Historie

C 4 Linie Welden 1597-1764

Lageplan

C 4 Linie Welden 1597

Die Herrschaft Welden war der uralte Stammsitz der Herren von Welden. Am 1. Juni 1598 (die Kaufverhandlungen begannen bereits 1597) erwarb Jakob III. Fugger, Herr zu Babenhausen (1542-1598, U19), den gesamten Besitz Welden samt allen Rechten, Privilegien und der Blutsgerichtsbarkeit für die enorme Summe von 140.000 Gulden. Er erwarb Welden für die Gesamtfamilie.

(Artikel zur Vorgeschichte; Fugger Nordendorf)

Nach Markus Tod 1597 erhielt Albrecht (Albert) Freiherr Fugger (1574–1614, F22) der jüngste der vier Brüder, die erst im selben Jahr (1597) frisch erworbene Herrschaft Welden im Holzwinkel, Reutern (heute Ortsteil von Welden) und Ehgatten. Die Fugger erwarben diesen gesamten Komplex im Jahr 1597, also genau in dem Jahr, in dem kurz darauf auch die große interne Aufteilung stattfand und Welden an den jüngsten Sohn Albrecht fiel.

Mit der Zuweisung bei der Erbteilung 1597 entstand die kurzlebige Weldener Linie.

Albrecht war seit 1595 mit Veronika Freiin Fugger aus dem Hause Babenhausen (1578–1645) verheiratet.

Sein Sohn Franz Graf Fugger, Herr zu Welden (geboren 1607; gestorben/gefallen 1639, F25) trat zwar nach Eintritt der Volljährigkeit 1628 als weltlicher Erbe die Herrschaft Welden mitsamt Reutern und Ehgatten an. Er wurde im Verlauf des Dreißigjährigen Krieges in den Grafenstand erhoben, fiel jedoch jung inmitten der Kriegswirren. Da er kinderlos verstarb, erlosch die Weldener Linie im Mannesstamm bereits in dieser Generation komplett.

Albrecht hatte noch einen Sohn Markus (1598-1625) der Geistlicher wurde und in Augsburg und Passau das Amt eines Probstes innehatte. Wegen des Zölibats schied auch er als Stammhalter aus.

Nach Franz‘ Tod 1639 fiel Welden an seinen Cousin Nikolaus (1596-1676, C25). Dieser starb allerdings auch 1676 ohne männliche Nachkommen. Mit ihm war der gesamte Markusstamm agnatisch ausgestorben.

Während des Dreißigjährigen Krieges war Welden katastrophal verwüstet worden; nur rund ein Drittel der Bevölkerung überlebte. Unter der Inhaberschaft der Wellenburger Fugger wurde die alte, unbewohnbare Burgruine auf dem Hügel zwischen 1659 und 1662 abgebrochen. Die Fugger nutzten die Steine, um im Tal das repräsentative „Untere Schloss“ (den späteren Bäckerwirt) auszubauen.

Nach Nikolaus‘ Tod fiel Welden 1676 im Zuge des Erbes an Leopolds beide unmündigen Söhne, die noch unter Vormundschaft standen. 1677 bzw. 1679 wurden die beiden volljährig. Als Franz Joachim (1658-1685, AB28) schon mit 27 Jahren starb, fiel das ganze Erbe an den Zweig Wellenburg.

C 4  Welden in der Linie Wellenburg, 1676-1764

Anton Joseph Graf Fugger zu Wellenburg (*18. August 1656; † 10. Januar 1694, AA28) wurde der nächste Wellenburger Herrscher.  Seine Frau wurde am 10.10.1681 Maria Anna Franziska Freiin von Neuhaus-Eggenberg, († 1714). Während seiner Regierungszeit fiel 1676 der Nordendorfer/Biberbacher Besitzkomplex hälftig an Wellenburg.

Maximilian Anton Graf Fugger zu Wellenburg (* 11. Mai 1682; † 4. Juli 1717, AA31) war der Sohn Anton Josephs und übernahm 1694 nach dessen Tod die Herrschaft. Er vermählte sich am 24. November 1705 mit Maria Theresia Freiin von Waldburg zu Zeil (* 1690; † 1762).

Der letzte Inhaber, Joseph Maria Graf Fugger von Wellenburg (1714–1764, AA34), ließ auf dem alten Burgstall ab 1755 aus Dankbarkeit nach der Rettung vor einem schweren Blutsturz die prachtvolle barocke Votivkirche St. Thekla errichten, die bis heute das Ortsbild prägt.

Als Graf Joseph Maria am 21. Juli 1764 in Welden im Alter von 49 Jahren kinderlos verstarb, erlosch die Linie Fugger-Wellenburg im Mannesstamm. Da es sich bei Welden um ein reines kaiserlich-österreichisches Mannlehen handelte, zog das Haus Österreich das Lehen sofort als erledigt ein.

Die österreichische Markgrafschaft Burgau übernahm die Verwaltung und errichtete im ehemals fuggerischen Unteren Schloss ein vorderösterreichisches Pflegamt. Damit endete die Ära der Fugger in Welden nach 166 Jahren abrupt. Nach dem Ende der österreichischen Zeit im Zuge der napoleonischen Kriege kam der Markt Welden schließlich im Jahr 1806 zum Königreich Bayern.

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