Friedhöfe

Der Waldfriedhof

Lageplan

Mit der Erweiterung des alten Friedhofs 1958 war dieser an die Grenze seiner Ausdehnungsmöglichkeit gelangt. Daher machte man sich bereits 1965 Gedanken über einen neuen Friedhofsstandort.

In der Stadtratssitzung vom 25.031966 führte BM Baur aus, dass man bei der Friedhofsneuanlage an einen Waldfriedhof denke und hierüber bereits am 08.11.1965 mit Landschaftsarchitekt Scherer, Freising, einen Termin gehabt hätte. Auch das Gesundheitsamt habe den Platz bereits untersucht und für geeignet befunden. Er schlug vor, den Architekten ein solches Projekt einmal vorstellen zu lassen. Es wurde diskutiert, ob man hiermit nicht erst den neuen Stadtrat nach der Wahl befassen sollte.

Am 04.07.1966 führte man eine Grundsatzdiskussion über die Anlage eines Waldfriedhofs unter Beisein des Arch. Scherer. Der ausgewählte Standort wurde befürwortet und am 11.07.1966 wurde die Standortentscheidung für den Waldfriedhof getroffen.

Den Planungsauftrag erhielt jedoch, aus welchen Gründen auch immer, am 09.02.1967 Arch. Becker, Stuttgart, dessen Friedhof in Nürtingen sich der Stadtrat angeschaut hatte. Als dieser aber ein Honorar von 7,82% der geschätzten Baukosten von 525.000 DM forderte, wollte man am 13.03.1967 den Architekten Ernst Maria Lang zu einem Honorarangebot für den Waldfriedhof auffordern. Ernst Maria Lang, in den 60er-Jahren einer der führenden Architekten in Bayern, arbeitete scheinbar auch nicht für weniger Honorar, so dass am 17.04.1987 der endgültige Auftrag an Arch. Becker erging.

Nach einer Vorbesprechung am 03.10.1967 legte Arch. Becker am10.10.1967 eine erste Ideenskizze vor, der die Stadt zustimmte. Der Bauplan wurde am 12.02.1968 gebilligt und die Ausschreibung freigegeben. Die Planung für die Aussegnungshalle behielt man aber lieber im Hause. Stbm. Hans Lieb legte am 01.03.1968 einen Vorentwurf vor.

Am 02.04.1968 legte man vor Ort die Haupterschließung und die Standorte der Hochbauten fest. Danach wurden am 11.04.1968 die Bauaufträge vergeben.

Der Entwurf der Hochbauten wurde vom Stadtbaumeister am 11.09.1968 dem Stadtrat vorgestellt und vom Stadtrat ob seiner modernen Gestaltung sehr gelobt. Als der Entwurf fünf Monate später mit einer Kostenschätzung ausgearbeitet war, kam das böse Erwachen. Nach dem Schuldenstand der Stadt wären die Hochbauten im Waldfriedhof mit 620.000 DM nicht zu finanzieren. Man diskutierte den Bau eines Provisoriums, der Stadtbaumeister wurde beauftragt, nach einer neuen Lösung zu suchen. Diese stellte Herr Lieb am 19.05.1969 in drei Varianten vor. Diese von Stbm. Lieb vorgestellte Provisoriums Lösung für eine Aussegnungshalle beim Waldfriedhof für 15.000 DM erschien nun einigen Stadträten doch zu einfach. Herr Lieb wurde beauftragt, doch noch eine ansprechendere Lösung für ca. 150.000 – 200.000 DM zu entwerfen. Dennoch entschied man sich am 24.06.1969 für das Provisorium, welches dann doch für 50 Jahre Bestand haben sollte. Zu der provisorischen Aussegnungshalle gestand man am 11.07.1969 nun doch noch einen Abstellraum und ein WC hinzu, was das Vorhaben um 10.000 DM verteuerte. Bei der Submission der Bauarbeiten gab es allerdings zu wenige Angebote, die mit 17.500 und 22.700 DM dem Stadtrat zu hoch waren, so dass die Maurerarbeiten nun vom Bauhof durchgeführt werden sollten.

Für die Aussegnungshalle beschaffte man im Oktober 1969 eine Totenglocke ‚gis‘ für 1265 DM.

Am 21.10.1969 wurde die Friedhofssatzung erlassen.

Am 02.11.1969 wurde der Waldfriedhof kirchlich eingeweiht, am 03.11.1969 wurde Herr Sattlermeister Leo Reil als erster auf dem Friedhof begraben.

1971 wurde zur Unterbringung der Friedhofsgeräte eine Doppelgarage gekauft.

2007 waren die Aufenthaltsgebäude des Friedhofspersonals so stark in die Jahre gekommen, dass ein Neubau unausweichlich war. Nach einer Planung des Stadtbauamtes entstand ein Neubau, der auch eine behindertengerechte Toilette umfasste.

Der zunehmende Wunsch der Gesellschaft nach Feuerbestattungen führte ab der Jahrtausendwende zu einer vollkommen neuen Bedarfsituation. Während in allen Gräberfeldern mittlerweile Grabstätten für Erdbestattungen frei werden, muss der Bedarf an Urnenfeldern gestillt werden. Im Jahr 2007 legte man daher auch auf dem Waldfriedhof ein Urnenfeld an.

Als dieses Urnenfeld belegt war, legte man um 2020 ein weiteres Feld in gleichem Stil an.

Nach rund 55 Jahren hatte die provisorische Aussegnungshalle nun endlich ausgedient. Nach einer Planung des Architekten Dr. Franz Jüttner, Elchingen, entstand 2022 eine moderne Aussegnungshalle, die durch eine verlängerte Westwand einen Raum vor der Halle bildet und das Gerätehaus mit einbindet. Die Holzverkleidung fügt sich harmonisch dem Wald ein. Die Aussegnungshalle wurde am 01.10.2022 eingeweiht.

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