G 1 Pfirt 1540-1567 und G 2 Taufkirchen 1554-1658
G 1 Pfirt 1540-1567
Von 1540-1567 besaßen die Fugger die Stadt Pfirt im Elsass (heute Ferrette, Frankreich, Département Haut-Rhin im südlichen Elsass, Region Sundgau), deren monumentale Burg im 16. Jahrhundert ebenfalls als Pfandbesitz an die Familie Fugger ging.
Die Grafschaft Pfirt im Oberelsass gehörte seit dem Jahr 1324 durch Heirat fest zum Herrschaftsgebiet der Habsburger (Vorderösterreich). Wegen chronischen Geldmangels verpfändete die Krone die Herrschaft im Jahr 1546 an die Fugger. Anton Fugger (1493-1560, AC16) kaufte die Pfandschaft unmittelbar für seinen Neffen Johann Jakob Fugger (1516–1575, AD19). Dieser erhielt die Pfandschaft und führte unter anderem den Titel Herr zu Pfirt im Elsass.
Die Fugger gaben sich nicht mit der bloßen Verwaltung zufrieden. Unter Johann von Fugger wurde die mächtige Burg Hohenpfirt massiv ausgebaut. Sie ließen eine neue Wehrmauer errichten, welche die obere und untere Burg miteinander verband, und bauten den Komplex zu einer modernen, feuerwaffentauglichen Garnison aus.
Schon im Jahr 1567 endete aber die fuggersche Pfandherrschaft.
Im Dreißigjährigen Krieg wurde die stolze Festung von schwedischen Truppen belagert und die Oberburg niedergebrannt. Die verbliebene Unterburg überstand die folgenden Jahrzehnte, wurde jedoch während der Französischen Revolution im Jahr 1789 endgültig zerstört.
Nach den Fuggern und wechselnden französischen Herren (darunter Kardinal Mazarin) ging das Erbe der Grafschaft im 18. Jahrhundert an das Haus Grimaldi über. Bis heute führt Fürst Albert II. von Monacooffiziell den historischen Titel des Grafen von Ferrette.
G 2 Taufkirchen / Altenerding 1554-1658
Im Jahr 1554 erwarb der Augsburger Kaufmann und Humanist Johann Jakob Fugger (1516–1575, AD19) das dortige Wasserschloss samt Hofmark für 41.000 Gulden von Ladislaus von Fraunberg. Er fügte Taufkirchen trotz der großen Entfernung der Herrschaft Pfirt im Elsass zu. 1567 endete die dortige Pfandschaft jedoch schon. Die Familie Fugger hielt und prägte den Besitz über rund 120 Jahre hinweg. Johann Jakob Fugger ließ das bis dahin vernachlässigte Wasserschloss Taufkirchen wieder herrichten, mit einem wehrhaften Zwinger umgeben und zu einem repräsentativen Hofmarkssitz ausbauen.
Nach dem Tod von Hans Jakob Fugger blieb das Wasserschloss Taufkirchen zunächst über mehrere Generationen im Besitz seiner Nachkommen aus der Familie Fugger, bevor es an die Freiherren von Puech überging.
Nach dem Tod Hans Jakobs im Jahr 1575 ging das Erbe an seine Söhne über. Wegen der enormen Schuldenlast des Vaters war die Verwaltung in dieser Zeit stark von finanziellen Umschichtungen geprägt. Die Brüder bauten das Schloss weiter aus und vollendeten die herrschaftliche Schlosskapelle, deren Altar noch heute das Allianzwappen der Fugger trägt.
Von 1575-1601 herrschte Severin (1551-1601, AD22), dem auch Schwabmünchen gehörte. Nach dessen Tod fiel die Herrschaft an den nächsten Bruder Joachim (1563-1607, AH22), der aber schon 1607 verstarb. So kam Taufkirchen mit Altenerding an Konstantin I (1569-1627, AF22), auch Herr von Zinneberg und Sulmentingen. In seine Regierungszeit fällt der Beginn des verheerenden Dreißigjährigen Krieges (ab 1618), der den gesamten Besitz wirtschaftlich schwer belasten sollte.
1627 folgte Konstantins Sohn Franz Benno I (1603-1652, AF25) als Herr von Taufkirchen.
In diese Epoche fallen einschneidende Ereignisse wie die schweren Plünderungen während des Dreißigjährigen Krieges durch schwedische und französische Truppen, aber auch bleibende Bauten: So wurde unter Franz Benno im Jahr 1642 das örtliche Bräuhaus errichtet. Der Altar der wertvollen Schlosskapelle trägt bis heute das Wappen der Fugger.
Im Dreißigjährigen Krieg (September 1648) brannten schwedische Truppen Erding nieder. Dabei wurde das Fugger’sche Schloss in Altenerding vollständig zerstört und danach nie wieder aufgebaut.
1652 übernahm Franz Benno II (1636-1670, AF28) als Letzter die Ortsherrschaft. Aufgrund der hohen finanziellen Belastungen durch die Kriegswirren mussten die Fugger das Schloss schließlich aufgeben. Zunächst kam das Schloss unter Zwangsverwaltung, wurde 1658 zwangsversteigert und ging ab 1672 endgültig in den Besitz der Freiherren von Puech über.


