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Beethovengasse 6

Lageplan

Erstbebauung

Die Erstbebauung dieses Grundstücks fand zwischen 1787 und 1823 statt. Es ist im Einwohnerverzeichnis 1786 noch nicht enthalten, im Urkataster 1823 aber dargestellt. Es dürfte sich um ein eingeschossiges Gebäude gehandelt haben, welches sich im westlichen Teil des Grundstücks befand. Über das Aussehen dieses Hauses liegen keine Unterlagen vor.

Das Haus erhielt die Hausnummer 173 1/2 und wurde 1819 von Frick Maria Anna, Kapitalistin und Josepha Mausberger, Witwe, bewohnt. 1831 ist Seiler Josepha, ledig, hier gemeldet, 1838 wieder Mariana Frick, ledig und 1843 Feist Maria Anna, Spinnerin und Nothelfer Marianna, Spinnerin. Im Akt A 126-W 8 wird Marianna Hausperger genannt, hier dürfte es sich um den Hausnamen des Gebäudes handeln, denn 1845 ist wieder Mariana Frick genannt.

Zweitbebauung

1845 kaufte Menrad Albrecht das Haus seiner ledigen Schwester Maria Anna Frick ab. Er brach das Haus ab und baute ein neues, größeres Gebäude. Demnach dürfte es sich bei dem ersten Bau nur um ein eingeschossiges Gebäude gehandelt haben.

1845 wurde auch ein Bauantrag für eine Wagen- und Holzremise gestellt, der vom Magistrat aber wegen falscher Darstellung zurück gewiesen wurde. Der neue Plan aus dem Jahr 1846 wurde gebaut.

1855 sind Albrecht (Mutter) und Marianna Frick, ledig, als Eigentümer genannt, 1858 Albrecht Menrads Witwe und Marianna Frick, ledig und 1860 die Witwe Albrecht. 1871 vertauscht Walb. Albrecht als Verfügungsberechtigte des Gebäudes Beethovengasse 6 eine fast flächengleiche Fläche zur Verbreiterung der Beethovengasse gegen einen Streifen aus dem südlich angrenzenden Schulgarten.

1875 gehört Walter und Sebastian Albrecht das Gebäude, 1876 stellt Sebastian Albrecht, Spengler, einen Bauabtrag zum Einbau von 3 Zimmern, Abtritt und Kamin. Dieser Antrag wird 1886 erneut gestellt und dann erst durchgeführt.

Wohl 1893 erfolgter die Übernahme des Gebäudes durch August Strobel, zeitgleich erfolgte auch die Übernahme des Kellers in der Röslestr. 2.

1906 steht der Spenglermeister August Strobel als Eigentümer im Verzeichnis. 1908 stellt er einen Acethylen-Apparat auf, 1911 erneuert er den Zaun und 1916 den Giebel in seinem Lagerraum.

1932 wird der Sohn Karl Strobel, Kupferschmied, als Eigentümer genannt, 1948 wird er als Meister bezeichnet. Er erweitert 1948 die Werkstatt und baut sie um. 1974 wird eine Grenzwand erneuert.

Nach der Übernahme der Spenglerei durch den Sohn Karl August Strobel konnte der Betrieb seine alte Qualität nicht mehr erreichen. Die Spenglerei wurde aufgegeben, der Laden durch andere Nutzungen verändert. Nach seinem Tod um 2022 wird das Haus verkauft.

Neubebauung

Nach dem Verkauf wird das Haus Ende 2022 abgebrochen und das Greundstück in verdichteter Form neu bebaut. Aus dem Nachbargrundstück Schulstr. 5 wird eine Teil des an der Hollstr. anliegenden rückwärtigen Gruindstück hinzuerworben und ein weiteres Gebäude hinzugebaut.

Durch diesen Neubau wurde die städtebaulich-gestalterische Situation stark verändert. Der Neubau an der Beethovengasse erhielt ein Mansarddach mit nur 3 Fensterachsen im Giebel, der Neubau an der Hollstr. erhielt 3 Vollgeschosse und ein sehr flach geneigtes Walmdach. Beide Dachformen sind für die Altstadt eher untypisch, ihre Wahl wurde durch das seit 2021 geltende neue Abstandsflächenrecht beeinflusst, welches eine klassische Satteldachbauweise benachteiligt. Hierdurch entstand eine uneinheitliche Dachlandschaft.

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