Denkmalschutz,  landwirtschaftl. Gebäude,  Wohnhäuser

Hasengasse 1 und Hasengasse 1a

Lageplan

Das Grundstück gehörte anfangs zum Anwesen Hauptstr.16. Es wurde im Laufe der Zeit mehrmals geteilt und anderen Häusern zugeordnet.

Hasengasse 1

Vor 1581 fand keine einzelne Erwähnung statt. 1581 erbaute Max Hürlinger, vorher Seb.-Sailer-Str. 7, hier ein kleines Haus. Nach den geringen Steuerzahlungen zu urteilen muss es sich um ein kleines Gebäude gehandelt haben. Es ist nicht festzustellen, ob der Bauplatz bis dahin frei war, ob für den Neubau ein Nebengebäude abgebrochen wurde oder ob es sich um einen Umbvau handelte.

1594 besitzt Hans Muffa das kleine Haus und 1601ist es Zacharias Waydtman. Er war vorher auf dem Haus Hasengasse 3, also dem Nachbarhaus. Die Beschreibung lautet Behausung, ain Grabgärtlin derbey. 1614 ist die Situation gleich geblieben und 1632 ist Zacharias Waydtmans Witwe die Eigentümerin. Es folgt Claudius Bonitier; Wert 100 fl, und um 1650 Martin Stigele (Hauptstr. 14). Auch noch in den 1650er-Jahren wird das Haus Stoffel Bader jung zugeschrieben: Christoph Bader jung; Wert 80 fl.

1660 wird bei Peter Haberes (Hauptstr.16) nur noch eine Hofstatt erwähnt. Das Gebäude ist demnach abgebrochen worden. Nun ist das Grundstück wieder beim Stammhaus Hauptstr. 16. 1674 wird der Wert der Hofstatt nun auf 60 fl taxiert. Zudem wird am 23.10.1685 die Hofstatt auf Lebenszeit des Peter Haberes von der Steuer befreit. Gründe hierfür werden nicht angegeben.

1673 wird das Grundstück mit einem Stadel wieder bebaut, wie die Bezeichnung auf einem Balken verrät. Das Gebäude gehört 1687 Andreas Haberes (Hauptstr. 16), Wert 60 fl. 1692 wird das Gesamtanwesen bezeichnet als ‚Behausung und Stadel, so auch Hausrecht hat‘. Mit dieser Definition ist der spätere Umbau des Stadels zu Wohnzwecken weiterhin möglich.

1706 ist Ursula Haberes, Witwe des Andreas Haberes die Eigentümerin. Ein Zusatz bei der Liegenschaftsbeschreibung lautet: alles neuerbaut. Das Baujahr des Neubaus lässt sich nicht genau festlegen, es liegt wohl zwischen der Bezeichnung 1673 am Hauptgebäude und der Anmerkung im Steuerbuch 1706, letztere bezieht sich vielleicht auch nur auf den Stadel. Das Stallgebäude gehörte ab jetzt immer zum Anwesen HS16 und wird nicht mehr getrennt aufgeführt.

1895 wird der alte Stadel auf Hasengasse 1a abgebrochen. Erwerb zu Hauptstr. 16 und Anbau eines neuen Stadels an den Stadel Hasengasse 1, Ausführung als Widerkehr, von nun an zu Hauptstr. 16 gehörig.

Beim Erwerb des Anwesens durch Josef Feistle und der Sanierung des Hauptgebäudes wurde der Stadel abgetrennt und separat verkauft. Die Sanierung beider Gebäudeteile erfolgte gemeinsam. Der ehemalige Stadelanbau HA01a wurde abgebrochen und durch ein ummauertes Höflein ersetzt. Hierzu erfolgte eine Baugenehmigung 1998.

Hasengasse 1a

Ehemaliges Stadelgebäude zwischen Hasengasse 1 und Hasengasse 3; ursprüngl. zu Mariengasse 3 gehörig, ab 1651 unbebaut und häufige Eigentümerwechsel, Neubebauung mit einem Stadel um 1800, dieser ca. 1895 abgebrochen und durch einen Stadelanbau an Hasengasse 1 ersetzt; 1998 im Zuge der Sanierung Hasengasse 1 ersatzlos abgebrochen und durch ummauertes Höflein geschlossen.

Das erste Baujahr der Stadelbebauung ist archivalisch nicht nachweisbar. Der erste Eigentümer wird 1614, als alle Gebäude der Stadt neu taxiert wurden, mit Antoni Roth (Mariengasse 3), Behausung sambt ain Stadel darhinder, Wert 800 fl angegeben, wobei sich der Wert auf die gesamte Immobilie, nicht nur auf den Stadel, bezieht. Der Stadel gehörte wohl auch schon vorher zu diesem Anwesen, ehemals ‚Pfründhaus Unser lieben Frau‘.

1636 wird Jacob Gallbronner, Wagner, (Mariengasse 3), genannt; Wert 300 fl. 1651 wird der Wert nur noch auf 225 fl taxiert, wohl wegen des 30-jährigen Krieges. Der Stadel auf Hasengasse 1a wird gestrichen, vermutl. abgebrochen, und das Grundstück zu einer Hofstatt aufgewertet.

Noch in der Laufzeit des Steuerbuchs B 89 (1651-1660) wird die Hofstatt Hasengasse 1a zuerst an Christoph Bader jun. (Hauptstr. 14) und danach an den Maler Jerg Sälzlin (An der Mauer 13) weiterverkauft. Melchior Luzenberger, Wagner, wird 1674 neuer Eigentümer des Anwesens Mariengasse 3, Wert 350 fl. Die Stadelhofstatt Hasengasse 1a gehört wieder zu dem Anwesen, Wert 25 fl; die Hofstatt An der Mauer 11 wurde wieder abgetrennt und gehört nun Hans Reyer. 1682 wird Melchior Luzenberger, Wagner, mit einem Wert von 25 fl für die Stadelhofstatt Hasengasse 1a genannt.

Michael Thalhofer, übernimmt am 03.06.1705 das Anwesen Mariengasse 3mit einem Wert von 25 fl für die Stadelhofstatt Hasengasse 1a. Die Stadelhofstatt Hasengasse 1a wird um 1716 an den Maler Johann Jacob Kuen (An der Mauer 13) verkauft, der auch die Haushälfte Hasengasse 3 erwirbt. Johann Jacob Kuen verkauft am 08.05.1731 die Haushälfte Hasengasse 3 für 370 fl an den Bildhauer Sebastian Luidl, der zugleich die Jungfrau Theresia Bader, Tochter des Mesners Lorenz Bader (Kaiser-Karl-Str. 1) heiratet. Im Preis enthalten ist auch die von Michael Thalhofer (Mariengasse 3) um 1716 erkaufte Stadelhofstatt Hasengasse 1a zwischen Hasengasse 3 und Hasengasse 1.

Der Stadtrat beschließt am 30.04.1735, dass für den Grenzzaun zum Grundstück An der Mauer 13 dessen Eigentümer für den Unterhalt zuständig sei, bei Erbauung eines neuen Stadels auf dem hiesigen Grundstück aber der Zaun aufgegeben werden soll. NB: nachmer endem 30ten Aprl 1735 ein untergang von denen Geschwohrenen beschehen, so hat sich beschehen daß diese Stadelhofstatt desfahler auff gegen Hanns Jörg Schmid, so die Hofstatt von H. Jacob Kuen erkaufft, gebühren und Vermahlen besagter Schmid den Zaun Zw unterhalten schuldig ist, bey Erbauung des Stadels aber der Zaun aufgehoben seyn soll

1736 verkauft Sebastian Luidl die Haushälfte und die Stadelhofstatt weiter an Maria Zemusin und Maria Faulhaber (wohl Tochter des Färbers Anton Faulhaber, MG01), Wert 157 fl. Nach 1740 erwirbt Barthle Schmid, Schneider, die Haushälfte zu einem nicht genannten Zeitpunkt von Zemusin/Faulhaber und verkauft die Hälfte später weiter an Johann Merkle, Zeitpunkt wiederum nicht genannt. Am 10.04.1761 erwirbt Johann Merckle, Schreiner (An der Mauer 11), auch die Haushälfte von Josef Bolling; Wert 325 fl. Somit gehört ihm nun das gesamte Haus. Im Kaufvertrag vom 10.04.1761 ist die Stadelhofstatt separat aufgeführt und festgelegt, dass es sich hier auch um ein Hausrecht handelt. Von jetzt an wird das Haus als Ganzes unter An der Mauer 11 bis zur erneuten Teilung 1844 geführt. Das Stadelgrundstück wird nicht mehr separat erwähnt. Der Zeitpunkt der Bebauung dieses Grundstücks ist nicht feststellbar, im Urkataster 1824 ist eine Bebauung mit einem Nebengebäude dargestellt.

Um 1895 wird der alte Stadel abgebrochen und ein neuer Stadel an Hasengasse 1 angebaut. Die Ausführung erfolgte als Widerkehr, von nun an zu Hauptstr. 16 gehörig.

Im Zuge der Sanierung und Aufteilung Hauptstr. 16 im Jahr 1998 Ersatz durch ein ummauertes Höflein, ab jetzt zu Hasengasse 1 gehörig.

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