Hollstr. 7
Lageplan
Erstbebauung 1864
Im Jahr 1864 stellte Xaver Böck (damals noch wohnhaft in Reichenbacher Str. 4) hier einen Bauantrag für den Neubau eines Wohnhauses mit Gartenschenke, was auch in dieser Form genehmigt wird. Eigenartigerweise ist hier nichts von einem Einwand der Kapuzinergartenbesitzer zu lesen. Das Haus wurde vermutlich über einem alten Vorratskeller des ehemaligen Kapuzinerklosters errichtet. Größe des Kellers und Breite des Kellerzugangs stehen in keinem Verhältnis zur Größe und Art des Gebäudes. Beim Abbruch des Klosters 1812 wurde auch dieses Nebengebäude abgebrochen und so stand vermutlich hier auch keine Mauer des Klosters mehr, so dass die Kapuzinergartenbesitzer keinen Ansatzpunkt für einen Widerstand hatten.

Mit Kaufvertrag vom 13.03.1865 erwarben die Ökonomenseheleute Xaver und Barbara Böck die ehem. Obere Badstube Illerberger Str. 9 und verlegten ihr Geschäft dorthin. Das Haus in der Reichenbacher Str. 4 übernahm Zimmermeister Thomas Ott, der damals anfing, eine Art Bauträgergeschäft aufzubauen. Auch das hiesige Haus wurde bald wieder verkauft, 1875 ist bereits Franz Knaur als Eigentümer gelistet. Ihm gehörte auch das Haus Hollstr. 9.
1879 errichtet Franz Knaur im rückwärtigen Teil des Grundstücks einen Stadel.

1882 wird der Glaser Franz Kempf als Bewohner dieses Hauses im Einwohnerverzeichnis geführt, vermutlich als Mieter, denn noch 1889 stelle Franz Knaurs Witwe Kreszenz einen Bauantrag zu einem Anbau an das Haus.
Zwischen 1890 und 1894 verkaufte die Witwe Kreszenz Knauer die beiden Gebäude getrennt, Hollstr. 7 ging an Franz Kempf, Hollstr. 9 ging an Johann Frieß. Der Stadel von 1879 wurde HO09 zugeschlagen. 1906 wird Franz Kempf als Eigentümer geführt.
1927baut der Glasermeister Franz Kempf einen Lagerraum an. Von ca. 1925 bis ca. 1960 befand sich ein Laden in dem Gebäude. Einbau und Aufgabe des Ladengeschäfts sind nicht überliefert. 1948 wird Franz Kempfs Witwe Magdalena als Eigentümerin geführt. Sie führt das Geschäft alleine weiter und wird 1959 als Eigentümerin geführt.


1964 gehört das Haus Theresia Kempf, die auch noch 1997 hier im Adressbuch steht.




Neubebauung 2007
2006 wurde das Haus an einen Bauingenieur verkauft, der das Haus abbrach und das Grundstück in moderner Form neu bebaute. Der alte Keller des Kapuzinerklosters blieb erhalten und wurde integriert.












