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Memminger Str. 2 – Obere Schmiede – Café Habis

An der markanten Ecke Memminger Str. / Illerberger Straße befand sich früher die sog. Obere Schmiede. Vor der Schmiede stand ein öffentlicher Pumpbrunnen. 1706 wurde die Schmiede neu erbaut und blieb bis 1836. Danach befand sich hier ein Krämerladen und ab 1928 das bis heute bestehende Café Habis, so benannt nach der Eigentümerfamilie Habisreitinger.

Das Hauptgebäude Memminger Str. 2

Vorgängerbau Memminger Str. 2

Auch dieses Gebäude lässt sich anhand der Steuerlisten bis 1465 zurückverfolgen. Eigentümer vor 1465 sind archivalisch nicht feststellbar. 1465 werden Hans und Claus Schmid als Eigentümer genannt, 1475 wird Claus Seitz als Schmied genannt, ab 1492 wieder Hans Schmid. Hier wird es sich um eine der häufigen Vermischungen von Familienname und Beruf handeln.

Im Jahr 1508 gibt Hans Schmid sein Eigentum auf und ein Hans Bader (vermutl. der Sohn des Baders, Illerberger Str. 9 wird als Bewohner geführt. Die Eigentumsfolge ist jetzt nicht klar. Nachdem später ab 1548 ein Claus Mayer zweifelsfrei zu bestimmen ist, muss irgendwann das Eigentum auf die Familie Mayer übergegangen sein. Dies könnte bereits 1508 geschehen sein, weil der Name Bader nicht lückenlos bis 1517 dokumentiert ist, es könnte aber auch erst zwischen 1518 und 1548 geschehen sein. Spätestens 1517 hat sich Ulrich Maier auch von seinem Haus Memminger Str. 6 getrennt, weil dann mit Hans Schechlin wieder ein Eigentümer eindeutig auf MM06 sitzt.

1548 ist Claus Mayers Witwe die Eigentümerin. Wylicil führt für 1548 auch Blasy Widemann als Eigentümer an. Ein Blasy Widemann ist im Steuerverzeichnis 1548 aber nicht genannt, dafür 1551 ein Blasy Laubinger als zweiter Ehemann von Claus Mayers Witwe, der Vorbesitzerin. Die hohen Steuerzahlungen von 8 fl 15 kr legen ein einträgliches Handwerk nahe. 1559 reduzieren sich seine Steuerzahlungen 1559 plötzlich auf 2 fl 10 kr, 1562 wird er mit 1 fl 13 kr 1 h letztmals genannt. 1567 ist David Pauers Witwe und Kind angegegeben, die Steuer steigt wieder auf 5 fl.

1570 erwirbt Anton Kretz jun., Sohn des Anton Kretz von Hasengasse 3, seit 1567 auf Lessingstr. 11 ansässig, das Gebäude und vermutlich auch die danebenliegende zweite Schmiedstatt Illerberger Str. x, denn dort ist ab 1570 kein Eigentümer mehr aufgeführt. Vermutlich bricht er oder sein Nachfolger Ketterle dieses Gebäude in den folgenden Jahren bis 1594 ab, denn das Grundstück wird wieder veräußert und neu bebaut. Vorher war er auf dem Haus Lessingstr. 11 als Teileigentümer. 1581 wechselt Anton Kretz jun. auf das Haus Hauptstr. 9 und Michael Ketterle übernimmt Behausung und Schmiedstatt. 1614 wird der Gebäudewert mit 650 fl angegeben.

1620 folgt Martin Glatz, eigentlich ist nur seine Witwe aufgeführt, evtl. starb er schon kurz nach der Übernahme. Frau Glatz heiratete 1632 den Kupferschmied Hans Schmidt, in B 86 wird er als Hufschmied bezeichnet. Am 27.11.1645 übernimmt Adam Glatz, Hufschmied, Stiefsohn des Vorigen, die Schmide mit einem Wert von 425 fl. Adam Glatz hatte zuvor am 22.05.1645 Barbara Junginger aus Karletshofen geheiratet. 1651 kauft Adam Glatz das Haus Memminger Str. 9, welches aber sofort an Adam Glatz‘ Sohn Martin Glatz übergeht. 1660 erwirbt Adam Glatz das kleine benachbarte Haus Illerberger Str. x mit einem Wert von 80 fl hinzu, welches 1685 an Hans Staudt verkauft wird. Um 1675, das genaue Jahr ist nicht dokumentiert, übergibt Adam Glatz die Schmiede an seinen Sohn Georg zu einem Wert von 500 fl, erwähnt wird zusätzlich ein Stadel. Adam Glatz, Hufschmied und Ratsherr, kauft seinerseits das Haus Reichenbacher Str. 11, Gasthof Storchen, und die Bräustatt etc. des verstorbeben Christoph Schmidt, gewester Gastmeister zu Roggenburg und Bürgers zu Weißenhorn um 430 fl. Er dürfte nach dem Kauf auf den Storchen gezogen sein, denn er wird ab jetzt dort verzeichnet. Adam Glatz stirbt am 19.02.1686. Für eine unmündige Tochter wird bis 1692 ein Pfleger eingesetzt.

1682 sind Jörg Glatz und Ehefrau Ursula, geb. Schwinghammer, Die Eigentümer der Schmiede. Ursula Schwinghammer ist die Tochter des Schmieds am Unteren Tor, Hauptstr. 25. Georg Glatz stirbt 1701, das Erbe wird aufgeteilt. Seine Witwe Ursula heiratet den Hufschmied Paul Silberpaur.

Neubebauung 1706

Im Jahr 1706 wird im Steuerbuch B 94 neben dem Eigentümer Paul Silberpaur, Hufschmied, die Behausung neuerpaut und Stadel sambt der Schmidtgerechtigkeit erwähnt, der Wert zu 700 fl. In den 1720er-Jahren erwirbt er das benachbarte kleine Haus Illerberger Str. x hinzu. Er behält dieses Haus auch nach der Übergabe an seinen Stiefsohn Joseph Glatz und benutzt es wohl als Altenteil. Am 02.04.1728 verkauft Paul Silberbaur seinem Stiefsohn Josef Glatz, Hufschmied, das Handwerkszeug und seine neuerbaute Behausung und Stadel samt der Schmiedgerechtigkeit für 1000 fl. Am gleichen Tag heiratet Josef Glatz Barbara Ellenrieder, die Tochter des Müllers von Grafertshofen. Sein Bruder ist der Weißgerber Johann Glatz (Seb.-Seiler-Str. x).

Um 1760 geht das Haus Illerberger Str. x (nach dem Tod von Paul Silberbaur?) an die Witwe Maria Bernauer, vorher Prof.-Jann-Gasse 6 (evtl. auch nur vermietet). Am 12.01.1764 erwirbt Joseph Glatz das benachbarte Häuslein Illerberger Str. x wieder zurück und geht nach dorthin aufs Altenteil. Die Schmiede übernimmt der Sohn Philipp Glatz.

Am 01.07.1788 kauft Josef Beyhl (Sohn des Stadtwirts Meinrad Beyhl, HS28) das Anwesen. Er war vermutlich kein Schmied und verpachtete die Schmiede. Ab 20.06.1801 wird Johann Georg Mayer als Eigentümer registriert. Im Jahr 1818 stehen Michael Mayer, Schmied, und Georg Maier, Schmied, im Einwohnerverzeichnis, letzterer mit dem Zusatz ‚lebt von Almosen‘.

1823 erwirbt der Schmiedmeister Othmar Hänsle Wohnhaus und Schmiedestatt, einen daran gebauten Stadel mit Stall und Hofraum. Er betreibt die Schmiede wohl nicht alleine, denn 1831 sind noch Leonhard Würth, Schmied, und Georg Maiers Witwe als Bewohner genannt. Im Dezember 1835 beantragt Hänsle, die Schmiede abzubrechen und neu zu erbauen. Hierbei soll der Eingang nicht mehr von der Memminger Str. aus erfolgen, sondern von der Illerberger Str., weil hier mehr Platz zum Abstellen von Wagen vorhanden sei. Außerdem möchte er von seinem südlichen Nachbarn (Georgenwirt, MM04) um 2-3 Schuh abrücken und den Neubau in die Bauflucht der Illerberger Str. stellen. Er beantragt hierzu die Überlassung des erforderlichen Grundes aus der Illerberger Str. Am 28.03.1836 stimmt der Magistrat dem Bau zu, max. aber bis zum Pumpbrunnen in der Illerberger Str. und um max.13 Schuh (ca. 3.80 m) in die Straße, außerdem sei der Wassergraben zum Stadtgraben mit einem gewölbten Kanal zu versehen und der Fahrweg (Illerberger Straße) durch eine Mauer zum Stadtgraben abzusichern, dies sei vor Baubeginn auszuführen. Der Platz vor der Schmiede sei für alle Zukunft frei von Wägen zu halten. Das Stadeltor müsse so angebracht werden, dass es den Fahrweg nicht behindert. Zuletzt wäre über die Veränderungen ein Plan zu zeichnen. Hänsle stellt die weiterführende Bedingung, den Kanal nur mit Tannen-Blöcken (?), nicht mit Dielen, zu belegen oder mit Mauersteinen zu pflastern. Der Magistrat besteht auf der Auskleidung des Kanals mit 3 Zoll starken Fichten-Dielen. Bei Pflasterung werde ein Ausschwemmen durch den Wasserstrom befürchtet. Am 08.04.1836 erklärt Hänsle, er wolle sich auf diese Bedingungen nicht einlassen und zieht seinen Bauantrag zurück. Hänsle baut statt dessen das Haus Hauptplatz 1 seines Schwiegervaters, Traubenwirt Schweighart, zur Schmiede um.

1837 kauft der Herrschaftsrichter Carl vom Schmied Othmar Hänsle das Gebäude Memminger Str. 2. Hiermit endet die Geschichte der Vorstadtschmiede. Er stellt 1837 einen Bauantrag zum Umbau und Einrichtung eines „Casino“-Saals im Obergeschoss, der hierzu eine bauliche Verbindung über die Traufgasse hinweg zur benachbarten Jörgenwirtschaft erhalten soll. Die Schmiedewerkstatt im Erdgeschoss wird ausgebaut und eine Wohnung eingebaut. Hierzu erhält das Gebäude auf der Nordseite (Illerberger Str.) eine gleichmäßige Fensterteilung. Vorher hatte die Werkstatt dort nur kleine Fenster. Am 14.07.1838 wird der Verkauf an Carl August und Babette (vorher HS08) protokolliert. Herrschaftsrichter Carl überschreibt das von Hänsle gekaufte ehemalige Schmidhaus an seine (Frl.) Schwester und stellt am 14.08.1838 für sie einen Antrag auf Anbau des Stadels nach Westen. Die städt. Baukomission hält das Baugrundstück für Eigentum der Kommune und wünscht eine Vermessung. Außerdem werden gestalterische Bedenken vorgebracht [und überlassen es dem höhern Ermessen, in wiefern der neue Anbau bezüglich auf Verschönerung im Allgemeinen u. insbesondere in Hinsicht der öffentlichen Stellung und der Promenade gegenüber die Genehmigung erhalten möge.] Carl ließ den Bau schon vor der Genehmigung beginnen, worauf ihm das Landgericht Roggenburg am 21.08.1838 den Bau einstellte.

Am 28.08.1838 legt Carl einen neuen Plan vor. Nun ist geplant, an den Saal des Casinos eine Terrasse anzubauen, welche auf runden Stützen steht und ein eisernes Geländer erhalten soll. Der Hofraum westlich der Remise soll gegen das Gelände mit einer Mauer abgefangen werden. Auch ist hier ein Zugang zur Kegelbahn der benachbarten Jörgenwirtschaft vorgesehen. Das vom Brunnen vor der Schmiede abfließende Wasser soll in einen Kanal gefasst werden. Die städt. Baukomission befindet die neue Planung nicht für besser, da das Grundstück immer noch der Kommune gehöre und die Gestaltung weder dem guten städtischen Bau-Geschmacke, noch den Rücksichten der Verschönerung an dieser Stelle entspreche. Das Landgericht Roggenburg teilte diese Ansicht und lehnte den Plan am 18.09.1838 ab.

Da Herr Carl seine Vorstellungen nicht verwirklichen klonnte, verkaufte er das Haus am 31.08.1839 an den Handelsmann Josef Hofstetter weiter. Dieser behielt das Haus bis zum 16.08.1850, als er es an den Apothekergehilfen Josef Kollmann weiterverkaufte. Kollmann verkauft das Haus am 22.01.1859 mit allem Inventar weiter an seinen Schwiegervater, den Fugg. Schlossgärtner Johann Micheler, für 3600 fl. Micheler kauft das Anwesen für seine Tochter und seinen Schwiegersohn Johann Habisreitinger und Ehefrau Euphemie Micheler, Kaufmannseheleute, die am 22.01.1859 neue Eigentümer werden. Diese Familie bleibt bis heute auf dem Haus.

1861 vergrößert der Spezereihändler Johann Habisreitinger seinen Laden, indem er den Hauseingang auf die Nordseite verlegt und den bisherigen Hausgang dem Laden zuschlägt. 1864 möchte Habisreitinger an sein Wohnhaus einen Anbau nach Westen vornehmen. Das dreistöckige Gebäude soll Wohnungen aufnehmen. Nach Zustimmung des Brandversicherungsinspektors in Günzburg stimmt der Magistrat dem Bauplan am 04.03.1864 zu. Ab 1876 ist Frau Euphemia Habisreitinger Witwe. Am 07.08.1883 übergibt sie das Haus an ihren Sohn Johann Habisreitinger und dessen Ehefrau Mathilde, geb. Bader, Kaufmannseheleute. Johann Habisreitinger erneurt Teile der umfassungsmauern und baut 1913 ein Lagergebäude an.

Am 02.12.1919 wird mit dem Sohn Hans Habisreitinger und seiner Ehefrau Margarete, Kaufmannseheleute, die nächste Generation Eigentümer des Gebäudes und des Ladens. Hans Habisreitinger ist Steuerinspektor und betreibt mit seiner Frau den Laden im Nebenerwerb. 1922 möchte er die Eingangstreppe überdachen, was ihm jedoch abgelehnt wird, da sie nicht in das Ortsbild passe. Zu dem Schutzdach des Habisreitinger gab der Bezirksbaumeister ein Gutachten ab, nach dessen Ergebnis Habisreitinger seinen Bauplan abändern oder auf das Vordach verzichten soll. Am 22.06.1923 wird die Erneuerung der Freitreppe vor dem Haus endgültig nicht genehmigt, es wird eine Verlegung in den Hausflur empfohlen. 1923 wird vor dem Haus ein Trottoir angelegt.

1928 führt Habisreitinger umfangreiche Baumaßnahmen am Haus durch. Es wird eine Café-Gaststätte eingebaut und das Fachwerk im Obergeschoss freigelegt. Am 04.05.1928 erhält Hans Habisreitinger die Gaststättenkonzession für alkoholfreie Getränke. Mit der Transferierung der Taferngerechtsame von MM04 (ehem. Georgenwirtschaft) auf MM02 bestand seitens der Stadt kein Einverständnis, die Konzession wurde aber auf den Ausschank von Wein erweitert. Nach dem Ausschank für Bier bestehe kein Bedürfnis, da sich in nächster Nähe 2 Gastwirtschaften befinden und insgesamt 19 Bierwirtschaften in Weißenhorn vorhanden seien. Am 05.05.1933 wurde die Gaststättenkonzession auf den Sohn Erwin Habisreitinger ausgestellt, der am 26.04.1944 auch vollständiger Eigentümer des Gebäudes wurde. 1948 firmiert er als Kolonialwarenhändler. Mit Beschluss des Stadtrats vom 07.10.1938 wurde dem Café Habis auf Betreiben der NSDAP die Konzession entzogen und dem Café Heinrich in der Bahnhofstr. 4 erteilt.

1952 wird die Gaststätte in den Raum über dem Nebengebäude in der Illerberger Straße erweitert. 1953 wird eine Garage eingebaut. Außerdem soll die Nordansicht verändert werden, was aber nicht durchgeführt wird. 1956 wird unter das Vordergebäude nachträglich ein Keller gegraben und im OG weitere Zimmer eingebaut. 1961wird der Laden zu einem SB-Laden umgebaut und erhält hierzu größere Schaufenster. 1980 wird das Café umgebaut und modernisiert, es erhält außerdem eine neue Werbeanlage.

Das Nebenhaus Illerberger Str. x

Die ehemalige kleine Behausung wurde vermutlich 1594 an Stelle eines Vorgängers von vor 1465 erbaut und um 1826 abgebroche. Neubebauung 1864 als Anbau an Memminger Str. 2.

Eigentümer vor 1465 sind archivalisch nicht feststellbar, 1465 ist Jos Clelin genannt, 1492 Leonhard Klolin, der 1507 Lenhart Klelein genannt wird. 1508 gehört das Haus dem Seiler Hans Ulen, auch Ulm geschrieben, ab 1511 Laurin. Sein Sohn Michl übernimmt 1515 das Haus. Für die Jahre 1518-1548 liegen keine Aufzeichnungen vor.

1548 ist Hans Sattler genannt, ab 1559 Hans Willboldt, Sattler. Vielleicht handelt es sich bei Hans Sattler und Hans Willboldt um dieselbe Person, indem vorher die Berufsbezeichnung Sattler auch als Familienname gebraucht wurde. 1562 sind Lenhardt Clelen und Marten Seyfurth Teileigentümer; es ist nicht klar, wer welches Teileigentum besaß. 1567 ist Marthen Seyferts Witwe alleinige Besitzerin des Hauses.

1570 erwirbt der Nachbar Anton Kretz, MM02, dieses Grundstück dazu. Vermutlich bricht er oder sein Nachfolger Ketterle dieses Gebäude in den folgenden Jahren bis 1594 ab, denn das Grundstück wird wieder veräußert und neu bebaut.

1594 finden wir mit Jacob Engel einen neuen Eigentümer, es wird von einem Neubau ausgegangen. Es ist nicht offensichtlich, warum der Neubau eine solch unregelmäßige Form bekam. Vielleicht ragte der alte Bau zu weit in die Illerberger Str., so dass man diese Engstelle beseitigen wollte. Mit nur 24 m² Grundfläche wurde der Neubau extrem klein.

1598 ist Georg Steichelin Eigentümer, er zieht 1601 auf das Gebäude Illerberger Str. 3 und verkauft das Häuschen an Bernhardt Ried. 1614 wird der Wert der Behausung mit 160 fl angegeben. 1629 wird der Kürschner Hans Schmidt Eigentümer.

1660 geht das Haus wieder an den Eigentümer Memminger Str. 2, jetzt Adam Glatz, es steht nur noch mit 80 fl Wert zu Buche. In den nächsten Jahren wechseln die Eigentümer häufig, am 26.03.1685 wird das Haus Hannß Staudt zugeschrieben, 1687 Hans Krautheim, 1688 dem Schneider Hannß Hänle, 1698 dem Schrannenmeister Andreas Hänle, 1716 dem Karrenknecht Joseph Böck und danach an den Strumpfstricker Gottfried Fürst. Dieser wechselt 1729 auf das Haus Obere Mühlstr. 8 und Paul Silberpaur von der Memminger Str. 2 erwirbt das Haus. Er behält dieses Haus auch nach der Übergabe an seinen Stiefsohn Joseph Glatz und benutzt es wohl als Altenteil.

Am 11.06.1745 erwirbt Maria Bernauer, Witwe des Hospitalmeisters Michael Bernauer (Prof.-Jann-Gasse 6), das Haus und bewohnt es bis zu ihrem Tod am 12.07.1763. Danach geht das Haus wieder an den Eigentümer von MM02, Joseph Glatz. 1771 wird ihm ein S.V. (Abort) und Schweinestall vom Rat genehmigt. 1773 ist Josepha Glazin hier wohnhaft. Dies dürfte seine Tochter gewesen sein.

Am 09.03.1776 erwirbt der Georgenwirt Jacob Zeller das Haus, ab 18.01.1781 sind Agathe und Antonia Pfeiffer die Eigentümer. Im Einwohnerverzeichnis ist ein Ignaz Pfeiffer genannt mit dem Zusatz ’sinnlos‘, vermutlich ist hiermit eine Geisteskrankheit gemeint. Er ist auch noch 1818 hier aufgeführt. 1819 sind Euphrosina Britzger und Katharina Wohlgeschaft, Witwe, hier geführt. Euphrosina Britzger ist 1819 auch im Gebäude Hauptstr. 2 genannt. Es dürfte sich um die Tochter des Ignaz Prizger handeln, denn sie ist nicht als Witwe bezeichnet. Vermutlich hat sie sich nach dem Tod ihres Vaters hier eingekauft. 1821 wird ihr Beruf als Krämerin angegeben.

1823 kauft der Knopfmacher Math. Bischofberger von Illertissen das Hs.Nr. 232 der Euphrosima Baitzger für 475 fl und möchte sich hier mit seiner Braut Kreszens Maierhauser ansässig machen. Der Magistrat lehnt das Gesuch ab, da das Gebäude höchstens 2 alten Personen Platz biete und auch keinen Platz für eine Ökonomie habe. Beim Berufe des Antragstellers sei aber eine Ökonomie für den Nahrungsstand erforderlich, da aus der Knopfmacherei kein hinreichender Verdienst zu ziehen sei. Der Brautvater, Schreinermeister Mathes Maierhauser (An der Mauer 11), kauft daher für 850 fl das Anwesen des Zimmermeisters Schlögel (Wettbach 27). Auf dieser Grundlage erhält Bischofberger das Recht zur Ansässigmachung.

1824 wird noch Maria Anna Maier als Eigentümerin genannt. Bei ihr handelt es sich höchstwahrscheinlich um die verwitwete Bräuhauspächterin. Nach Angabe von Wylicil erwarb sie am 20.06.1816 das Gebäude Hauptstr. 20. Dieses Datum muss bezweifelt werden, die Primärquelle konnte nicht gefunden werden. Im Einwohnerverzeichnis ist Marianne Mayer erst ab 1831 dort genannt. Andererseits ist sie 1824 hier auf dem Haus Illerberger Str. x genannt. Dieser Sachverhalt konnte noch nicht abschließend geklärt werden.

Zwischen 1823 und 1827 wurde das Gebäude abgebrochen. In der Uraufnahme 1823 ist es noch eingetragen, in der Reinzeichnung 1827 fehlt es bereits. Das Grundstück ging an das Anwesen MM02, leider ist nicht dokumentiert wann und an wen.

Quellen:

Quellen:
1, 2, 3, 4, 5, 6 Stadtarchiv Weißenhorn; Foto: Heimatmuseum Weißenhorn

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