
Günzburger Str. 3
Jörg Albrecht ist 1475 als erster Eigentümer genannt. Eigentümer vor 1475 sind archivalisch nicht feststellbar. 1496 ist Thys Peckh (Bäcker) genannt und 1499 Jorig Kamensetzer. 1506 wird Georg Kampensetz (der Sohn?) verzeichnet und 1512 Georg Kampensetzer und Jorig Verber1. 1515 wohnen Jorg Camensetzer, Balthas Benelen, Vupf Henner und Jacob Endris hier, ebenso 1517. Für die Jahre 1518-1548 liegen keine Aufzeichnungen vor.
1548 sitz mit Hans Enderiß und Jakob Endriß Wittib immer noch die Familie Endris auf diesem Haus. Im Steuerbuch der Liebfrauenpfleg B 304 ist für 1548 Cristoff Veichell verzeichnet. Er war wohl der Einzige zur Liebfrauenpfleg steuerpflichtige Eigentümer, daher sind die anderen Namen nicht genannt. 1553 sind Hans Enderis, Enderlein Danner (Malte gestr.) und Hanns Jeger im städt. Steuerbuch. Bei ihm ist eine erhöhte Steuerzahlung erwähnt, wegen seines Kindes. Im Steuerbuch der liebfrauenpfleg erscheinen noch Enderle Crammer, wohl identisch mit Enderlein Danner und Andreas Kramer. 1556 finden wir Andreas Kramer, Schuster (evtl. gleiche Person wie Enderlein Danner); Hans Enderis wechselt auf GZ04. 1581 gehört Enderle Kramers Witwe das Haus, 1587 Enderle Kramers Kind. 1594 ist Hans Küttel genannt, 1610 geschrieben Hans Kittell. 1614 wird das Haus geteilt.
Haushälfte A
1614 wurde das Haus geteilt. Hans Kittell gehört nur noch der Behausung halber Teil; Wert 260 fl. 1632 übernimmt Caspar Stadtmüller die Behausung halber Teil und 1635 Jacob Stribel. 1636 wird das Haus wieder vereint.
Haushälfte B
1614 hat Xander Bayermüller den anderen halben Teil der Behausung übernommen; Wert 230 fl. 1623 folgt ihm Martin Höllwirth.
Ganzes Gebäude
Ab 1636 gehört Jacob Stribel von der Haushälfte A die ganze Behausung; Wert 260 fl. Beide Haushälften zusammen hatten vorher einen Wert von 490 fl. Der starke Wertrückgang könnte auf Beschädigungen im 30-jährigen Krieg zurückzuführen sein. 1651 hat die Behausung mit 195 fl nochmals an Wert verloren. Jacob Stribel stirbt 1672, das Erbe wird aufgeteilt.
1674 ist Wolf Krägner, Bäcker, neuer Eigentümer geworden, der Wert beträgt wieder 350 fl. Vielleicht hat Krägner das Haus modernisiert. 1692 ist Wolf Krägners Witwe Barbara die Eigemtümerin, sie stirbt 1694, das Erbe wird aufgeteilt.
1694 ist im Steuerbuch B 93 vermerkt: Johann Georg Zimmer (Züemets), Bäcker, um 370 fl Inhaber worden. 1706 ist Hans Jörg Zimmer, Böckh, genannt. Es könnte sich um dieselbe Person handeln, aber auch um einen Sohn. Am 31.12.175 kauft Hans Jörg Zimmer von seinem nördlichen Nachbarn, dem Metzger Franz Handel, Günzburger Str. 5, für 40 fl einen Grundstücksteil, auf dem vorher Handels Stadel gestanden hat.
Im Zeitraum bis 1720 geht das Haus an Franz Thalhofer, Bäcker, mit dem Zusatz Item ein plätzchen allwo dermahlen ein Gärtlen gepflanzet, Wert 30 fl. Um 1740 ist Franz Thalhofers Witwe Eigentümerin und um 1750 ein Joseph Beuter.
Um 1760 wird mit Josef Claus wieder ein Bäcker genannt, ab 1773 von seiner Witwe besessen. Am 30.06.1773 geht das Haus an Johann Thalhofer, nach nur 2 Wochen, am 13.07.1773 weiter an Josef Zwanzger, der es am 10.10.1775 an den Taglöhner Andreas Winkle weiterverkauft. Die Eigentümer wechseln schnell, am 05.02.1783 folgt Anton Keuffel, Metzger, am 05.07.1785 Martin Forstner, Büchsenmacher, der im Einwohnerverzeichnis 1786 als Cigarmacher bezeichnet wird. Am 05.02.1790 wird das Haus Ursula Hinträger zugeschreiben, am 07.06.1793 und am 19.04.1806 dem Schneider Thaddä Lutzenberger.
Lutzenberger bleibt zwar bis 1831, kam aber wegen Schulden in die Gant. Am 24.07.1831 wurde das Haus versteigert und von Josef Engelhart im Versteigerungswege erworben. 1845 wurde Engelhard als Spezereyhänler und Oekonom geführt. Am 17.03.1857 ging das Haus an den gleichnamigen Sohn Josef Engelhardt, der es aber schon einen Monat später, am 17.04.1857, an Josef Stocker verkaufte. Am 31.03.1862 wurde das Haus an den Skribenten Josef Kassenetter verkauft, am 04.08.1862 gefolgt von Bartholomä Kaßenetter, Scribent.
Neubau 1866
1866 bricht Bartholomä Kaßenetter das alte Haus ab und erstellt einen Neubau. Doch schon 1875 gehört das Haus dem Merzler Anton Birk. 1906 gehört Kreszens Schüller die Spezereihandlung, 1922 Kolonialwaren genannt. 1932 betreibt Michael Schüller die Kolonialwarenhandlung, der auch als Chauffeur tätig ist. 1939 erneuert Schüller den Kamin.

1954 wird ein zweites Schaufenster eingebaut, 1960 ein Abstellraum erstellt und 1969 der Lagerraum aufgestockt.
Das Lebensmittelgeschäft des Michael Schüller ist 1968 letztmals im Adressbuch aufegführt. 1977 gehört das Haus dem Bundesbahnbeamten Alfred Maas. 1997 ist hier eine medizinische Fußpflege ansässig, danach wird der Laden eine zeitlang als Sanitätshaus geführt und als Second-Hand-Laden, bevor hier ein Friseursalon einzieht.


- Jorig Verbers wechselte von 1512-1515 vom Nachbarhaus Günzburger Str. 5 hierher. Das wird dahingehend interpretiert, dass seine Haushälfte umfassend modernisierte bzw. neu baute und während der Bauarbeiten im Nachbarhaus lebte. ↩︎
