Denkmalschutz,  Handel,  Wohnhäuser

Memminger Str. 9

Lageplan

Eigentümer vor 1475 sind archivalisch nicht feststellbar. 1475 beginnt der Nachweis mit Hans Schittly, 1492 gefolgt von Jos Scheitler und Veyt Klainhaintz. 1496 stehen Veit Kleinhaintz, Eraßmus Klainhaintz, Ursula Kleinhaintz, Enderlin Schlegel und Hans Schlegel im Steuerbuch. Von 1496-1499 finden wir hier Enderlin und Hans Schlegel, vor 1496 Enderlin Knapp auf MM07 und von 1499-1502 Enderlin und Hans Schlegel auf MM09. Es wäre denkbar, dass es sich hier trotz der anderen Familiennamen um dieselben Personen handelt, da öfters Haus- oder Spitznamen verwendet werden. Dann hätten die Häuser MM07 und MM09 dieselben Eigentümer gehabt. 1499 werden Veit Kleinhaintz und Hans Scheytlin Wagn(er) genannt. Scheytlin ist 1502 Alleineigentümer. 1511 wird er zwar Scheurle und 1517 Schemli geschrieben, Es dürfte sich aber um dieselbe Person handeln.

Für die Jahre 1518-1548 liegen keine Aufzeichnungen vor. Zwischen 1518 und 1547 hat Mathias Walpach (alt) sein Haus Illerberger Str. 3 an seinen Sohn übergeben und wechselt hierher. So finden wir ihn 1548 in der Memminger Straße. Im Jahr 1551 ist die Reihenfolge der Eigentümer bei den Gebäuden Memminger Str. 7, 9 und 11 gegenüber den anderen Jahren unregelmäßig, so dass eine eindeutige Zuordnung nicht möglich ist. 1551 ordnen wir Thoma Walbach, Schreiner, Mathes Walpach und Lionhart Klaybers Witwe (war vorher in MM07) der Memminger Str. 9 zu. 1553 ist Thoma Walbach alleine Eigentümer und 1581 Thoma Walbachs Witwe.

1594 besitzt Georg Deininger das Haus; dieser hat 4 Kinder, die nicht Bürger sind, 1595 ist nur noch von 3 Kindern die Rede. 1601 fehlt der Vermerk über die Kinder. 1607 wird er als Georg Deininger alt bezeichnet und im Gebäudebeschrieb von 1614 wird das Anwesen als Behausung Hoff Stadel und Gartt; Wert 800 fl beschrieben. Nachdem im Liegenschaftsbeschrieb nun ein Stadel genannt wird, muss ein solcher zwischen 1550 und 1614 gebaut worden sein. 1617 besitzt Georg Deiningers Witwe das Haus; der Sohn Georg Deininger erwirbt 1620 das Nachbarhaus MM07 und baut dort ein neues Haus.

1620 wohnt hier der Maler Georg Geissenhofer, der aber sonst nirgends erwähnt wird. 1636 finden wir Jakob Thoman, der um 1640 auf Wettbach 5 wechselt. Zu dieser Zeit wird Hans Schmidt, Hufschmied (Memminger Str. 2) Eigentümer, und 1651 wird geschrieben, Martin Glaz, Sohn des Adam Glatz (MM02, Stiefsohn des Hans Schmidt) erhält das Haus von seinem Vater; Behausung, Stadel und Garten; Wert 392 fl. Martin Glatz wechselt 1674 auf das Haus Memminger Str. 41.

1674 kauft Christoph Haberes für 590 fl das Haus. Nach 1690 besitzt Jörg Weikmann, Bäcker, das Haus; Wert 500 fl, aber es ist keine Bäckergerechtigkeit genannt! Am 16.01.1715 wird ein weiterer Stadel genannt, der Wert erhöht sich auf 525 fl. Nach 1760 geht das Haus an Franz Weikmann, Bäcker, Behausung, Hofraiten, Stadel und Garten; Wert 550 fl. Nach 1770 erhält Franz Weitmanns Witwe das Haus; erstmals wird jetzt eine Bäckergerechtigkeit genannt. Franz Weikmanns Witwe stirbt ca. 1773. Das Erbe treten Augustin Weikmann und die unmündigen Töchter an, es wird von verordneten Pflegern verwaltet. Crescentia dürfte 1775 geheiratet haben, Maryan und Ursula werden bis 1778 betreut. Ursula heiratet am 03.06.1780 Anton Huber aus Altdorf (heute Weingarten). Die Bäckerei übernimmt am 23.08.1772 Augustin Weitmann, Bäcker. Er heiratet am 23.10.1772 Maria Rosina Fahrenschon, ledige Tochter des Garnsieders Anton Fahrenschon, Obere Mühlstr. 23. Maria Weitmann, Witwe, macht am 28.05.1796 ihr Testament.

Am 03.03.1806 kauft Josef Raffler, Bäcker, das Haus mit Bäckergerechtigkeit. 1844 ist Frau Raffler Witwe. Der Bäcker Georg Raffler beantragt 1845 im Namen seiner Mutter Theres, den Viehstall aus dem Haus in ein neues Stallgebäude im Hofraum zu verlegen.

Georg Raffler übernimmt am 03.10.1850 Haus und Bäckerei von seiner Mutter.

Neubau 1850

Der Bäckermeister Georg Raffler bricht 1850 sein altes Haus ab und errichtet einen Neubau an gleicher Stelle.

Im Jahr 1875 wird Leonhard Harder, Merzler, neuer Eigentümer des Hauses. Er eneuert 1899 die Umfassungsmauer des Stadels. 1906 steht der Kaufmann Josef Nägele im Eigentümerverzeichnis. Er firmiert 1920 als Kolonialwarenhändler.

1948 ist der Laden von Karl Laupheimer, Lebensmittel, übernommen worden. Laupheimer führt zahlreiche Umbauten durch. 1958 eine Fassadenänderung der Schaufensteranlage, 1969 ein Flüssiggastank, 1984 wird das Hauptgebäude umgebaut.

Neubebauung Zwischenbau

1999 wird der Zwischenbau im OG und DG umgebaut. 2012 wird das Nebengebäude abgebrochen und durch einen modernen Neubau ersetzt.

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