F 2 Anried 1544-1757
Anried gehört heute zur Marktgemeinde Dinkelscherben im bayerisch-schwäbischen Landkreis Augsburg (Deutschland)
Anton Fugger (1493-1560, AC16) kaufte 1544 den Ort Anried von der Witwe seines Schwagers Hans Christoph Thurzo bzw. der Familie Schmucker. Anton gliederte diese Orte in den Mickhauser Besitz ein, den sein Cousin Raymund Fugger 1528 gekauft hatte.
Bei der großen Besitzteilung im Jahr 1575 fiel der gesamte Besitzkomplex zusammen mit Kirchheim an Hans Fugger (1531-1598, N19). Johann, Jakob und Ulrich, die Söhne Raymunds, besaßen Mickhausen zeitweise vorher, verkauften ihre Anteile aber 1563 an den Anton-Stamm.
Hierdurch besaß Christoph Fugger (1566–1615, N22) ab 1575 die Herrschaft über Mickhausen und Anried.
Wie Mickhausen fiel Anried anschließend an Otto Heinrich Fugger (1592–1644, I25) und danach an Paul Fugger (1637–1701, L28) und dessen Sohn Pius Joseph Graf Fugger (1680–1732, L31).
Überführung in die Familienstiftung
Im Jahr 1724 wurden die spezifischen Güter und Rechte von Anriedund Ettelried aus dem direkten Mickhauser Herrschaftsverband herausgelöst und in die Fuggersche Familienstiftung eingebracht. Ab 1724 lag die Verwaltung von Anried nicht mehr bei der Herrschaft Mickhausen allein, sondern wurde gemeinschaftlich von den Administratoren der Familienstiftung organisiert, bis der Komplex schließlich 1757 verkauft wurde.
Verkauf der Herrschaft
Die Herrschaft Ettelried und Anried wurde im Jahr 1757 für die Summe von 70.000 Gulden an Freiherr Markus III. von Schnurbein (1743–1801) verkauft. Die Familie von Schnurbein war ein einflussreiches, ursprünglich aus Südtirol stammendes evangelisches Kaufmanns- und Patriziergeschlecht, das in Augsburg ansässig war. Durch den Kauf nannten sie sich fortan „Freiherren von Schnurbein“ und besaßen die Grundherrschaft über den Ort bis zur Auflösung des Alten Reiches im Jahr 1806.


