Handwerk,  Nicht mehr vorhandene Gebäude

Zollstraße – abgegangene Bebauung

Im Bereich der Unteren Mühlstraße und der Zollstraße befanden sich einige Gebäude, deren Lage im Salbuch 1480 eindeutig definiert ist, die aber in späteren Steuerlisten nicht mehr auftauchen und deren Eigentümer später an anderer Stelle auftreten. Hieraus wird geschlossen, dass zwischen 1480 und 1492 ein Ereignis stattgefunden haben muss, wonach diese Gebäude nicht mehr existierten. Wegen der Nähe zur Roth ist es naheliegend, hier an ein Hochwasserereignis zu denken, welches auch zu einer Uferveränderung der Roth geführt haben muss. Nikolaus Thoman beginnt seine Stadtgeschichte ca. 1485; er beschreibt darin kein solches Hochwasser, demnach muss es zw. 1480 und 1485 stattgefunden haben.

Es wird angenommen, dass nach dem Hochwasser die Grundstücke in diesem Bereich neu geordnet wurden. Wegen der Uferveränderung wurde der Verlauf der Straßen angepasst. In diesem Zuge wird die Nutzung hier aufgegeben worden sein.

Zollstraße 9 – Nr. 199c

Lageplan

Größe und Lage dieses Gebäudes sind nicht gesichert. Eigentümer vor 1475 sind archivalisch nicht feststellbar. Das Haus war scheinbar vom vermuteten Hochwasser nicht oder nur wenig betroffen, denn eine Bebauung kann bis 1517 nachgewiesen werden.

1475 findet sich nach Eintrag im Steuerbuch B 303 hier das Wohnhaus des Bertelin Hainrich, ebenso 1492. 1496 zieht Barthlome Hainrich, vermutlich Verwandtschaft, von Günzburger Str. 20 hierher. 1499 zieht Caspar Horner von Günzburger Str. 27 hierher. Er wird letztmals 1517 hier erwähnt.

Für die Jahre 1518-1548 liegen keine Aufzeichnungen vor. Da 1549 keine Nennung in der Steuerliste mehr erfolgt, wird angenommen, dass das Haus zwischen 1518 und 1548 aufgegeben und abgebrochen wurde.

Der Platz blieb bis heute unbebaut.

Zollstraße 9a – Nr. 199b

Lageplan

Dieses Haus war wohl auch ein Opfer des vermuteten Hochwassers. Größe und Lage dieses Gebäudes sind nicht gesichert. Eigentümer vor 1475 sind archivalisch nicht feststellbar.

1480 befand sich nach Eintrag im Steuerbuch B 303 hier das Wohnhaus des Martin Faul. 1492 wird ein Hans Fol (Faul?) genannt. Spätere Einträge fehlen.

Da keine Nennung in den späteren Steuerlisten erfolgt, wird angenommen, dass das Haus um 1492 aufgegeben und abgebrochen wurde.

Zollstraße 10 – Ziegelstadel

Lageplan

Nur im Steuerbuch B 38 von 1475 wird hier ein Ziegelstadel bei der Rot genannt. Das Ziegeleigebäude selbst befand sich auf dem heutigen Grundstück Friedhofweg 2. Die Ziegelei ist dort auch schon im Jahr 1465 aufgeführt.

Es ist nicht zu klären, ob sich die Ziegelei vor 1465 hier an der Roth befunden hat und dann an den Friedhofweg verlegt wurde, oder ob es sich hier nur um einen reinen Lagerstadel der Ziegelei gehandelt hat. Der Geschichte der Weißenhorner Ziegeleien ist ein eigener Artikel gewidmet (in Vorbereitung).

In den folgenden Steuerbüchern wird hier kein Ziegelstadel mehr erwähnt. Erst im Zinsbuch 1507 wird wieder ein Ziegelstadel erwähnt, dem Lagebeschrieb nach dürfte dieser sich aber bei dem Grundstück Günzburger Str. 30 befunden haben.

Es wird daher angenommen, dass der hiesige Ziegelstadel durch das Hochwasser so stark geschädigt wurde, dass der Stadel abgebrochen und aufgegeben wurde und gegenüber der Ziegelei auf dem Grundstück Günzburger Str. 30 neu gebaut wurde.

Das Grundstück blieb bis heute unbebaut.

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