F 5 und F 6, Gundelsheim und Möhren 1703-1823
Gundelsheim 1711-1723
Das „Gundelsheim der Fugger“ (darf nicht mit der größeren Stadt Gundelsheim am Neckar (Baden-Württemberg) oder der Gemeinde Gundelsheim bei Bamberg (Oberfranken) verwechselt werden), ist ein Ortsteil der Gemeinde Weilheim im oberbayerischen Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen. Gundelsheim war ein pfalz-neuburgisches Landsassengut. Herrschaftlich war es historisch eng mit der nahegelegenen Herrschaft Möhren verknüpft.
Möhren 1703-1832
Die Herrschaft Möhren war eine historische Verwaltungseinheit rund um das heutige Pfarrdorf Möhren (einem Ortsteil von Treuchtlingen im mittelfränkischen Altmühltal), die ab dem frühen 18. Jahrhundert ebenfalls unter die Herrschaft der Grafen Fugger fiel. Nachdem zuvor verschiedene Adelsgeschlechter (wie die Marschälle von Pappenheim und die Familie Fuchs von Bimbach) den Ort beherrscht hatten, kam die Herrschaft über Umwege in den Besitz der weltberühmten Augsburger Linie.
Als das Geschlecht derer von Bimbach im Mannesstamm erlosch, fiel das Gut zunächst an die herzogliche Hofkammer von Pfalz-Neuburg zurück. Durch eine Schenkung gelangte es 1703 schließlich an Clara Dorothea von Fugger, geb. von Welsperg (1647-1711), die Witwe des Obersten Hofmeisters Johann Otto Graf von Fugger (1631-1687 K28).
Am 18.07.1689 heiratete Marquard Eustach Graf Fugger-Nordendorf (1661-1732, I31) deren Tochter Anna Felicitas (1668-1725), wurde also Clara Dorotheas Schwiegersohn und somit Inhaber von Möhren.
Im Jahr 1711 erwarb Marquard Eustachauch das dazugehörige Gut Gundelsheim. Er begann noch im gleichen Jahr, auf den mittelalterlichen Burgresten mit dem Bau des heutigen barocken Schloss Möhren. Es diente der Familie fortan als repräsentativer Jagdsitz.
Die Familie hielt Gundelsheim jedoch nur für rund zwei Jahrzehnte und veräußerte es bereits 1723/24 wieder.
Mit dem Tod Marquards 1732 ging Möhren mit dem 1723 erworbenen Niederalfingen an seinen Sohn Karl Johann (1709-1784, I34), womit sich die neu entstandene junge Nordendorfer Linie endgültig etablierte.
Karl Johanns Sohn Karl Anton (1776-1848, I37) übernahm 1784 unter Vormundschaft die Herrschaft über Möhren und führte die junge Nordendorfer Linie über die Zeit des Umbruchs 1803-1806.
1832 fielen die Herrschaft und das Schloss 1832 endgültig an die bayerische Krone. Später gelangte es nochmals kurzzeitig zurück an eine Linie der Pappenheimer.


