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Vom Altenheim zur Berufsschule – Adolf-Wolf-Str. 26-28

Das Gebäude der heutigen Wilhelm-Busch-Schule war 1947 zunächst als Altenheim geplant, wurde dann zur Berufsschule ausgebaut und beherbergt heute die Wilhelm-Busch-Förderschule. Multifunktionalität vor 75 Jahren!

Statt Altenheim eine Berufsschule!

Als ab 1946 über eine Erweiterung des Krankenhauses diskutiert wurde, war klar, dass das Gebäude für die Nutzung als Krankenhaus und Altenheim nicht ausreicht. Es wurde daher beschlossen, an der Adolf-Wolf-Str. im Bereich der neu entstehenden Eschach-Siedlung ein neues Altersheim zu bauen. Als Übergangslösung errichtete man beim Krankenhaus eine Baracke als Altersheim an Stelle des alten westlichen Querbaus, der für den neuen Anbau am Krankenhaus ohnehin abgebrochen werden sollte.

Zunächst war der Gedanke, die Gebäulichkeit der Witwe Beck, Ulmer Straße 25, als Hilfsaltersheim zu nutzen. Da infolge Verpachtung an eine chemische Firma aus Buch diese Möglichkeit aber nicht mehr infrage kam, sollte ein anderes Gebäude für diesen Zweck ausgesucht werden. Der Stadtrat beschloss, am 09.08.1946, bis Herbst eine Anzahl Blockhäuser und ein Hilfsaltersheim zu errichten. Am 30.08.1946 wurde vorgeschlagen zu untersuchen, ob in der Schranne ein Hilfsaltersheim für 100 Alte eingerichtet werden könnte.

Am 04.07.1947 wurde ein Bauantrag für ein Heimgebäude eingereicht, welches sowohl für die Landwirtschaftsschule als auch für ein Altersheim verwendet werden konnte. Bauherr des Gebäudes war die städt. Wohnungsbaugesellschaft. Man begann auch gleich mit dem Bau. Der Bau dieses Gebäudes wurde vom LRA mit Verfügung vom 21.07.1947 eingestellt. Sachliche Gründe zur Einstellung wurden in der SR-Sitzung nicht angegeben, es wurden politische oder private Interessen vermutet.

Der beschlossene Bau des Altersheims konnte in der vorgesehenen Form aber nicht finanziert werden. Durch die Währungsreform war das Kapital der Spitalstiftung untergegangen. Es musste daher ein Kredit über 180.000 DM aufgenommen werden, der durch die Einnahmen des Krankenhauses und des Altersheims zurückgezahlt werden sollte. Der geplante Altenheimbau konnte so also nicht mehr durchgezogen werden. Weil aber die bisherige Unterbringung des Altersheims im Krankenhausgebäude wegen des ausgedehnten Krankenhausbetriebs nicht mehr möglich war, wurde am 12.03.1948 beschlossen, auf dem Krankenhausgrundstück ein separates Gebäude aus Mitteln der Spitalstiftung zu errichten.

Stadtrat Kräß erkundigte sich über die künftige Verwendung des städtischen Neubaus bei der Eschachsiedlung. Der Bürgermeister teilt hierzu mit, dass die endgültige Zweckbestimmung noch nicht festgelegt sei. Vorgesehen sei der Neubau für Schulzwecke. In erster Linie habe man an die Unterbringung der Landwirtschaftsschule und der landwirtschaftlichen Haushaltungsschule gedacht, da diese Schularten künftig möglichst ganzjährig geführt werden und sechs Schulsäle für je drei Klassen benötigen sollen. In den jetzigen Schulgebäuden sei die Führung der erweiterten Landwirtschaftsschule nicht möglich. Krumbach habe sich mehrmals um die Erlangung der Schule bemüht, da es ursprünglich Sitz des Landwirtschaftsamtes war.

Als neuen Standort für das Altenheim entschied man sich später für ein Grundstück am östlichen Ende der Hagenthaler Str., direkt am Waldrand. Hier standen nach Aufgabe der Schweinezuchtanlage 1954 Grundstücke zur Verfügung, die zur Erschließung eines neuen Baugebiets genutzt wurden.

Am 02.12.1948 war Richtfest für das Gebäude im Eschach. Bis zum 16.03.1950 war der Schulneubau im Eschach aber noch nicht fertiggestellt. SR Heinle regte an, das Gebäude für die Kreisberufsschule fertigzustellen. Die Schulleitung der Kreisberufsschule wünschte am 17.03.1950 die Fertigstellung des Gebäudes AW26 als Berufsschule. So beschloss der Stadtrat am 30.03.1950, dass das Eschachgebäude für Zwecke der Kreisberufsschule zur Verfügung gestellt werden soll. Am 28.07.1950 wurden Pläne und Kostenvoranschlag für die Fertigstellung des Eschachgebäudes als Berufsschule von Handwerksobermeister Lutzenberger an die Handwerkskammer eingereicht. Als bis 01.09.1950 noch keine Entscheidung gefallen war, regte SR Kräß an, eine Verpachtung an ein Gewerbeunternehmen vorzunehmen.

Zum Schuljahr 1952/53 nahm die neue Berufsschule ihren Betrieb auf. Am 10. 11. 1958 beschloss der Kreistag die Übernahme der Berufsschule durch den Landkreis für 200.000 DM. Die Kreisberufsschule, erhielt noch ein Werkstattgebäude angegliedert.

1973 wurde die Kreisberufsschule mit der Illertissener Schule zusammengelegt. Die Weißenhorner Berufsschule wurde als Zweigschule weitergeführt. 1979 wurden die Seitenwände des Verbindungsgangs geschlossen.

Im Jahr 1981 wurde die Schule umgebaut und erweitert. Ab1984 wurden in einem Erweiterungsbau die Schüler des
Berufsgrundschuljahres „Agrar” untergebracht und ausgebildet. Hier wurden angehende Gärtner, Floristen, Forst-, Land-, Pferde-, Tier- und Fischwirte berufsfeldübergreifend unterrichtet. Zum Unterrichtsstoff zählten die Fächer Deutsch, Sozialkunde, Sport, Religion, Fachtheorie, Maschinenkunde, Wirtschaftslehre und Wirtschaftsrechnen sowie Zeichnen und Gestalten speziell für die Floristen. 1987 wurde das Dach für Schulzwecke ausgebaut.

1994 wurde die Schule nochmals umgebaut. Die Berufsschule wurde geschlossen und zu einer Sonderschule umfunktioniert. Sie trägt seitdem den Namen ‘Wilhelm-Busch-Schule’. 1997 kam eine Kleinsporthalle hinzu.

Quellen:

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1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10 Foto: Heimatmuseum Weißenhorn

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