Historie

G 5 Adelshofen 1580-1822

Lageplan

Die oberbayerische Gemeinde Adelshofen (Landkreis Fürstenfeldbruck) befand sich mit dem dortigen Schloss und der dazugehörigen Hofmark ab dem späten 16. Jahrhundert im Besitz der weitverzweigten Fugger-Familie. Die Hofmark blieb zwar immer in der gleichen Linie von Johann Jakob Fugger, wechselte aber häufig die Herrscher innerhalb der Verwandtschaft.

Die Hofmark gehörte ursprünglich dem verschuldeten Augsburger Patrizier Hans Lauginger. Im Jahr 1580 erwarb Hans Fugger (1531–1598, N19) – der Sohn von Anton Fugger – das Schloss und die gesamte Hofmark Adelshofen.

Johann Jakob Fugger (der Vater von Alexius) war bekanntlich 1564 spektakulär bankrottgegangen und musste in kaiserliche bzw. bayerische Dienste wechseln. Seine Kinder standen finanziell ohne großes Erbe da. Sein reicher Cousin Hans Fugger (der Sohn Antons) nutzte sein Vermögen, um seinen mittellosen Cousins unter die Arme zu greifen. Nach dem Kauf von Adelshofen im Jahr 15801 überließ Hans Fugger die Verwaltung und die Nutzung der Hofmark seinem Cousin Alexius Fugger (1562–1623, AE22), dem Sohn Johann Jakobs. Er lebte dort, unterschrieb dort Urkunden („Alexius Fugger zu Adelshofen“) und wurde nach seinem Tod 1623 auch in Adelshofen begraben.

Sein Sohn Johann Albrecht (1597-1667, AE25) war zunächst Domherr in Salzburg, Freising und Regensburg. 1627 ließ er sich in den Laienstand zurückversetzen und heiratete 1628 Brigitta von Fraunhofen. Seit 1623 war er Herr zu Adelshofen. Die Ehe blieb ohne männliche Erben.

Nach seinem Tod 1667 ging Adelshofen an seinen Cousin Johann Friedrich (1609-1669, AL25). Dieser war seit 1627 auch schon Herr in Zinneberg. Nach seinem Tod bekam sein Sohn Johann Paris Zinneberg und sein Sohn Adam Adelshofen.

Adam Graf Fugger (1645-1714, AM28) regierte von 1669-1690. Es folgte Adams Sohn Johann Friedrich (1683-1750, AN31). Dieser bekam 1690 als 7-jähriger die Herrschaft, stand allerdings noch bis 1711 unter Vormundschaft. Er regierte bis 1750.

Nun kamen schnelle Herrschaftswechsel. 1750-51 war Maximilian (1677-1751, AM31) Herrscher über Adelshofen. Er war der Bruder des kinderlosen Johann Friedrich (der bis 1750 regierte). Maximilian erbte Adelshofen also erst ganz am Ende seines Lebens im Jahr 1750. Da er zuvor bereits Herr zu Zinnenberg war, vereinte er beide Besitztümer. Er hielt die Herrschaft nur ein knappes Jahr bis zu seinem Tod 1751.

1751-56 herrschte Ignaz Felix (1728-1756, AN34), Maximilians jüngerer Sohn. Bei der Teilung des Erbes nach Maximilians Tod im Jahr 1751 wurde ihm die spezifische Herrschaft über Adelshofen übertragen. Er regierte dort als kurbayerischer Hauptmann bis zu seinem frühen Tod.

Cajetan (1720-1791, AM34) war der ältere Bruder von Ignaz Felix und ebenfalls ein Sohn Maximilians. Nach Maximilians Tod 1751 übernahm Cajetan primär die Herrschaft Zinneberg. Da Ignaz Felix jedoch schon 1756 kinderlos verstarb, fiel Adelshofen an Cajetan zurück. Er vereinte beide Orte wieder dauerhaft und regierte als einflussreicher bayerischer Staatsminister bis 1791.

Von 1791-1795 regierte Johann Baptist, Graf Fugger (1768–1795, AM37). Dieser war Inhaber der Herrschaft Zinneberg und verstarb 1795 kinderlos. Hiermit erlosch seine Linie und das Erbe ging an die vier Brüder Max Joseph (1759-1804, AH37), Emanuel (1761-1845, AI37), Moritz Gabriel (1768-1816, AK37) und Joh. Nepomuk (1766-1838, AJ37) [Söhne des Graf Moritz (1733-1783, AH34,) Linie Göttersdorf, zurückgehend auf den gemeinsamen Ur-Ur-Großvater Franz Benno I (1603-1652, AF25)]. Diese Brüder hatten nun die verbliebenen Herrschaften Göttersdorf, Zinnenberg und Adelshofen gemeinsam als Kondominium inne. Max Joseph verstarb 1804 und Moritz Gabriel verstarb 1816.

In diese Regierungszeit fiel das folgenschwere Jahr 1806 (Auflösung des Alten Reiches und Mediatisierung durch Bayern).

Die Herrschaften waren hoch verschuldet, so dass Emanuel und Johann Nepomuk sich gezwungen sahen, die Herrschaften zu verkaufen. Insbesondere Graf Moritz Gabriel Fugger war wirtschaftlich glücklos und führte ein allzu aufwendiges Haus.

Da Emanuel unverheiratet blieb, lag es schließlich an Johann Nepomuk, den endgültigen Schlussstrich zu ziehen.

1822 verkaufte Johann Nepomuk Graf Fugger Adelshofen zusammen mit Zinneberg (1825) schließlich an die bayerische Kurfürstenwitwe Maria Leopoldine von Österreich-Este.

Das Schloss Adelshofen

Es gab auch ein Schloss in Adelshofen. Es handelte sich dabei um ein barockes Hofmarksschloss mit angeschlossenem Gutshof, das über Jahrhunderte das Zentrum der herrschaftlichen Verwaltung der Fugger vor Ort bildete.

Schloß Adelshofen“ – Kupferstich von Michael Wening aus der „Historico topographica descriptio Bavariae“, 1701 –

Das Schloss war der Wohn- und Amtssitz Fugger-Linie (von Alexius im Jahr 1575 über Johann Albrecht bis hin zu Moritz Gabriel). Es besaß eine eigene Schlosskapelle, die dem Heiligen Michael geweiht war. Als der hochverschuldete Moritz Gabriel Graf Fugger (bzw. dessen Erben) den Besitz im Jahr 1825 an die bayerische Witwen-Kurfürstin Maria Leopoldine von Österreich-Este verkauften, verlor das Schloss seine Funktion als Adelssitz.

Leopoldine nutzte das Gebäude nicht selbst. Da es nach den napoleonischen Kriegen und dem Übergang an Bayern baulich in einem schlechten Zustand war und hohe Unterhaltskosten verursachte, verkaufte sie es 1845 an die Ordensgründerin Maria Theresia Gerhardinger der Armen Schulschwestern. Die Schwestern nutzten das Gebäude fortan für pädagogische Zwecke.

Vom eigentlichen Schlossbau ist in der Gegenwart fast nichts mehr erhalten, da das Hauptgebäude im Laufe des 20. Jahrhunderts wegen Baufälligkeit abgebrochen werden musste. Einzig das einstige Schlossrichterhausaus dem 17./18. Jahrhundert steht noch als baulicher Zeuge der Fugger-Zeit im Ort.

  1. d.h., nach Eintritt der Volljährigkeit von Alexius im Jahre 1583 ↩︎

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