Allgemein

Der städtische Bauhof

Da die Kommune immer schon für öffentliche Gemeinschaftsaufgaben wie z.B. Straßen- und Wegeunterhalt, Gewässerunterhalt und öffentliche Bauten zuständig war, benötigte man auch immer schon ein Gebäude, welches als Werkstatt und Lagerraum für Materialien und Werkzeuge dienen konnte. Dieses Gebäude wurde früher als ‚Zimmerhütte‘ bezeichnet, erst später wurde die heute übliche Benennung als Bauhof verwendet. Gesicherte Angaben über den Standort einer solchen Zimmerhütte liegen erst ab 1729 vor.

Die Zimmerhütte am Rothweg

Lageplan

Es ist denkbar, dass die “Stahlschützenhütte” in der Reichenbacher Str. 8 auch die Funktion der Zimmerhütte hatte. 1660 wurde die Stahlschützenhütte verkauft. Vielleicht war der Platz hier nicht ausreichend und man suchte nach einem neuen Ort. Nachdem ab 1729 die städt. Zimmerhütte sicher am Rothweg 12-16 aufgeführt wird, liegt es nahe, eine Verlegung um 1660 dorthin zu vermuten.

1729 sind im Steuerbuch B 96 Hans Spägele Tagwerkher und Hanns Jörg Schuster an Thomas Böck mit der Bezeichnung Behausung, sogenannte Zimmerhütten ringsumb auf der Gemaindt, Wert 100 fl eingetragen. Das bedeutet, dass Spägele und Schuster hier wohnten und 1729 auch Eigentümer waren. Schuster verkaufte seinen Teil 1729 an Thomas Böck. Es ist nicht gesagt, wie lange vorher sie schon als Mieter wohnten und wie lange die Zimmerhütte hier schon stand.

1736 wird das noch immer als Zimmerhütte bezeichnete Gebäude nach Eintrag im Steuerbuch B 97 geteilt. Hans Spägele erhält den Teil Rothweg 16 und Thomas Böck den Teil Rothweg 12 (die Hs.Nr. 14 ist nicht belegt).

1747 stirbt Hans Spägele, das Erbe wird aufgeteilt. Joseph Spägele erhält am 08.11.1757 das Gebäude zugeschrieben. Vermutlich zu diesem Zeitpunkt wird die Zimmerhütte hier aufgegeben und an die Reichenbacher Str. 12 verlegt.

Die Zimmerhütte an der Reichenbacher Str.

Lageplan

Ab ca. 1760 befand sich die Zimmerhütte an der Reichenbacher Str. 12 1777 wurde neben die Zimmerhütte von Joseph Arnold aus Dinkelsbühl eine Glockengiesserhütte errichtet, in der u.a. auch Glocken für die Stadtpfarrkirche gegossen wurden. 1863 wurde die Glockengießerhütte zu einem Wohnhaus umgebaut.

Der Bauhof an der Illerberger Str.

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Zwischen 1855 und 1875 wurde der Bauhof an den heutigen Standort an der Illerberger Str. verlagert. Schon 1854 hatte man die Verpachtung des Zimmerstadels öffentlich ausgeschrieben. An der Illerberger Str. hatte man genug Fläche, um auch den städt. Holzlagerplatz hier zu errichten. 1874 wurde auf dem Gelände eine neue Zimmerhütte in Fachwerkbauweise errichtet, die heute noch steht.

Die ausführliche Beschreibung des Bauhofs an der Illerberger Str. finden Sie hier.

Interimsunterbringung des Bauhofs in der Fuggerstr. 2b

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1927 kaufte die Stadt den ehem. fugg. Marstall in der Fuggerstr. 2b vom landwirtschaftlichen Verband, Schwaben, einer Vorläuferorganisation der BayWa, die das Gebäude 1917 gekauft hatte. Die Nutzung dauerte aber nur kurz, denn schon 1827 verpachtete man die Keller an den Käser Beck und 1931 verkaufte man ihm das ganze Gebäude.

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