Historie

B 2 Linie Boos 1551-2015

Boos 1551-2015

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Die Linie Boos mit Pleß und Heimertingen spaltete sich 1620 von der Babenhauser Linie ab. Bis zur Volljährigkeit aller Erben 1620 wurde die Herrschaft zunächst gemeinschaftlich verwaltet. Nach der Aufteilung des Erbes und eines Gütertauschs zwischen Hans (Johann) d.Ä. (1583-1633, V22) und Maximilian (1587-1629, AC22) bekam Maximilian dann endgültig Babenhausen und Johann Boos zugeteilt.

Johann der Ältere (1583-1633, V22) übernahm als alleiniger Regent die Herrschaft Boos sowie die zugehörigen Besitztümer in Heimertingen und Pleß. Johann hatte bereits am 20.02.1605 Maria Gräfin von Hohenzollern-Sigmaringen (*1586; †1654) geheiratet. Aus dieser Ehe erwuchsen zwei Söhne, die die Linien weiterführten.

Nachdem Maximilian bereits 1629 ohne männliche Nachkommen starb, fiel die Herrschaft Babenhausen wieder an den Bruder Johann d.Ä. zurück. Nach dessen Tod 1633 musste das angewachsene Gesamtvermögen erneut aufgeteilt werden.

Nun erhielt Johanns erster Sohn Johann Franz (1613-1668, V25) Babenhausen und Johann d.J. (1618-1663, X25) als zweiter Sohn bekam Boos, Welden, Heimertingen, Pleß und Leeder. Allerdings war er damals erst 15 Jahre alt, so dass zunächst ein Vormund eingesetzt wurde. 1645 heiratete er, wie sein Vater, auch eine Frau aus dem Hause Hohenzollern-Sigmaringen: Maria Eleonora (1625-1648). Die Ehe blieb leider kinderlos.

Da Johann der Jüngere im Januar 1663 ohne eigene Stammhalter verstarb, trat auch hier der klassische Hausvertrag der Fugger in Kraft. Seine Besitztümer fielen zurück an die Linie seines Bruders Johann Franz.

In der nachfolgenden Generation übernahm schließlich sein Neffe Johann Rudolf Graf Fugger (1658–1693, W28) die alleinige Herrschaft über das Booser Erbe, während dessen Bruder Sigmund Joseph in Babenhausen regierte.

Nach dem frühen Tod von Johann Rudolf Graf Fugger im Jahr 1693 (und dem kinderlosen Tod seines regierenden Bruders Sigmund Joseph im Jahr 1696) wurde das Erbe unter Johann Rudolfs zwei überlebenden Söhnen aufgeteilt.

Jetzt stand die Familie erneut vor einer Vormundschaftsfrage: Rupert Joseph (1683-1724, W 31) war zu diesem Zeitpunkt erst 10 Jahre alt und Johann Jakob Graf Fugger (1691–1759, X31) erst. Da auch der leiblicher Vater Johann Rudolf bereits 1693 verstorben war, erbten die beiden Geschwister ein riesiges, aber verwaistes Herrschaftsgebiet (darunter Boos, Heimertingen und Pleß).

Da kein erwachsener männlicher Stammhalter der direkten Babenhausen-Boos-Linie mehr lebte, griffen die vertraglichen Schutzmechanismen des Hauses Fugger. Die praktische Vormundschaft und Erziehung im Alltag übernahmen die Witwen vor Ort. Allen voran Johann Jakobs Mutter, Johanna Katharina Gräfin zu Waldburg-Zeil (1658–1732), unterstützt von der kinderlosen Witwe Sigmund Josephs, Maria Theresia. Da Frauen im damaligen Reichsrecht keine offizielle politische Landesherrschaft ausüben durften, bestellte der Kaiser erfahrene Verwandte aus den anderen Linien des Hauses Fugger zu offiziellen Kuratoren und Administratoren. Diese führten die Regierungsgeschäfte im Namen des jungen Johann Jakob, vertraten die Herrschaft gegenüber dem Schwäbischen Reichskreis und sicherten die gräflichen Rechte.

Die Vormundschaft endete erst mit dem Erreichen der rechtlichen Mündigkeit der beiden Brüder. Zwischen 1704 und 1712 übernahmen die beiden schrittweise die eigenständige Herrschaft über ihre Gebiete. 1708 heiratete Rupert Maria Anna Franziska Theresia Gräfin Fugger aus dem Hause Glött und 1716 festigte Johann Jakob seine Position endgültig durch die Heirat mit Maria Euphemia Gräfin von Toerring-Stein.

Auch als Rupert Joseph 1724 starb, war sein Erbfolger, der Sohn Franz Karl, gerade erst 12 Jahre alt. Wieder musste eine Vormundschaft bestellt werden.

Pleß 1546-1719

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1719 wurde die Herrschaft Pleß an die Reichskartause Buxheim verkauft, mit Ausnahme des Rechts über die Hochgerichtsbarkeit, die bei den Fuggern verblieb. Auch Niederalfingen (C4) wurde 1724 verkauft,

Das historische Fuggersche Amtshaus in Pleß, das den Fuggern als lokaler Verwaltungssitz und Jagdstützpunkt diente (und später von den Buxheimer Kartäusern übernommen wurde), prägt bis heute den historischen Kern des Ortes.

1733 übernahm Franz Karl Graf Fugger (1712–1758, W34) die Regentschaft und heiratete 1737 Maria Josepha Gräfin Reich von Reichenstein. Die Ehe blieb leider auch kinderlos. Damit war dieser herrschende Babenhauser Zweig im Mannesstamm erloschen.

Johann Jakob (1691-1759, X31), der jüngere Sohn von Johann Rudolf, hatte 1693 Boos mit Pleß und Heimertingen bekommen. Als sein Neffe Franz Karl 1758 kinderlos starb, erhielt er die Herrschaft Babenhausen hinzu. Für ein einziges Jahr – bis zu seinem eigenen Tod 1759 – waren Babenhausen und Boos wieder in einer Hand vereint.

Nach dem Tod von Johann Jakob Fugger zu Boos kam es um die Mitte des 18. Jahrhunderts zu heftigen innerfamiliären Konflikten: Gräfin Maria Walburga Josepha Fugger zu Boos stritt erbittert mit der Babenhauser Hauptlinie (Graf Christoph Moritz Fugger zu Babenhausen) um die rechtmäßige Zugehörigkeit und die Einkünfte der Herrschaft Heimertingen.

1759 musste nach dem Tod von Johann Jakob die Herrschaft schon wieder neu aufgeteilt werden.

Der älteste Sohn Anselm Victorian (1729-1793, X34) erhielt Babenhausen und der jüngere Sohn Christoph Moritz (1733-1777, Z34) bekam Boos. Als 1764 Joseph Maria (1714-1764, AA34) aus der Linie Wellenburg kinderlos starb, bekam Christoph Moritz die Herrschaft Biberbach hinzu.

Nun wollte es das Schicksal, dass Christoph Moritz bereits 1777 mit 44 Jahren starb. Da er auch keine erbfähigen Nachkommen hatte, ging nun sein ganzer Besitz an seinen Bruder Anselm Victorian (1729-1793, X34) über.

Hierdurch endete die Linie Boos endgültig und ging in der Babenhauser Linie auf.

Heimertingen 1589-1806

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Heimertingen kam 1589 zur Babehauser Linie und wurde von den jeweiligen Inhabern von Boos mitverwaltet.

Bereits 1806 verlor das neue Fürstentum aber im Zuge der Mediatisierung (Rheinbundakte) unter Napoleon seine Unabhängigkeit und wurde dem Königreich Bayern einverleibt. Die Fugger blieben jedoch als „Standesherren“ bedeutende Grundbesitzer und weiterhin Eigentümer der Immobilien. Infolge dieser Umbrüche trennte man sich 1806 von Heimertingen.

Das Schloss Boos

Das barocke Schloss Boos steht noch heute mitten im Ort. Es wurde ab 1551 erbaut und im 18. Jahrhundert von den Fuggern zu Boos erweitert. Auffällig ist das repräsentative Eingangsportal. Das Schloss befand sich bis 2015 im Eigentum der Fugger und wurde dann an die Gemeinde verkauft. Diese fand 2020 einen Investor, der das Gebäude zurzeit aufwändig saniert und neben 28 Wohnungen zu einem hochmodernen Forschungslabor für künstliche Intelligenz und Drohnentechnologie entwickelt.

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