dem die Sonne nicht unterging‘.

So fielen nach Philipps Tod 1506 die unermesslich reichen Niederlande und die Freigrafschaft Burgund an die Habsburger. Dies katapultierte das Haus finanziell und politisch in eine neue Dimension.

Zum Ende des 15. Jahrhunderts sicherte sich Maximilian vertraglich noch das Erbe der Grafen von Görz (Osttirol/Friaul), das kurz darauf realisiert wurde.

Neben Außenbesitzungen gelang es, die seit 1379 zersplitterten habsburgischen Teilreiche (Albertinische, Leopoldinische und Tiroler Linie) intern wieder zu verschmelzen. Erzherzog Sigmund „der Münzreiche“ dankte 1490 ab und übergab Tirol und die Vorlande an Maximilian I. Nach dem Tod von Kaiser Friedrich III. übernahm 1493 sein Sohn Maximilian I. auch die Kontrolle über Nieder- und Oberösterreich sowie die Steiermark.

Entwicklung 1500-1648

Die Epoche von 1500 bis 1648 (vom Beginn der Neuzeit bis zum Ende des Dreißigjährigen Krieges) war die Phase, in der das Haus Habsburg zur weltumspannenden Supermacht aufstieg, sich in eine spanische und eine österreichische Linie aufteilte (1521/1522) und am Ende schwere europäische Territorialverluste hinnehmen musste.

Nach dem ‚Landshuter Erbfolgekrieg‘ fällt Kaiser Maximilian im ‚Kölner Spruch‘ 1505 eine Entscheidung zur Teilung des wittelsbachischen Besitzes. In diesem annektiert er das Oberinntal (Rattenberg, Kitzbühel und Kufstein) sowie die Grafschaft Kirchberg-Weißenhorn für Habsburg. Nebenbei sichert er sich auch die unklaren Rechte an der Markgrafschaft Burgau, der Reichslandvogtei Schwaben mit Ravensburg, Altdorf (heute Weingarten) und die Freie auf der Leutkircher Heide.

Durch das Erbe seiner Mutter Johanna fiel 1516 der gesamte spanische Machtbereich an Karl V. – inklusive der Königreiche Kastilien, Aragón, Neapel, Sizilien und der riesigen Kolonien in Amerika.

1526 stirbt König Ludwig II. von Ungarn und Böhmen ohne Erben in der Schlacht bei Mohács gegen die Osmanen. Ferdinand I. von Habsburg hat durch seine Heirat mit Anna von Ungarn den Erbanspruch auf den ungarischen Thron. Nach der Schlacht bei Mohács fällt der größte Teil Ungarns an die Osmanen (Ostungarn), Westungarn bleibt jedoch bei Österreich. Dies schuf die Basis für die spätere Habsburgermonarchie.

Von 1519-1534 gehörten auch große Teile des Herzogtums Württemberg zu Vorderösterreich. 1519 wurde Herzog Ulrich von Württemberg nach dem Schwäbischen Krieg/Bundeskonflikt vertrieben. Daraufhin übernahmen die Habsburger unter Karl V. das Herzogtum. In diesen 15 Jahren war Württemberg direkt habsburgisch verwaltet und praktisch Teil des österreichischen Herrschaftssystems in Schwaben. 1534 kehrte Herzog Ulrich mit Hilfe des Vertrags von Kaaden (heute Kadaň, Tschechien) und militärischer Unterstützung Hessens nach Württemberg zurück. Österreich behielt aber die österreichische Lehensoberhoheit über Herzogtum Württemberg formal bis 1806.

Demgegenüber standen aber auch herbe Verluste.

Große Teile Zentral- und Ostungarns gingen 1526/1541 für lange Zeit an das Osmanische Reich verloren oder wurden zum eigenständigen Fürstentum Siebenbürgen.

Nach dem Achtzigjährigen Krieg verlor die spanische Linie der Habsburger 1581/1648 die reichen nördlichen Provinzen endgültig. Es entstand die Republik der Sieben Vereinigten Niederlande.

1635 musste Kaiser Ferdinand III. im Prager Frieden die Nieder- und Oberlausitz als erbliches Lehen an das Kurfürstentum Sachsen abtreten.

Der 30-jährige Krieg 1618-1648 als Folge der religiösen Auseinandersetzungen nach der Reformation brachte immense militärische und materielle Verluste mit sich. Große Gebiete im Reich und vor allem in Böhmen waren verwüstet, die Kriegskosten waren enorm und die Finanzkraft aller Beteiligten bis zum Ruin belastet. Der Versuch der Habsburger, ihre absolutistische Herrschaft auf das ganze Heilige Römische Reich auszudehnen war misslungen. Habsburg musste das Ober- und Unterelsass einschließlich der langjährigen Hauptstadt Ensisheim sowie die Festung Breisach an Frankreich abtreten. Dies betraf aber nur die Herrschaft, die Allodialrechte (Privatbesitz) blieben weiterhin bestehen. So waren noch lange Zeit habsburgische Adlige Großgrundbesitzer im Elsass.

Die Schweiz wurde 1648 ein völkerrechtlich anerkannter eigener Staat.

Die Besitzveränderungen zugunsten Schwedens in Norddeutschland betrafen die Habsburger nicht. Auch die habsburgischen Erblande waren nicht von den Besitzveränderungen betroffen. Die Habsburger waren daher im Reich geschwächt, konnten aber ihre Macht in den Erblanden Österreich und Böhmen konsolidieren

Erwerbungen und Verluste 1648-1797

Die Epoche von 1648 bis 1797 (vom Ende des Dreißigjährigen Krieges bis zum Frieden von Campo Formio) markiert den endgültigen Wandel Österreichs von einem Verband deutscher Fürstentümer hin zu einer europäischen Großmacht an der Donau. Während die Habsburger im Westen (Vorderösterreich) und Norden (Schlesien) schmerzhafte Verluste hinnehmen mussten, expandierten sie massiv nach Osten und Süden.

In den Türkenkriegen zwischen 1683 und 1699 eroberten die kaiserlichen Heere ganz Ungarn zurück. In diesem Zusammenhang besetzten 1687 die Österreicher Siebenbürgen und verleibten es 1690 ein. Die Osmanen traten 1699 im Frieden von Karlowitz das Königreich Ungarn (inkl. Kroatien, Slawonien) an Österreich ab.

Nach dem Großen Türkenkrieg (1683–1699) wurde Dalmatien von den Osmanen im Frieden von Karlowitz an Venedig abgetreten, einschließlich der Küste der Herzegowina, aber ohne Dubrovnik. Im Vertrag von Campo Formio 1797 fiel Dalmatien (inkl. Bucht von Kotor) an Österreich.

Nach dem Tod von Karl II., dem letzten spanischen Habsburger, 1700 ohne männlichen Erben entbrannte zwischen Frankreich (Bourbonen) und Österreich (Habsburger) der Spanische Erbfolgekrieg um die spanische Krone. 1701 marschierten Österreichische Streitkräfte unter Prinz Eugen ohne Kriegserklärung in Italien ein. 1702 verbündeten sich Österreich, Niederlande und England in der ‚Großen Allianz‘ gegen Frankreich. 1711 starb Kaiser Joseph I., Karl VI wurde Kaiser und war bereits spanischer König. Wegen der hierdurch bestehenden Gefahr einer habsburgischen Übermacht in Europa schieden England und die Niederlande aus dem Bündnis aus.

Der Frieden von Rastatt beendete 1714 auch den Krieg zwischen Frankreich und Österreich. Das Erbe wurde geteilt: Philipp V., ein Enkel von Ludwig XIV. erhielt Spanien und die Überseekolonien für die Bourbonen, diese bleiben bis heute noch spanische Dynastie.

Die südlichen Niederlande (das heutige Belgien) kamen im Frieden von Rastatt 1714 an die österreichische Linie. Österreich sicherte sich 1714 zudem das Herzogtum Mailand, das Königreich Neapel, Sardinien (1720 getauscht gegen das Königreich Sizilien) und das Herzogtum Mantua.

Im Frieden von Passarowitz  1718 kamen das Banat, die Kleine Walachei und Nordserbien (mit Belgrad) hinzu. Im Frieden von Belgrad 1739 gingen allerdings Nordserbien und die Kleine Walachei nach einem verlorenen Krieg wieder an die Osmanen verloren. Das Banat blieb jedoch habsburgisch.

Verluste unter Maria Theresia 1740-1748

Als Maria Theresia 1740 die Herrschaft übernahm, überfiel Preußen unter Friedrich dem Großen das Reich, was den Österreichischen Erbfolgekrieg auslöste. Im Frieden von Breslau/Berlin (1742) musste Österreich fast das gesamte Herzogtum Schlesien und die Grafschaft Glatz an Preußen abtreten. Schlesien war die am dichtesten besiedelte und wirtschaftlich ertragreichste Provinz der Monarchie. Nur ein kleiner Streifen (Österreichisch-Schlesien) blieb habsburgisch.

Zur Friedenssicherung musste Österreich im Frieden von Aachen 1748 die italienischen Herzogtümer Parma, Piacenza und Guastalla an die spanischen Bourbonen abtreten.

Weiterer Verlauf bis 1797

1772 verleibte sich Österreich im Zuge der ersten polnischen Teilung Galizien ein, da dieses früher zu Ungarn gehörte. 1795 erhielt Österreich Westgalizien (Neugalizien) mit Krakau und Warschau im Zuge der dritten polnischen Teilung, die Polen bis 1918 von der Landkarte tilgte.

Die Bukowina (das „Buchenland“) wurde vom Osmanischen Reich 1775 als Dank für Vermittlungsdienste abgetreten und schloss die Lücke zwischen Siebenbürgen und Galizien.

Nach dem kurzen Bayerischen Erbfolgekrieg, wegen seiner schlechten Versorgungslage spöttisch „Kartoffelkrieg“ genannt, erhielt Österreich von Bayern im Frieden von Teschen 1779 das Innviertel, welches dauerhaft an Oberösterreich angegliedert wurde.

Die Französische Revolution und der Erste Koalitionskrieg gegen Napoleon erschütterten das habsburgische Herrschaftsgefüge im Westen nachhaltig. 1792 besetzte Frankreich das gesamte linksrheinische Gebiet vom Elsass bis zu den Niederlanden, darunter auch die Österreichischen Niederlande. Habsburg konnte zwar 1793 für ein Jahr das Gebiet zurückerobern, verlor es jedoch schon 1794 wieder an Frankreich und musste es im Frieden von Campo Formio 1797 nach dem Ersten Koalitionskrieg dann endgültig an Frankreich abtreten. Außerdem mussten die Österreichischen (Belgischen) Niederlande endgültig an Frankreich abgetreten werden. Zudem ging das Herzogtum Mailand verloren.

Als Ausgleich für die verlorenen Westgebiete wurde die Republik Venedig zerschlagen und aufgeteilt. Österreich erhielt die Stadt Venedig, Istrien, Dalmatien und Venetien bis zur Etsch.

Fortsetzung  ‚Der große Umbruch 1792-1815

Geschichtlicher Rahmen – Grundbeitrag

Hier finden Sie einen Überblick über die Beiträge zur Geschichte mit Angaben zum strukturellen Aufbau der Artikelreihe. Von hier aus können Sie alle Beiträge über einen Link aufrufen.

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