G 7 Göttersdorf 1666-1822
Die Hofmark Göttersdorf (Ortsteil der Stadt Osterhofen im niederbayerischen Landkreis Deggendorf ) kam im Jahr 1666 an die Familie Fugger.
Im 16. und frühen 17. Jahrhundert gehörte die niederbayerische Hofmark den Herren von Lindten. Nach verschiedenen Zwischenstationen (unter anderem den Familien von Frauenberg, Leibelfinger und Busch) stand das Gut im 17. Jahrhundert zum Verkauf. Reichsgraf Veit Adam Fugger (1639-1692, AG28) erwarb 1666 die Grundherrschaft.
Unter den Fuggern erlebte der Ort eine wirtschaftliche und bauliche Glanzzeit. Ab dem Jahr 1681 bauten sie den dortigen alten Herrensitz (einen mittelalterlichen Turmhügel) schrittweise zu einem repräsentativen, barocken Wasserschlossaus.
Da Veit Adam Fugger 1692 ohne direkte männliche Erben verstarb, ging Göttersdorf vertragsgemäß an seinen jüngeren Bruder Moritz (Eustach) Graf Fugger (1639–1711, AH28) über.
Bei Moritz‘ Tod 1711 war sein erbberechtigter Sohn Adam Franz (1710-1750, AH31) erst ein Jahr alt. Bis zu seiner Volljährigkeit war ein Vormund eingesetzt. Adam Franz führte die Herrschaft bis 1750. Im folgte sein Sohn Moritz (1733-1783, AH34), der allerdings damals auch erst 17 Jahre alt war und noch unter Vormundschaft stand.
1783 fiel das Erbe an Moritz Sohn Max Joseph (1759-1804, AH37). Als Max Joseph starb, war das Ende des alten Reiches bereits eingeläutet. Der Reichsdeputationshauptschluss von 1806 bedeutete das Ende der Feudalherrschaften. Durch die folgende Mediatisierung verloren die Standesherren ihre Bedeutung und ihre wirtschaftliche Grundlage.
Daher wurde die Herrschaft Göttersdorf nun an die jüngeren Brüder Johann Nepomuk (1766-1838, AJ37) und Moritz Gabriel (1768-1816, AK37). Nach Moritz‘ Tod 1816 führte Joh. Nepomuk die Herrschaft alleine.
Als 1795 Johann Baptist (der kinderlose Sohn Cajetans aus der Zinneberg-Adelshofener Linie) im Alter von nur 27 Jahren verstarb, erlosch diese ältere Linie im direkten Mannesstamm. Dieses Erbe fiel nach dem Primogenitur-Prinzip an die vier Brüder Max Joseph (1759-1804, AH37), Emanuel (1761-1845, AI37), Moritz Gabriel (1768-1816, AK37) und Joh. Nepomuk (1766-1838, AJ37) [Söhne des Graf Moritz (1733-1783, AH34,) Linie Göttersdorf, zurückgehend auf den gemeinsamen Ur-Ur-Großvater Franz Benno I (1603-1652, AF25)]. Diese Brüder hatten nun die verbliebenen Herrschaften Göttersdorf, Zinnenberg und Adelshofen gemeinsam als Kondominium inne. Max Joseph verstarb 1804 und Moritz Gabriel verstarb 1816.
Da Emanuel unverheiratet blieb, lag es schließlich an Johann Nepomuk, den endgültigen Schlussstrich zu ziehen.
Am 1. September 1825 verkaufte Johann Nepomuk Graf Fugger Zinneberg und Adelshofen schließlich für 180.000 Gulden an die bayerische Kurfürstenwitwe Maria Leopoldine von Österreich-Este. Göttersdorf musste schließlich 1827 auch versteigert werden und ging auch an Maria Leopoldine.
Sie überließ das Gut Göttersdorf 1833 dem Staat, woraufhin das dortige Schloss 1834 komplett abgebrochen wurde.


Vom alten Schloss ist heute allenfalls noch etwas zu erahnen. Die Schlosskapelle entging allerdings dem Abbruch und wurde später als Fundament für ein darüber neu erbautes Wohnhaus verwendet.


