Stadtentwicklung,  Stadtplanung,  Straßen und Plätze

Die Kapuzinerstraße

Lageplan

Benennung

Die Straße wurde benannt nach dem ehem. Kapuzinerkloster (1667-1806), das sich früher hier befand und 1812 abgebrochen wurde.

Lage und Größe

Die Straße verbindet die Hollstr. mit der Röslestr. und verläuft durch das Gelände des ehem. Klosters. Sie hat eine Länge von 120 m.

Ausbau

Die Straße wurde als Weg nach 1812 angelegt, als der Kapuzinergarten parzelliert und in Gartengrundstücke aufgeteilt wurde.

Eine erste Regulierung (Ausbau) des Fahrwegs im Kapuzinergarten erfolgte 1915.

Ein zeitgemäßer Ausbau der Straße erfolgte erst 2008.

Historie

Der Kapuzinerorden erbaute ab 1667 in Weißenhorn ein Kloster. Das Kloster wurde in der Säkularisation 1806 aufgelöst und 1812 abgebrochen. Vor dem Klosterbau waren hier Gartengrundstücke und eine städt. Kiesgrube. Nach dem Abbruch des Klosters wurde das Gelände parzelliert und als Gärten genutzt. Die ehem. Klostermauer mit einer Hähe von 6′ (ca. 1,75 m) wurde belassen.

1927 stellten die Kapuzinergartenbesitzer unter der Federführung von Schreinermeister Georg Betz den Antrag auf finanzielle Unterstützung der Instandsetzung der östl. Kapuzinermauer an der Röslestr. Die Stadt lehnte eine Beteiligung ab, da sie herzu keine Baupflicht habe. Die Instandsetzung unterblieb folglich.

Eine erste Bebauung an der Straße fand 1933 statt, als die Molkereigenossenschaft Weißenhorn einen zum Wohnhaus umgebauten Stadel erwarb, den sie zu einer Molkerei ausbaute. Diese gewerbliche Nutzung prägte das Gebiet bis 2006.

1963 wurde ein Bauantrag zum Neubau eines Wohnhauses auf Kapuzinergasse 3 gestellt. Hierdurch kam die Forderung nach einer geordneten Planung durch einen Bebauungsplan auf. Da die übrigen Grundstücksbesitzer damals kein Interesse an einer Bebauung ihrer Grundstücke hatte, unterblieb eine Planung und das Haus wurde trotzdem genehmigt.

1977 kam wieder der Gedanke an die Aufstellung eines B-Planes auf. Stadtbaumeister Lieb und Kreisheimatpfleger Konrad wandten sich vehement gegen eine weitere Bebauung des Kapuzinergartens. Die Diskussion hierüber wurde heftig geführt. Weil aber immer noch kein Interesse an einer baulichen Nutzung bestand, verlief die weitere Planung im Sande.

Nachdem die Deutsche Parmalat ein Grundstück im Industriegebiet Eschach erworben hatte und ab 1992 ihren Betrieb dorthin verlagerte, erließ die Stadt 1999 vorsichtshalber eine Veränderungssperre für das gesamte Gebiet, um hier Einfluss auf die städtebauliche Entwicklung nehmen zu können und fasste den Beschluss zur Aufstellung eines Bebauungsplanes.

Nach Bekanntwerden des Parmalat-Skandals im Jahr 2003 zeichnete sich ab, dass das alte Betriebsgelände aufgegeben werde und vermarktet würde. Als 2006 die Molkerei endgültig aufgegeben wurde und das Grundstück in den Nachwehen des Parmalat-Konkurses verkauft und vermarktet werden sollte, entstand nun doch die Notwendigkeit einer Überplanung. Insgesamt wurde aber von einigen Bürgern die Planung infrage gestellt. Man brauche hier keine Gebäude und solle hier eine innerörtliche Grünfläche vorsehen. Daher wurden die Mehrfamilienhäuser südlich der Kapuzinerstraße aufgrund alten Baurechts genehmigt und der Bebauungsplan nicht weiter verfolgt.

2008 wurde Straße ausgebaut und hierbei im Osten verengt.

Kapuzinerstr. 1

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Eine erste Bebauung fand 1921 mit einem vierteiligen Nebengebäude statt. Ein Bauantrag für den Neubau eines Wohnhauses von 1939 wurde nicht verwirklicht.

1961 wurde das Nebengebäude von 1921 abgebrochen und durch den Neubau von 3 Garagen ersetzt.

Kapuzinerstr. 2+4

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Mit dem Umbau des Stadels zu einem Wohnhaus 1929 beginnt die eigene Geschichte dieses Gebäudes. Der Umbau wurde aber nur kurz zu Wohnzwecken genutzt, denn schon 1933 erwarb die Molkereigenossenschaft Weißenhorn das Gebäude und baute es zu einer Molkerei aus.

Diese Molkerei prägte bis 2006 den Charakter des gesamtes Gebiets. Der Molkerei ist ein eigener Artikel gewidmet. 2006 wurde die Molkerei abgebrochen und 2007 mit zwei dreigeschossigen Mehrfamilienhäusern bebaut.

Kapuzinerstr. 3

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1963 wurde hier ein zweigeschossiges Einfamilienhaus erbaut, dem 1972 eine Doppelgarage hinzugefügt wurde.

Kapuzinerstr. 5

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Nach der Aufstellung eines Bebauungsplanes für das Gebiet wurde hier 2008 ein zweigeschossiges Einfamilienhaus mit 2 Garagen errichtet.

Kapuzinerstr. 6

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Nach der Neubebauung des Molkereigrundstücks mit zwei Mehrfamilienhäusern 2007 wurde hier 2009 ein ähnlicher Neubau mit 8 Eigentumswohnungen, Tiefgarage und Stellplätzen durch den örtlichen Bauträger ST Wohnbau GmbH errichtet.

Kapuzinerstr. 7 + 9

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Die beiden Grundstücke sind bis dato unbebaut geblieben.

Kapuzinerstr. 14

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Das 1929 erbaute Wohnhaus gehört eigentlich zur Röslestr. Da es aber den Zugang von Norden her hat, erhielt es die Bezeichnung Kapuzinerstr. 14. 1958 wurde das Haus umgebaut und modernisiert, 2017 kam ein Carport hinzu.

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