D 5 Hilgartsberg 1616-1821
Lageplan
Die Burg Hilgartsberg (Ortsteil des Marktes Hofkirchen im niederbayerischen Landkreis Passau) kam 1616 durch Heirat unter die Herrschaft der Fugger.
Johann Ernst Graf Fugger (1590-1639, P25) hatte am 20.02.1612 Margarethe Freiin von Pollweil geheiratet. Sie war nicht nur die Erbin der Grafschaft Bollweiler im Elsass, sondern auch der Burg Hilgartsberg, die ihr Vater als bayerisches Lehen in Besitz hatte. Nach dessen Tod 1616 fiel Hilgartsberg an die Familie Fugger.
Die Fugger bauten die mittelalterliche Festung in der Folgezeit zu einem wohnlichen Schloss aus.
Nach dem Tod Johann Ernsts 1639 fiel die Herrschaft an seinen Sohn Otto Heinrich (1617-1669, T28), die nach dessen Tod 1669 an dessen Bruder Christoph Rudolf (1615-1673, P28) weitergegeben wurde.
Als nächstes übernahm Franz Ernst (1648-1711, P31), Sohn des Christoph Rudolf, im Jahr 1673 die Herrschaft über Hilgartsberg.
Nachdem die Anlage über 80 Jahre lang nur als Lehen verwaltet worden war, erwarb Graf Franz Ernst Fugger im Jahr 1698 Hilgartsberg (zusammen mit der Hofmark Grubhof) als freien Eigenbesitz (Allod).
1711 wechselte die Herrschaft auf Franz Ernsts Sohn Anton Ernst (1681-1745, P34). Unter dessen Regentschaft ereilte die Burg ein tragisches Schicksal.
Am 11. November 1742 schlossen österreichisch-ungarische Truppen im Österreichischen Erbfolgekrieg unter Oberstleutnant Graf Gorani die Anlage ein, in der kurbayerische Truppen verschanzt waren. Das Schloss wurde schwer beschossen, gestürmt und so stark zerstört, dass es fortan zur Ruine verfiel.
Obwohl das Schloss nur noch eine Ruine war, blieb das Areal im Eigentum der Familie. Von 1745-1763 gehörte die Ruine Sebastian (1715-1763, P37), danach Joseph Elegius (1749-1826, P40).
Im Zuge der napoleonischen Kriege wurde Europa nach dem Frieden von Lunéville 1801 im nachfolgenden Reichsdeputationshauptschluss 1803 neu geordnet. Der kirchliche Besitz wurde säkularisiert, die Standesherrschaften wurden mediatisiert, d.h., sie verloren ihre wesentlichen politischen Rechte und somit auch einen großen Teil ihrer wirtschaftlichen Grundlagen. Es verblieb ihnen zwar ihr Privateigentum an Grundbesitz, verloren aber allen politischen Einfluss. 1806 wurde dieser Vorgang mit der Installation des Königreichs Bayern beendet.
Infolgedessen rückveräußerten die Fugger ihren Hilgartsberger Besitz in den Jahren 1821/1822 an den bayerischen Staat.
Während der Grundbesitz an den Staat fiel, wurden die noch nutzbaren Restgebäude der Ruine im Jahr 1823 zunächst an einen Privatwirt und Bauern aus Garham sowie Teile an einen Vilshofener Brauereibesitzer veräußert. 1838 gaben die privaten Besitzer die Gebäude wegen der untragbaren Unterhaltungskosten jedoch unentgeltlich wieder an den Staat zurück, der darin unter anderem bis 1970 die lokale Volksschule unterbrachte. Heute kümmert sich ein rühriger Burgförderverein um den Erhalt der Anlage.


