Historie

H 1 Linie Wellenburg 1595-1764

Lageplan

Zur Herrschaft Wellenburg gehören die Orte Wellenburg, Bergheim und Rettenbach, sowie die hinzugekommenen Orte Wasserburg, Tratzberg (Tirol) [1643] und Welden [1676].

Die Herrschaft Wellenburg wurde im Jahr 1595 von der Familie Fugger erworben. Jakob III. Fugger (1542-1598, U19) kaufte das Schloss Wellenburg samt zugehörigen Besitztümern für 70.000 Gulden. Schon vor dem Kauf hatten sich die Brüder Markus, Hans und Jakob im Jahr 1578 eine Anwartschaft auf die Herrschaft gesichert. Durch den Kauf im Jahr 1595 wurde das Schloss schließlich fester Familienbesitz und begründete die Nebenlinie der Fugger-Wellenburg, die das Anwesen bis heute bewohnt und auf dem Schloss Wellenburg auch den Sitz ihrer Zentralverwaltung hat. Als eigenständige, vom Hauptstamm abgetrennte Linie formierte sich Fugger-Wellenburg durch eine formelle Erbteilung unter den Söhnen von Jakob III. Fugger.

Nach Jakobs Tod (1598) teilten seine Söhne den Gesamtbesitz untereinander auf. Hierbei erhielt der Sohn Hieronymus Graf Fugger (1584–1633, AA22), ein jüngerer Bruder von Georg, Johann dem Älteren und Maximilian, die Herrschaften Wellenburg und Bergheim sowie Rettenbach zugeteilt. Er nannte sich fortan Herr zu Wellenburg und Rettenbach. Hieronymus heiratete 1615 Maria Gräfin Fugger aus dem Hause Glött (1593–1635) Er begründete hiermit die eigenständige gräfliche Linie Fugger-Wellenburg. Das im Augsburger Stadtteil Bergheim gelegene Schloss Wellenburg wurde das Zentrum seines eigenen Familienzweiges. Hieronymus führte die Linie unabhängig und steuerte den Besitz durch das erste Drittel des Dreißigjährigen Krieges. Er starb am 8. Mai 1633.

Nachfolger wurde sein Sohn Leopold Graf Fugger zu Wellenburg (* 15. November 1620; † 14. August 1662, AA25). Am 21.11.1651 heiratete er Maria Johanna Gräfin Fugger (* 1622; † 1658). Leopold übernahm die Herrschaft nach den Zerstörungen des Krieges. Er erweiterte den Besitz erheblich und übernahm zusätzlich die Herrschaft über Wasserburg am Bodensee.

Nach dem Tod Leopolds wurden seine beiden unmündigen Söhne Anton Joseph (1656-1694, AA28) und Franz Joachim (1658-1685, AB28), die noch unter Vormundschaft standen, die Erben. 1677 bzw. 1679 wurden die beiden volljährig. Als Franz Joachim schon mit 27 Jahren starb, fiel das ganze Erbe an Anton Joseph Graf Fugger. Er wurde der nächste Wellenburger Herrscher.  Seine Frau wurde am 10.10.1681 Maria Anna Franziska Freiin von Neuhaus-Eggenberg, (†1714). Während seiner Regierungszeit fiel 1676 der Komplex Biberbach aus der Linie Nordendorf an Wellenburg.

Maximilian Anton Graf Fugger zu Wellenburg (* 11. Mai 1682; † 4. Juli 1717, AA31) war der Sohn Anton Josephs und übernahm 1694 nach dessen Tod die Herrschaft. Er vermählte sich am 24. November 1705 mit Maria Theresia Freiin von Waldburg zu Zeil (* 1690; † 1762).

Der letzte selbstständige Herr von Wellenburg war Joseph Maria Graf Fugger von Wellenburg (1714-1764, AA34), Sohn des Maximilian. Er heiratete am 17. Oktober 1735 Maria Antonia Gräfin Fugger-Nordendorf (* 1719; † 1780) – eine erneute Familienheirat, die Nordendorfer Blut in die Wellenburger Linie brachte. Joseph Maria war kaiserlicher Kämmerer und Erbauer der berühmten Votivkirche St. Thekla in Welden. Da die Ehe kinderlos blieb, erlosch die Linie Wellenburg mit ihm im Mannesstamm, und der Besitz fiel an den Babenhauser Stamm zurück.

Wellenburg ging an Anselm Victorian (1729-1793, X34) aus der Babenhauser Linie und Biberbach ging an dessen Bruder Christoph Moritz (1733-1777, Z34). Nach Christoph Moritz‘ Tod 1777 ging auch Biberbach an Anselm Victorian, so dass dieser nun alle diese Herrschaften in einer Hand hatte.

Wellenburg entwickelte sich in der Folgezeit zu einem zentralen Stützpunkt dieser Linie. Bis heute befindet sich das Schloss Wellenburg (in Augsburg-Bergheim) im privaten Eigentum der fürstlichen Familie Fugger-Babenhausen und dient als Sitz der fürstlichen Zentralverwaltung.

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