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Territorialentwicklung durch den Ersten Weltkrieg

Vorbemerkung

Diese zusammenfassende Geschichtsdarstellung erhebt nicht den Anspruch auf Vollständigkeit und wissenschaftliche Qualität. Sie soll lediglich Abläufe und Zusammenhänge darstellen, um die Entwicklung mit dem Schwerpunkt auf Mittelschwaben – insbesondere den Raum Ulm / Weißenhorn / Günzburg – nachzuvollziehen. Sie wurde großenteils mit KI erstellt und kann daher grundsätzlich mit Fehlern behaftet sein.

Zum Hauptbeitrag ‚Der Erste Weltkrieg‘

Alle Kriege führen zu Territorialverschiebungen über die Köpfe der Betroffenen hinweg. Hieraus entstehen Veränderungen der Lebensbedingungen der Einwohner, mit denen nicht alle zurechtkommen. Somit wird hiermit wieder die Grundlage für neue Konflikte gelegt. So war es besonders auch nach Kriegsende.

Der Erste Weltkrieg veränderte die politische Landkarte Europas und des Nahen Ostens grundlegend. Vier Großreiche zerfielen oder verloren ihre bisherige Macht: das Deutsche Reich, Österreich-Ungarn, das Osmanische Reich und das Russische Reich. In Ostmittel- und Südosteuropa entstanden neue Staaten, während zahlreiche Grenzen nach dem Prinzip des Nationalstaats, aber nicht konsequent nach dem Selbstbestimmungsrecht der Völker gezogen wurden.

Die territoriale Neuordnung beseitigte zwar mehrere alte Imperien und verwirklichte in einigen Fällen nationale Unabhängigkeitsbestrebungen. Sie schuf jedoch keine stabile und konfliktfreie Ordnung. Der Erste Weltkrieg führte somit zu einer grundlegenden territorialen Neuordnung, aber nicht zu einer dauerhaft akzeptierten Friedensordnung. Die ungelösten Nationalitäten- und Grenzfragen trugen wesentlich zu den Spannungen der Zwischenkriegszeit und zur Entstehung des Zweiten Weltkriegs bei.

Deutschland

Der Versailler Vertrag von 1919 verpflichtete Deutschland zu erheblichen Gebietsabtretungen. Deutschland verlor etwa 13 Prozent seines europäischen Staatsgebiets.

  • Elsass-Lothringen ging an Frankreich.
  • Eupen und Malmedy wurden Belgien zugesprochen.
  • Nordschleswig fiel nach einer Volksabstimmung an Dänemark.
  • Posen und Westpreußen gingen überwiegend an Polen.
  • Der sogenannte Polnische Korridor schuf einen Zugang Polens zur Ostsee und trennte Ostpreußen vom übrigen Deutschland.
  • Danzig wurde als Freie Stadt unter dem Schutz des Völkerbundes eingerichtet.
  • Teile Oberschlesiens wurden nach Volksabstimmung und alliierter Entscheidung Polen zugesprochen.
  • Das Memelgebiet wurde zunächst unter alliierte Verwaltung gestellt und später Litauen übertragen.
  • Das Saargebiet kam für 15 Jahre unter die Verwaltung des Völkerbundes.
  • Die deutschen Kolonien wurden als Mandatsgebiete an die Siegermächte verteilt.

Österreich-Ungarn

Die Habsburgermonarchie zerfiel 1918 vollständig. An ihre Stelle traten beziehungsweise erweiterten sich mehrere Staaten:

  • Österreich und Ungarn wurden eigenständige Republiken beziehungsweise Staaten.
  • Die Tschechoslowakei entstand aus Böhmen, Mähren, Teilen Schlesiens sowie der Slowakei und der Karpatenukraine.
  • Das Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen, später Jugoslawien, entstand aus Serbien, Montenegro, Kroatien, Slowenien, Bosnien-Herzegowina und weiteren Gebieten.
  • Polen erhielt Galizien und Teile früherer habsburgischer Gebiete.
  • Rumänien erhielt unter anderem die Bukowina und Siebenbürgen.
  • Italien erhielt Trentino, Südtirol, Triest und Istrien.

Der Vertrag von Saint-Germain-en-Laye von 1919 bestätigte die territoriale Neuordnung Österreichs. Er untersagte außerdem einen Zusammenschluss Österreichs mit Deutschland.

Ungarn

Der Vertrag von Trianon vom 4. Juni 1920 reduzierte Ungarn auf einen Bruchteil seines früheren Staatsgebiets. Ungarn verlor ungefähr zwei Drittel seines Territoriums und einen großen Teil seiner Bevölkerung. Gebiete gingen unter anderem an:

  • Rumänien: Siebenbürgen und das Banat;
  • Tschechoslowakei: Slowakei und Karpatenukraine;
  • Jugoslawien: Kroatien, Slawonien und weitere südliche Gebiete;
  • Österreich: das Burgenland.

Millionen ethnischer Ungarn lebten danach außerhalb des ungarischen Staates. Diese Grenzregelung wurde zu einem zentralen Element des ungarischen Revisionismus in der Zwischenkriegszeit.

Russland

Nach der Revolution von 1917 verlor Russland die westlichen Randgebiete des Zarenreichs. Im Bürgerkrieg und durch die Friedensverträge entstanden beziehungsweise behaupteten sich:

  • Finnland;
  • Estland;
  • Lettland;
  • Litauen;
  • Polen.

Die Sowjetunion eroberte später einige dieser Gebiete zurück, beziehungsweise bildete sie ihre Herrschaft in Teilen Osteuropas neu aus. Der Vertrag von Brest-Litowsk von 1918 hatte zunächst weitreichende Gebietsverluste Russlands vorgesehen, wurde aber nach der deutschen Niederlage im Westen aufgehoben.

Das Osmanische Reich und der Nahe Osten

Der Vertrag von Sèvres von 1920 sollte das Osmanische Reich weitgehend auflösen. Vorgesehen waren unter anderem:

  • ein stark verkleinertes türkisches Kerngebiet;
  • griechische Ansprüche in Ostthrakien und an der kleinasiatischen Küste;
  • französische und britische Mandatsgebiete im Nahen Osten;
  • besondere Regelungen für Armenien und Kurdistan;
  • eine internationale Kontrolle der Meerengen.

Der Vertrag wurde jedoch durch den türkischen Unabhängigkeitskrieg unter Mustafa Kemal revidiert. Der Vertrag von Lausanne von 1923 bestätigte schließlich die Grenzen der modernen Türkei und ersetzte die Regelungen von Sèvres.

Aus den arabischen Gebieten des Osmanischen Reiches entstanden unter britischen und französischen Mandaten unter anderem:

  • Irak;
  • Syrien;
  • Libanon;
  • Transjordanien;
  • Palästina.

Diese Grenzen wurden häufig nicht nach örtlichen, ethnischen oder religiösen Strukturen gezogen und wirkten langfristig konfliktfördernd.

Neue Staaten in Ostmittel- und Südosteuropa

Die Nachkriegsordnung schuf oder bestätigte mehrere neue Nationalstaaten:

  • Polen;
  • Tschechoslowakei;
  • Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen; (später Jugoslawien)
  • Finnland;
  • Estland;
  • Lettland;
  • Litauen.

Finnland, Estland, Lettland und Litauen gingen im Zuge des Zerfalls des Russischen Reiches hervor beziehungsweise erlangten ihre Unabhängigkeit. Polen entstand nach 123 Jahren Teilung als selbstständiger Staat neu und erhielt Gebiete aus dem Deutschen, Österreich-Ungarischen und Russischen Reich.

Diese Staaten waren jedoch ethnisch keineswegs homogen. In Polen, der Tschechoslowakei, Rumänien und Jugoslawien lebten große deutsche, ukrainische, ungarische, jüdische, kroatische, slowakische und andere Minderheiten. Die neuen Grenzen lösten deshalb viele Nationalitätenkonflikte nicht, sondern verlagerten sie nur.

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