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Memminger Str. 14

Das Haus wurde ca. 1729 an Stelle eines Vorgängerbaus errichtet. Von 1862 bis ca. 1977 war hier der Laden des Bürstenbinders Fluom. Ab 1994 wird es gastronomisch genutzt.

Vorgängerbebauung

Die Häuser Memminger Str. 12 und 14 wurden mind. von 1465-1548 von der Familie Menrad Meir bewohnt. Es konnte nicht geklärt werden, ob hier zwei Häuser bestanden. Da zwischen 1514 und 1517 immer nur ein Name genannt wird, ist es naheliegend, von nur einem Haus auszugehen. Dies wäre dann das Grundstück MM 14, weil hier 1548 Menrad Mayrs Witwe genannt wird.

1465 ist Gret Maierin die Eigentümerin, 1475 mit Meinrad Meir wohl ihr Sohn. 1496 werden Menrat mayr allt und Menrat Mayr jung verzeichnet, ab 1514 nur noch der junge. Für die Jahre 1518-1548 liegen keine Aufzeichnungen vor, aber 1548 endet mit Menrat Mayrs Witwe die Familie Mayr auf diesem Haus.

Der neue Eigentümer heißt 1567 Hans Schwentzl, 1572 ist es Michael Scham, der 1594 auf Obere Mühlstr. 4 zieht. 1594 wird Thobias Waldbachs Witwe genannt und schon im nächsten Jahr 1595 Peter Störz. Im Jahr 1614 wird der Besitz als Behausung, Hofraiten und Garten benannt, der Wert beträgt 285 fl. 1617 gehört das Haus Peter Störrs Witwe und 1620 wohl seinem gleichnamigen Sohn Peter Störr.

1636 erscheint mit dem Schlosser Mathäus Bader ein neuer Name auf dem Haus, das im Wert nur noch mit 100 fl zu Buche steht, wohl ein Wertverlust durch die Wirren des 30-jährigen Krieges. Am 21.03.1641 kaufte der Zimmermann Hans Müller das Haus und bewohnte es bis zum 30.01.1642, als das Haus für unbewohnbar erklärt wurde. Den 30. Jann: 1642 ist Hannß Miller vor Rath zu bephandt angezeigt, das er diss Hauß wie ers gekaufft versteuern soll bis ers wid verkauffen od Ein Aydtsteuer sin werden. Hans Müller kauft in der folgenden Zeit auch die Abbruchhäuser MM41 und MM35. MM41 wird 1660 von seinem Sohn Georg neu bebaut, für MM35 konnte der Verkauf nicht nachgewiesen werden. Um 1650 ist Jerg (Georg) Miller, wohl Sohn des Hans Miller, der Eigentümer er baut 1660 auf MM41 ein neues Haus und zieht dorthin. 1660 geht das Haus an Hans Natterers Erben (MM22), Wert 225 fl, eingetauscht von seinem Schwager (Jerg Miller?). In den 1660er-Jahren kommt Christian Stuber als neuer Eigentümer. 1674 wird im Steuerverzeichnis nur noch von einer Hofstatt geschrieben, demnach war es jetzt ein leerer Bauplatz. Das alte Haus dürfte demnach zwischen 1642 und 1674 abgebrochen worden sein.

Christian Stuber ist ab 1674 auf dem Haus Wettbach 16 verzeichnet, er ist offenbar dorthin gezogen; das Haus MM14 wurde dann wohl aufgegeben, abgebrochen und als Hofstatt an den Nachbarn Jörg Dietsch (MM12) verkauft. Auch 1706 ist das Grundstück noch nur als Hofstatt verzeichnet: Georg Dietsch, Lodweber,item Hofstatt und Garten zw. ihm selbst und Jacob Schweigharts sel. Witib (MM16); nur Hofstatt, Wert 120 fl. 1716 erwirbt der Büchsenmacher Georg Ott Hofstatt und Garten.

Neubebauung 1729

Zwischen 1716 und 1729 wurde das Haus durch Georg Ott, Büchsenmacher aus Landeck in Tirol, neu erbaut, 1729 steht der Wert mit 400 fl an. Notandum: Weulen nun das Haus würklich erbauet, ist selbiges anietzo samt dem Garten von E.E.Rat taxiert und künftighin zu versteuern angelegt worden per 400 fl. 1744 stirbt Georg Ott, sein gleichnamiger Sohn tritt das Erbe an.

Am 08.04.1777 wird der Binder (Küfer, Schäffler) Leopold Horngacher, vorher MM32, neuer Eigentümer. 1819 kommt sein Sohn Josef als Eigentümer hinzu, dem das Haus 1824 alleine gehört und 1831 seiner Witwe Marianne und seinem Sohn, wiederum Josef Horngacher. 1843 übernimmt der Küfermeister Franz Josef Horngacher das Haus, welches er 1862 verkauft.

Am 08.11.1860 wird Leonhard Brechleiter von Ingstetten Eigentümer, der aber schon am 14.05.1862 das Haus an den ledigen Bürstenbinder Moritz Fluom und Ehefrau Afra, geb. Rehle, von Haunstetten verkauft. 1890 baut Moritz Fluom ein Schaufenster in das Haus ein. Am 02.06.1892 stirbt Moritz Fluom und seine Witwe Afra führt den Laden alleine weiter, bis sie ihn am 10.07.1901 an ihren Sohn Josef Fluom übergibt. Bis 1939 betreibt Josef Fluom den Laden, dann übergibt er das Bürstenbinder-Geschäft an seinen Sohn Josef Fluom jun. Er selbst kauft das Haus Schulstr. 31 und setzt sich dorthin zur Ruhe.

1960 wird der Laden umgebaut und die Schaufenster vergrößert, 1967 wird die straßenseitige Giebelwand als Blendgiebel erneuert und der Laden vergrößert. Hierbei werden der Eingang verlegt und Einscheibenfenster eingebaut. 1977 wird der Laden als Drogerie geführt. Nach Aufgabe des Ladens um 1980 richtet Paul Kleinmann dort ein Radio- und Fernsehgeschäft ein. 1988 zieht Kleinmann in die Schulstr. 12 um.

1994 wird das Haus verkauft und ein Döner-Lokal eingebaut. Der neue Eigentümer baut 2008 das Haus um und renoviert es umfassend.

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