Illerberger Str. 11 – Feuerwehr, Bauhof und DRK
Feuerwehr und Bauhof befinden sich auf der Fläche zwischen Haupt- und Nebenroth, manchmal auch als Rothinsel bezeichnet. Diese Fläche war noch 1909 unbebaut. Sie wurde bei Hochwasser leicht überschwemmt und dürfte sehr feucht gewesen sein, weswegen die Straße in der Mitte des Gebiets und bei der Querung der Westroth als Knüppeldamm ausgeführt und so bei höherem Wasserstand nur bedingt befahrbar war. Die Straße hatte damals einen anderen Verlauf als heute, auch war die Roth noch nicht reguliert. (siehe ausführlich hierzu den Beitrag ‚Die Illerberger Straße‘.
Südlich der Straße zwischen den beiden Rotharmen befand sich früher der städt. Holzlagerplatz. Die heutige Nutzung und Bebauung begann 1951 mit dem Bau des Feuerwehrhauses.

Inhalt
Vorgängerbebauung und Nutzung
Eine erste Bebauung in diesem Bereich ist ab 1480 im Steuerbuch B 303 verzeichnet. ‚Hußs enhalb d Rott an der oberen Badstuben‚, einem Thoman Beir gehörig. Die Lage dieses Gebäudes lässt sich anhand der Angabe nur sehr ungenau bestimmen. Die im Plan dargestellte Lage ist daher als hypothetisch anzusehen. Sie befindet sich innerhalb der Rotharme in der Nähe der Oberen Badstube.
Thoman Bair ist bis 1516 hier ansässig, in diesem Jahr ist die Lage etwas genauer beschrieben zwischen Claß Klölins Stadel und der Walck. Claus Klelin war bis 1501 auf Grimmgasse 1 und baute wohl zu dieser Zeit in der Nähe seines Hauses einen Stadel. Von 1502-1504 war er auf Memminger Str. 31 und ab 1505 auf Fischergasse 5, also wieder in der Nähe seines Stadels, den er die ganze Zeit besessen haben dürfte. Logischerweise wird der Stadel an einem Weg liegen. Daher wurde die Lage im Bereich des Weges und der Furt von der Grimmgasse zur Illerberger Str. verortet. Hier wäre ein direkter Bezug zu seinem Haus gegeben. Die Walck (Bleiche) läge ebenfalls sehr nah an dem vermuteten Standort.
Für die Jahre 1518-1548 liegen keine Aufzeichnungen vor.
Im Zinsbuch B 304 (1548) und im Steuerbuch B 84 (1548-1595) ist kein Hinweis auf dieses Gebäude mehr zu finden. Es wird daher davon ausgegangen, dass es zwischen 1518 und 1548 aufgegeben und abgebrochen wurde; wegen der Nähe zur Roth u.U. auch wegen Hochwassers.

Südlich der Straße zwischen den beiden Rotharmen befand sich früher der städt. Holzlagerplatz. Es ist nicht dokumentiert, ab wann die Fläche als Lagerplatz genutzt wurde, vermutlich schon zumindest Anfang des 19. Jhdt. Aktenkundig wird der Holzlagerplatz erstmals 1882 erwähnt, als es um die Erhebung einer Gebühr für die Auflagerung von Holz auf dem eingegränzten städtischen Holzlagerplatz bei der städtischen Zimmerhütte geht. Diese Zimmerhütte (Bauhof) wurde um 1874 errichtet und seitdem als städt. Bauhof genutzt.
Der städtische Bauhof
Der städt. Bauhof, früher als Zimmerhütte bezeichnet, befand sich ab 1660 zuerst auf den Grundstücken Rothweg 14+16, dann ab ca. 1760 auf dem Grundstück Reichenbacher Str. 12. Zwischen 1855 und 1874 wurde dieses Gebäude abgebrochen und der Bauhof an die Illerberger Str. verlegt. Das Grundstück wurde als städt. Holzlagerplatz bezeichnet.
Um 1874 wurde eine neue Zimmerhütte in Fachwerkkonstruktion erstellt. Die städt. Zimmerhütte wurde zur gleichen Zeit und in gleicher Gestaltung als Zweckbau des 19. Jhdts. erbaut wie die Sommerschranne oder der Stadel Gutenberggasse 2.
Am 08.10.1897 wird die Rothinsel an Josef Oberbigler, Goldarbeiter, verkauft. Bei diesem Verkauf wurde Oberbigler ein Fahrtrecht durch den städt. Holzlagerplatz zugestanden.



Um 1900 erfolgte ein Anbau an die Zimmerhütte.
Am 28.01.1910 stellten die Gebr. Molfenter (Illerberger Str. 20) den Antrag auf Kauf des städt. Holzlagerplatzes, sie möchten diesen mit modernen Wohngebäuden bebauen. Sie sehen dies als Verbesserung gegenüber dem jetzigen Anblick an. Der Stadtrat stimmt dem Verkauf für 85 M/Dez. zu. Dieser Preis ist den Gebr. Molfenter aber zu hoch. Auch nachdem die Stadt auf 75 M reduziert, mit dem Hinweis auf den Aufwand für die Verlagerung des Holzlagerplatzes, ist Molfenter der Preis noch zu hoch. Der Kauf kommt daher nicht zustande.
Die Rothinsel wurde um 1920 von den Gebr. Molfenter erworben. Die Fa. Molfenter beanspruchte unter Berufung auf den Vertrag von 1897 ein Fahrtrecht durch den städt. Holzlagerplatz, was von der Stadt aber am 27.08.1920 verneint wurde.
1927 hatte die Stadt den ehem. fugg. Marstall in der Fuggerstr. 2 b erworben und auch als Bauhof genutzt. Als man diesen 1933 wieder verkaufte, musste man auf dem Gelände an der Illerberger Str. einen weiteren Schuppen bauen. Dieser konnte damals als ABM-Maßnahme durchgeführt werden.


1951 wurde ein weiterer Schuppen für den Bauhof erstellt.
Es sollte bis 1984 dauern, dass sich der städt. Bauhof mit den alten Schuppen begnügen musste. Erst dann wurde der alte Schuppen abgerissen und durch ein neues Betriebsgebäude ersetzt.
















1989 wurde das Splittlager verlegt und neue betonierte Boxen erstellt.
1996 wurde der Bauhof wieder umgebaut und erweitert. Für die größeren Fahrzeuge wurde eine neue Fahrzeughalle errichtet.





Mit der Verlegung der Feuerwehr an die westliche Ortseinfahrt und nach dem Hochwasser 2024 wird intensiv über eine Verlegung des Bauhofs diskutiert. Eine Entscheidung ist noch nicht gefallen.
Das Feuerwehrhaus
Das Spritzenhaus der Feuerwehr war bis ca. 1854 an den Spitalstadel in der Hl.-Geist-Str. angebaut. Anschließend war die Feuerwehr im Erdgeschoss des ehem. Zehentstadels, Wettbach 23, jetzt Stadttheater, untergebracht. Mit zunehmender Motorisierung der Feuerwehr wurde die Unterbringung dort zu klein.
Die Geschichte der freiwilligen Feuerwehr Weißenhorn ist umfassend in der Festschrift zum 125-jährigen Bestehen in der Festschrift ‚Spritze in Bereitschaft – Marsch!‚ behandelt. Unser Blog behandelt hierbei die verschiedenen Feuerwehrgebäude in ihrer Geschichte.
Am 04.03.1951 wurde seitens des Landkreises ein Löschzug in Weißenhorn stationiert. Das Fahrzeug, ein TLF 15, wurde am 21.03.1951 übergeben. Im September 1957 konnte der Löschzug noch eine Drehleiter mit 17 m Steighöhe in Empfang nehmen. Der Kreislöschzug wurde am 11.11.1973 aufgelöst und die Fahrzeuge der Stadt Weißenhorn übergeben.


Man hatte sich aber offenbar keine Gedanken gemacht, wo man diesen unterbringen könne. So wurde im März 1951 beschlossen, im Schulgarten der alten Schule Schulstr. 5 ein neues Gerätehaus mit 5 Wohnungen zu bauen. Das rief natürlich den Protest der Lehrerschaft hervor. Im Mai wurde das Fahrzeug geliefert und zuerst einmal beim Lebensmittelgroßhändler Huber in der Herzog-Georg-Str. 10 untergestellt. Im Juni schlug SR Jäkle vor, bei einem der Mehrfamilienhäuser der WBG in der Dietschstraße das FW-Haus im EG einzubauen. SR Klein schlug dann den Bauplatz am Viehmarkt vor.
Bei der Sitzung am 26.07.1951 wurde dann beschlossen, das neue Feuerwehrhaus auf dem Grundstück des Holzlagerplatzes als reines Garagengebäude zu bauen. Von den 32.000 DM Baukosten soll der Landkreis 10.000 DM zur Unterbringung des Straßenwalzenzuges übernehmen. Am 03.08.1951 war der Bauantrag schon fertig. Ihm wurde einstimmig zugestimmt. Die Baukosten beliefen sich auf 40.000 DM, der Landkreis gab wegen des Walzenzuges einen Zuschuss von 15.000 DM.
Am 02.11.1951 wurde mit dem Bau begonnen. Schon am 02.02.1952 konnten die Fahrzeuge in das neue Gerätehaus einziehen. Im Frühjahr 1952 wurde das neue Feuerwehrhaus eingeweiht.





1959 beantragte der Landkreis, ein Grundstück zur Unterbringung kreiseigener Geräte, z.B. beim Feuerwehrhaus zu erhalten. Dem Landkreis wurden daraufhin 600 m² neben dem Feuerwehrhaus zur Unterbringung kreiseigener Geräte verkauft. Das DRK Heim und die Gerätehalle des Landkreises sollen in einem Baukörper zusammengefasst werden.
Gegen die vorgelegte Planung des DRK-Heimes wurden Bedenken geäußert, weil das Heim den Holzplatz zu stark einschränke und ein Zusammenbau mit der Lagerhalle des Landkreises nicht mehr erfolge. Die Planung wurde daraufhin abgeändert. Am 29.08.1960 wurde ein neuer Vorentwurf für eine Fahrzeughalle des Landkreises mit Werkstatt und 4 Wohnungen vorgelegt. Doch auch mit diesem Entwurf war man nicht einverstanden, weil die Ein- und Ausfahrt des Bauhofs dadurch behindert wäre. Am 06.11.1961 legte Stbm. Lieb dann einen Plan für die Erweiterung des Feuerwehrgerätehauses vor, nach dem auch gebaut wurde. Die Fahrzeughalle wurde demnach nicht an das DRK-Heim angebaut, sondern als eigenständiges Bauwerk rechtwinklig zum Feuerwehrhaus, so dass hier ein Feuerwehrhof entstand und eine klare Trennung zum Bauhof entstand.
Zusammen mit dem Neubau wurde auch das alte Feuerwehrhaus ausgebaut und ein Schlauchturm errichtet. 1962 wurde das Ensemble durch den Anbau von Sozialräumen erweitert.


1966 wurde der Feuerwehrhof asphaltiert.











1974 erhielt die Feuerwehr einen Erweiterungsbau mit Schaltzentrale und Übungsraum, der am 13.03.1976 eingeweiht wurde. Der Bau wurde zu einem großen Teil von den Feuerwehrleuten in Eigenregie durchgeführt. Die Baukosten betrugen 538.074 DM, von denen die Stadt 385.932 zu tragen hatte, die Eigenleistungen betrugen 152.142 DM und 137.06 DM wurden bezuschusst.











1987 wurden zwei Fertigteilgaragen aufgestellt. 1989 erfolgte ein Um- und Erweiterungsbau, bei welchem der Garagenanbau von 1961 nach Norden erweitert und die Sozialräume umgebaut wurden.


Beim Hochwasser am 01.06.2024 wurde auch das Feuerwehr- und Bauhofgelände überschwemmt.
Nachdem auch dieser Erweiterungsbau die grundsätzliche Raumnot der Feuerwehr nicht langfristig beheben konnte, entschied sich die Stadt zu einem kompletten Neubau. Nach langwieriger Standortsuche entschied man sich für ein Grundstück an der westlichen Ortseinfahrt zwischen Illerberger Straße und alter Emershofer Straße, der 2024 begonnen wurde. (Lageplan)

Das Rotkreuz-Gebäude

Am 04.05.1959 überließ die Stadt dem DRK einen Bauplatz zum Bau eines Kolonnenheims. Der Landkreis, sollte außerdem ein Grundstück zur Unterbringung kreiseigener Geräte, z.B. beim Feuerwehrhaus erhalten. Dem Landkreis wurden daraufhin 600 m² neben dem Feuerwehrhaus zur Unterbringung kreiseigener Geräte verkauft. Das DRK Heim und die Gerätehalle des Landkreises sollten in einem Baukörper zusammengefasst werden.
Gegen die vorgelegte Planung des DRK-Heimes wurden Bedenken geäußert, weil das Heim den Holzplatz zu stark einschränke und ein Zusammenbau mit der Lagerhalle des Landkreises nicht mehr erfolge. Die Planung wurde daraufhin abgeändert. Am 29.08.1960 wurde ein neuer Vorentwurf für eine Fahrzeughalle des Landkreises mit Werkstatt und 4 Wohnungen vorgelegt. Doch auch mit diesem Entwurf war man nicht einverstanden, weil die Ein- und Ausfahrt des Bauhofs dadurch behindert wäre. Am 06.11.1961 legte Stbm. Lieb dann einen Plan für die Erweiterung des Feuerwehrgerätehauses vor, nach dem auch gebaut wurde. Die Fahrzeughalle wurde demnach nicht an das DRK-Heim angebaut, sondern als eigenständiges Bauwerk rechtwinklig zum Feuerwehrhaus, so dass hier ein Feuerwehrhof entstand und eine klare Trennung zum Bauhof entstand.

1961 wurde das Kolonnenheim begonnen und am 22.06.1963 feierlich eingeweiht.

1976 wurde das Kolonnenheim durch einen Anbau nach Süden erweitert. 1988 waren die Garagen zu klein und wurden erweitert, ebenso noch einmal 1992.


1995 war auch das Heim an sich zu klein geworden. So wurde das Gebäude aufgestockt und durch einen neuen Zugang mit Treppenhaus nach Westen erweitert.





