Handwerk,  Wohnhäuser

Memminger Straße 6

Das 1645 an Stelle eines Vorgängerbaus errichtete attraktive Fachwerkhaus beheimatete von 1824 bis 1977, also 150 Jahre lang, eine Buchbinderei

Lageplan

In der ältesten Steuerliste der Stadt Weißenhorn aus dem Jahr 1465 sind ein Lutz Mair und Doman Rentz als Eigentümer verzeichnet. 1475 ist Ulrich Maier genannt und 1492 Thoman Rentz alt. Dies bleibt so bis 1502 als Thoman Rentz Witwe auf Hauptplatz 7 wechselt. Ulrich Mayr ist ab 1502 auch auf dem Haus MM04 zu finden. Es sieht so aus, als ob Ulrich Mayr das Haus Memminger Str. 4 zusätzlich zu seinem Haus erworben hat.

1505 erscheint Joß Hitzler; wahrscheinlich hatten Ulrich Mayr (MM04) und Thoman Rentz Witwe (HP07) noch Miteigentum an dem Haus. 1508 ist Steffan Miller genannt und 1511 Jorg Rentz meisterns seine fünf Kind. Es könnte ein Zusammenhang zu Thoman Rentz Witwe, Hauptplatz 7, bestehen. 1514 ist niemand mehr genannt und 1517 kommt Hans Schechlin von der Illerberger Str. 3 hierher. Vermutlich handelt es sich um einen Neubau. Für die Jahre 1518-1548 liegen keine Aufzeichnungen vor.

1548 lebt hier der Bäcker Jacob Döckher, 1587 seine Witwe. Ab 1607 gehört das Haus der Familie Clelin bis 1636, als Georg Clelin das Haus Hauptstr. 2 von Christoph Adam Rittler; Wer für 800 fl erwirbt. Valentin Seitz erwirbt das Haus, er erwirbt auch das Haus Wettbach 7, das genaue Datum der Käufe ist nicht angegeben. Nachdem der Gebäudebeschrieb hier bei MM06 gestrichen ist kann angenommen werden, dass dieses Haus abgebrochen und anschließend neu erbaut wurde, während Seitz in WB07 wohnte. Valentin Seitz gab 1645 das Haus WB07 an die Stadt ab und zog in das neue Haus MM06.

1671 stirbt Valentin Seitz, das Erbe wird aufgeteilt. Der Bäcker Jacob Huber erwirbt das das Haus, der Wert steigt von 400 auf 650 fl. Die Familie Huber bleibt mit verschiedenen Vornamen bis 1754 auf dem Haus. Beim nachfolgenden Bäcker Johann Georg Sälzle wird jetzt erstmals auch eine Bäckergerechtigkeit erwähnt. Am 28.10.1800 stirbt Franziska Sälzle, Witwe des Joh. Georg Sälzle. Ihr Erbe geht an die Kinder Anton, Anna Maria Stigele [?] und Krescentia Stigele [WB05]. 1818 erscheint noch einmal ein Bäcker mit Namen Christian Sailer.

Am 14.08.1824 kaufen der Buchbinder Xaver Stigele und seine Frau Genovefa das Haus. Das Haus bleibt eine Buchbinderei bis 1977. 1864 bricht der Buchbinder Ludwig Stiegele seinen alten Stadel im Hofraum ab und baut dort einen neuen, aber etwas größeren Stadel.

Am 16.01.1894 erwerben die Buchbinderseheleute Wilhelm und Anna Hamberger das Haus. Vermutlich bauen diese in das Haus zwei Schaufenster mit einem hölzernen Gewände in das Haus ein.

In den 20er-Jahren wird das linke Schaufenster geschlossen und durch ein normales Fenster ersetzt. 1932 erfolgt ein Anbau an das Wohnhaus. Hierzu wird der Stadel von 1864 abgebrochen.

1954 wird der Laden umgebaut und die Schaufenster wieder vergrößert.

1976 werden im Hofraum Garagen aufgestellt und ab 1977 ist der Optiker Bruno Thalhofer als neuer Eigentümer im Adressbuch zu finden.

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