Aktuell,  Hauptstr. 5,  private Gebäude,  Verwaltung

Das Haus Hauptstr. 5

Im ersten Drittel der Hauptstraße gelegen gehört das Grundstück zum ältesten Siedlungsbereich der Stadt. In diesem Bereich waren die wohlhabendsten und einflussreichsten Bürger der Stadt wohnhaft.

Der Vorgängerbau

Die Eigentümer vor 1465 sind archivalisch nicht feststellbar. 1465 sind Claus Mair und alt Heckl genannt, 1489 Hainrich und Ulrich Häckel und 1492 Hans Mair und Ulrich Häkl. Ab 1499 kommt Diepold Bair (vorher Wettbach 7) anstatt der Familie Mair hinzu, 1515 als Alleineigentümer.

Im Salbuch 1516 ist ein Brunnen vor dem Haus erwähnt. Dieser Brunnen wurde wohl 1538 aufgegeben, nachdem an der Einmündung zum Wettbach ein neuer Brunnen errichtet wurde.

Für die Jahre 1518-1548 liegen keine Aufzeichnungen vor. Vor 1556 ist an dieser Stelle im Steuerbuch B 84 kein Eigentümer eingetragen. Da der Nachbar HS03, Jacob Beckh, eine sehr hohe Steuer von mehr als 31 fl zu zahlen hat, ist es denkbar, dass ihm dieses Haus ebenfalls gehört hat. 1556 siedelt Claus Jacob Schmid, vormals Untere Schmiede HS25, nach hier um. 1562 tauscht Dionys Viescher sein Haus Seb.-Sailer-Str.7 mit Claus Jakob Schmid. Dionys Viescher erscheint erstmals 1551 in den Steuerbüchern, und zwar auf dem Gebäude Seb.-Sailer-Str. 7 (heute abgebrochen), einem kleinen Haus an der Ecke zum Wettbach. 1562 erwirbt er das Haus HS05; 1581 kauft er das Haus HS03 hinzu und wird hier auch das erste Mal als Bürgermeister erwähnt. 1587 stirbt Dionys Vischer, von seinen Erben übernimmt Claus Vischer die beiden Häuser bis 1594.

1494 erwirbt Christoff Biedermann die beiden Häuser, die HS03 verkauft er 1601 an Hans Jakob Brigel. 1629 übernimmt der Sohn, Johann Bidermann, Sattler, das hHaus und hält es bis 1636. Jetzt wird Nicolaus Nothelfer Eigentümer. Er dürfte vor 1660 gestorben sein, denn 1660 Kauft ein Hans Prestelin das Haus für 700 fl. Nothelfers Witwe Chatarina setzt am 10.05.1682 ihr Testament auf, war also noch Mitbesitzerin des Hauses. 1679 wird Andreas Roth (Günzburger Str. 2) Miteigentümer des Gebäudes, Wert 650 fl. 1682 dürfte die Witwe Nothelfer gestorben sein, denn Dr. med. Johann Jacob Geiger (auch Memminger Str. 10); Ahnherr der Frau Bürgermeister (Wagner?), geb. Roth, kauft das ganze Haus von seinem Schwiegervater Andreas Roth. Er baut anschließend das Haus offenbar neu.

Der Neubau 1682

Dr. Geiger verkauft das neuerbaute Haus am 14.01.1690 für 1500 fl an die Stadt, welche es fortan als Stadtschreiberei nutzt. Die alte Stadtschreiberei Mariengasse 1 wurde aufgegeben. Das Haus wurde von neuem erbaut und eingerichtet für 1200 fl, außerdem brauchte man dazu um 100 fl Ziegelzeug. Im Jahr 1711 kauft Franz Josef Geiger Sohn das Haus von der Stadt zurück. Es ist nicht überliefert, warum die Stadt das Haus verkaufte und nach 5 Jahren am 12.01.1716 wieder zurückkaufte. In der Zwischenzeit von 1712-1719 befand sich die Stadtschreiberei dann im Haus Wettbach 16. Ist mit dem Mathias Vogt, Stricker, abgerechnet worden und folgendes befunden: 1. vertauscht E.E. Rath ihm, Vogten, das Sebastian Braunmillersche Haus in der oberen Vorstadt [Schulstr. 13] gegen sein am Wettbach liegendes Haus, so zur Stadtschreiberey verwendet wird.

Am 10.03.1769 vertauscht Frau Ursula Keuffel, die Witwe des BM A. Keuffel, ihr Haus Kirchplatz 7 mit der Stadt gegen dieses Gebäude. Die Stadt verlegt daraufhin die Stadtkanzlei an den Kirchplatz. Der Wertansatz war 500 fl. Am 30.05.1777 macht Frau Keuffel ihr Testament und zieht nach Augsburg. Ursula Keuffel stirbt am 38.02.1782 in Augsburg. Über die Erbsteuer entsteht ein längerer Schriftwechsel. Wohl bereits nach dem Testament wurde das Haus an den Barbier Josef Aich verkauft, der auch als Chirurg firmiert. Josef Aich dürfte 1801 gestorben sein, denn am 20.06.1801 kauft der Spezereihändler Anton Felix das Haus; Frau Maria Ursula Aich, die Witwe des Josef, stirbt erst am 30.04.1803. In ihrer Verlassenschaft ist die Immobilie nicht mehr erwähnt.

Der Handelsmann Konrad Ils erwirbt am 11.08.1827 das Gebäude durch Legat der Antonia Felix (nach Wylicil). H: Dr. Boek, Landgerichtsarzt, ist von 1831-1832 hier als Mitbewohner genannt, spätestens 1843 erscheint er im Kraygebäude Kirchplatz 2 und ab 1855 auf Memminger Str. 12. Ils Johann und Rennadt (Renate) übernehmen Haus und Geschäft im Jahr 1861. Um 1900 wird das Geschäft als Spezerei mit Korbwarenhandlung bezeichnet. 1906 ist der Kaufmann Eugen Ils als Nachfolger genannt, um 1920 auch als Hutgeschäft. 1925 übernimmt der Kaufmann Josef Brechtenbreiter das Geschäft. Um 1930 werden in das Haus große Schaufenster eingebaut und der Haupteingang verlegt.

1950 wurden neue Schaufenster im EG eingebaut. 1994 erfolgte eine Sanierung des Wohn- und Geschäftshauses mit Einbau eines neuen Hauszuganges. Im Jahr 2002 wurden die Holzfenster erneuert.

Quellen:

Quellen:
1 Heimatmuseum Weißenhorn; Foto: Heimatmuseum Weißenhorn

Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.