Peter-Arnold-Str. 5
Das Haus trug den Hausnamen ‚Zum Schimmel‘.
Vorgängerbau dieses Hauses war die östliche Hälfte des Doppelhauses Zollstr. 8 (früher Ulmer Str. 8), welche zwischen 1696 und 1700 abgebrochen wurde.
Neubau ~1716
Der Spitalsknecht Anthoni Walser kauft 1696 die Haushälfte A des Anwesens Zollstr. 8 als Hofstatt für 25 fl. Das Gebäude muss sich in einem so schlechten Zustand befunden haben (Spätschäden des Hochwassers 1635?) dass es abgebrochen wurde und als unbebaute Hofstatt weiter verkauft wurde. Um 1700 übernimmt Caspar Walser, Maurer, Sohn des Anton Walser, das Anwesen einschl. der Hofstatt. 1716 übernimmt Matheus Walser, vermutlich Caspar Walsers Bruder, die Hofstatt für den Wert von 20 fl.
Matheus Walser baute auf die Hofstatt das neue Haus Peter-Arnold-Str. 5. Da es sich steuerlich weiterhin um zwei Haushälften handelte, behielt man die Bezeichnung in den Büchern wohl bei, obwohl die Häuser jetzt keinen baulichen Zusammenhang mehr hatten. Wann genau Matheus Walser das Haus baute ist nicht überliefert. 1729 steht im Steuerbuch der Vermerk Matheus Walser, Maurer, Wert 120 fl, anderer halber Teil neuerbaut. Zu diesem Zeitpunkt hat der Neubau also bereits gestanden. Der Neubau muss auch einen Stadel umfasst haben, der im Urkataster 1823 eingetragen ist.
Um 1750 gehört das Haus Simon Erdinger. 1755 bricht Simon Erdinger zwei Fenster zum Nachbarn Caspar Walser aus, verpflichtet sich aber, aus diesen Fenstern keine Fäkalien in den Garten zu schütten. NB den 3t July 1755: hat Simon Ertinger gegen Caspar Walser 2 lichter ausgebrochen, doch sich darbey aufrichtig gemacht weder S.V. urin, noch waß anders dardurch in dachte gärtel herab zu Schüttn, und Ihm andurch schaden zu thun. Die Stellung der Häuser zueinander muss demnach so gewesen sein, dass diese Fenster zum Nachbarn lagen und so für Störungen sorgen könnten; vielleicht wurde der Neubau größer und übers Eck gebaut.
Um 1760 steht Matheus Schuster im Steuerbuch, und ab 06.02.1784 gehörte das Haus dem Taglöhner Joseph Mayer. Dieser verkauft am 09.02.1811 an den Fuhrmann Johann Schmid, der am 03.12.1844 an den Gutsbesitzer Franz Josef Müller von Beuren verkauft.
Müller beabsichtigt, von diesem Gebäude den halben Stadel abzutrennen und in einer Entfernung von ca. 50′ (14,60 m) in seinen Garten zu versetzen und um 10′ (2,92 m) zu erweitern. Die Transferierung des Gebäudes soll auf Walzen erfolgen. Die Versetzung des Gebäudes mittels Walzen erscheint für diese Zeit ungewöhnlich und für einen Stadel aufwändig. Der Magistrat stimmt dem Bau zu, legt aber vorläufigen Protest ein, falls in diesen Stadel zusätzliche Fenster eingebaut werden, die eine Nutzung als Wohnung in der Zukunft ermöglichen sollten. 1845 verkauft Franz Josef Miller das Wohnhaus Peter-Arnold-Str. 5 mit einer Parzelle des Gartens an Franz Josef Schneider, mit Vorbehalt der Städel. Die Hälfte des Stadels hat er wie im Bauantrag A 123-M 12 genannt, nach Norden versetzt und diesen mit einer Parzelle an Felix Wolf (Peter-Arnold-Str. 7) verkauft. Die andere Hälfte des Stadels möchte er nun weiter nach Norden transferieren und mit einem Wohnhaus unter einem Dach verbinden. (Peter-Arnold-Str. 9)
Am 07.03.1846 wird das Haus an Franz Josef Schneider und Ehefrau Agathe (verwitwete Heß) verkauft. Am 14.10.1853 ist Agathe Schneider wieder Witwe und besitzt das Haus fortan alleine. 1857 baut Agatha Schneider einen Viehstall und ein Pfründstübchen westlich an ihr Wohnhaus an. Außerdem möchte sie das Wohnhaus reparieren. Der Nachbar Thomas Schlienz ist mit der Grenzbebauung einverstanden.

Am 03.02.1860 wird Bernhard Höß, Sohn der Agathe Schneider aus 1. Ehe, Eigentümer. Vermutlich wurde nach dem Tod der Agatha Schneider, die im Pfründeanbau lebte, das Stübchen eigentumsmäßig getrennt. So wäre zu erklären, dass sich der Name Rothenbacher bis mind. 1922 durchzieht. Das Stübchen wird unter der gleichen Hausnummer wie das Haupthaus geführt. Es konnte nicht geklärt werden, ob das Stübchen von Rothenbacher oder von den anderen Eigentümern bewohnt wurde.
Bewohner des Stübchens
Der Name Rothenbacher findet sich das erste mal im Jahr 1875. Am 22.03.1895 erhält Anton Rothenbacher von der Spitalstiftung eine Hypothek von 100 M. Die Tatsache der Hypothek beweist, dass Rothenbacher Eigentümer gewesen sein muss. 1906 steht der Schäfer Rothenbacher noch im Adressbuch als Eigentümer, 1922 ist es Maria Rothenbacher, Witwe oder Tochter. 1931 wird das Stübchen zusammen mit dem Hauptgebäude abgebrochen.
Hauptgebäude
Am 09.12.1889 heiratet Agathe Schneider (Heß) ein drittes mal, den Mathias Dirr. Aber schon am 27.03.1893 übernimmt (durch Heirat der Tochter Marianne?) der Ökonom Moritz Göppel das Eigentum. Ein Jahr später, am 15.03.1894, ist Moritz Göppel gestorben und seine Witwe Marianne Göppel übernimmt das Haus. Als nächster wird Anton Meichelböck, Metzger, am 16.03.1897 Eigentümer. Am 27.03.1901 erwerben die Rottmeisterseheleute Anna und Melchior Probst das Gebäude. Um 1932 wird Johann Seif neuer Eigentümer, er baut 1923 einen neuen Stadel. Das Haus wird sich in einem schlechten Zustand befunden haben, denn am 26.03.1931 wird der Abbruch des Gebäudes angezeigt.
Neubau 1931
Johann Seif baut 1931 ein neues Ökonomieanwesens an Stelle des abgebrochenen Altbaus. Johann Seif besitzt das Haus bis ca. 1968, als es vom Raupenfahrer Anton König erworben wird.



1981 baut König weitere Zimmer und einen Kamin in das Wohnhaus ein. Andreas König bleibt bis 2015 hier gemeldet.



