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D 2 Stettenfels 1551-1747

Lageplan

Die Herrschaft Stettenfels bei Untergruppenbach (Heilbronn) ist eines der außerschwäbischen Gebiete, die von den Fuggern erworben oder geerbt wurden, aber mental nicht zu den übrigen Gebieten passten. Sie wurden den schwäbischen Linien zugeordnet und von dort verwaltet, wurden aber bei Bedarf auch wieder abgestoßen. Wenn es in Schwaben eng wurde, trennte man sich lieber von diesen entfernten Gebieten.

Die Herren von Stettenfels entstammen der Linie Fugger-Glött.

Der Erwerb von Stettenfels 1551 fiel in die absolute Hochphase der territorialen Expansion der Familie unter der Leitung von Graf Anton Fugger (1493–1560, AC16), dem Neffen Jakobs des Reichen. Vor 1551 gehörte die Burg der Familie von Hirnheim. Der Ritter Hans Walter von Hirnheim verkaufte die Herrschaft schließlich direkt an Anton Fugger. Die Region stand unter der Oberhoheit des Hauses Württemberg. Fünf Jahre nach dem Kauf, im Jahr 1556, einigte sich Anton Fugger mit Herzog Christoph von Württemberg. Württemberg behielt die Lehensoberhoheit, gab die Burg aber den Fuggern offiziell als erbliches Mannlehen.

Nach dem Tod von Anton Fugger 1560 regierten seine drei Söhne Markus (E19), Hans (N19) und Jakob IV (U19) den riesigen Familienbesitz zunächst gemeinschaftlich. Nach dem folgenschweren Konkurs von Johann Jakob Fugger aus der Raymund-Linie 1564 kam es im Jahr 1575zu einer formellen Erbteilung.

Entwicklung nach 1575

Hans (Johann) Graf Fugger (1531–1598, N19) erhielt im Zuge dieser Aufteilung den schwäbischen Kernkomplex Kirchheim sowie die württembergische Herrschaft Stettenfels. Der gab sich mit der mittelalterlichen Wehrburg nicht zufrieden. Er beauftragte 1576 den berühmten Kistler und Baumeister Wendel Dietrich, die Anlage mit enormem finanziellem Aufwand zu einem repräsentativen Renaissanceschloss umzubauen. Obwohl ein verheerender Großbrand das Schloss 1594 fast vollständig zerstörte, ließ Hans Fugger es umgehend durch Wendel Dietrich im gleichen prächtigen Stil wiederaufbauen.

[Es handelt sich um denselben Baumeister, der 1578-1583 auch das Schloss Kirchheim mit dem berühmten Zedernsaal erbaute]

Nach dem Tod von Hans Fugger (1598) ging Stettenfels zunächst an seinen Sohn Christoph Graf Fugger von Glött (1566–1615, N22) über.  Im Zuge der Erbfolge blieb Stettenfels bei den Erben von Glött.

Es folgten Johann Ernst (1590-1639, P25), dessen Sohn Christoph Rudolf (1615-1673, P28) und Franz Ernst (1648-1711, P31).

Franz Ernst starb 1711. Ihm folgte sein Sohn Ludwig Franz Xaver (1688-1746, S34) mit dem erst aus Stettenfels eine eigene Seitenlinie wurde. Dieser hatte zwei Söhne. Anton Ignaz (1711-1787) trat in den geistlichen Dienst, war zuerst Domprobst in Köln, ab 1756 Fürstprobst von Ellwangen und wurde 1769 zum Fürstbischof von Regensburg ernannt. Der jüngere Sohn Anton Siegmund (1716-1781, S37) trat 1746 die Nachfolge in Stettenfels an.

Da die Fugger streng katholisch waren, das Umland jedoch protestantisch (württembergisch) war, gab es permanenten Streit. Als die Fugger um 1730 versuchten, ein Kapuzinerhospiz auf der Burg einzurichten, ließ das Herzogtum Württemberg die entsprechenden Neubauten 1735 kurzerhand militärisch zerstören. Das Ende von Ludwig Xavers Regierungszeit auf Burg Stettenfels war von schweren Konflikten mit der lokalen Bevölkerung geprägt. Nach einer gewaltsamen Eskalation im Ort im Jahr 1736, bei der herzoglich-württembergische Untertanen durch fuggersche Bedienstete erschossen wurden, wurden Ludwig Xaver und sein Sohn Anton Sigmund wegen des Vorwurfs des Totschlags/Mordes zu zwei Jahren Festungsarrest (Mai 1737 bis Oktober 1739) auf dem eigenen Schloss verurteilt. Diese Zerrüttung mit dem Lehnsherrn Württemberg beschleunigte schließlich den Entschluss seines Sohnes Anton Sigmund, die abgelegene Exklave im Jahr 1747 zu verkaufen.

Im Jahr 1746, zeitgleich mit der Übernahme Stettenfels durch Anton Siegmund, starb Anton Rupert Christoph (1683-1746, AS31) aus der Linie Kirchberg-Weißemhorn ohne erbfähigen Nachkommen. Nach dem Primogeniturprinzip erhielt Anton Siegmund die schwäbischen Güter Brandenburg und Dietenheim zugewiesen. Er verlagerte seinen Sitz nach Dietenheim und begann dort sofort einen barocken Schlossneubau.

Gezeichnet von den ständigen territorialen Reibereien und um liquide Mittel zu generieren, verkaufte Anton Siegmund (der neue Dietenheimer Schlossherr) die gesamte Herrschaft Stettenfels im Jahr 1747 für 207.500 Gulden an Herzog Karl Eugen von Württemberg. Damit endete die fuggersche Präsenz im Unterland endgültig.

Anton Siegmunds Sohn Joseph Maria (1753-1820, S40) übernahm 1781 dann auch die Herrschaft in Dietenheim. Als er 1820 ohne männlichen Erben starb, erlosch auch der Stettenfelser Zweig formell im Mannesstamm.

Die Fortsetzung der Herrschaft in Dietenheim

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