Bärengasse 4,  private Gebäude

Das Haus Bärengasse 4

Das Haus Bärengasse 4 wird zurzeit saniert und umgebaut. Das soll zum Anlass genommen werden, seine Geschichte näher zu betrachten.

Das Grundstück Bärengasse 4 trug von 1785-1882 die Hausnummer 71 und von 1882-1921 die Hausnummer 73. Eine Bebauung des Grundstücks lässt sich bis 1475 zurückverfolgen, sicherlich war es auch schon früher bebaut. Von 1475 bis 1570 ist eine Familie Braun dort ansässig, 1651 heißt der Besitzer Schottmüller. Von ca. 1665 an wird das Haus als Bäckerei gennannt, der sog. ‚Saurbeck‘, der Bäcker heißt aber Seiz. 1705 stirbt Anton Seiz, das Erbe wird aufgeteilt und ein Bäcker Joseph Müller führt die Bäckerei, dessen Sohn Jacob 1738 die Bäckerei übernimmt. Ab 1771 ist ein Josef Kretz der Bäcker, 1793 gefolgt von Bernhard (oder Leonhard, die Schreibweisen sind schlecht zu unterscheiden) Spegele, ebenfalls Bäcker, evtl. der Schwiegersohn, weil die Witwe Kretz weiter hier genannt wird.

Das heutige Gebäude wurde 1807 durch diesen Leonhard Stägele (Schreibweise!) neu erbaut, wobei das Haus um 1,17 m nach Norden und 58 cm nach Westen gegenüber dem Vorgänger vergrößert wurde. 1832 lebt Leonhard nicht mehr und sein Sohn Bernhard verkauft das Haus 1841 an den Adlerwirt Geiger. Dessen Sohn Joachim verkauft am 30.12.1842 das Haus an den Hufschmied Josef Röhrle. Seitdem war hier eine Schmiede ansässig, die den nördlich angrenzenden öffentlichen Platz als Arbeitsfläche mitbenutzte. Auch auf dem Haus Hauptstr. 25 war seit der ersten Erwähnung 1465 bis 1833 eine Schmiede ansässig, die auch den Platz als Arbeitsfläche nutzte, weshalb sich der Name ‚Schmiedplatz‘ hierfür einbürgerte.

Am 03.06.1884 erwarben Wendelin Fischer und seine Braut Maria Schiefele aus Breitenthal das Anwesen. Wendelin Fischer übergab am 15.05.1926 an seinen Sohn, Schmiedemeister Martin Fischer, der am 17.05.1926 Theresia Dirr aus Bubenhausen heiratete. 1959 heiratete Hans Friedrich die Tochter Sieglinde Fischer und übernahm die Schmiede, die er zu einer Schlosserei entwickelte. Hans Friedrich starb 1997. Die Familie Fischer blieb auf dem Haus bis zum Verkauf im Jahr 2020. Zurzeit wird das Haus saniert und erhält 4 Wohnungen.

5 Comments

  • Degant Alfred

    Eines der ältesten Häuser der Stadt ist die Hauptstr.12 ehemal Gasthof zur Sonne.Es wurde 1535 erbaut. 1908 wurde es von meinem Großvater karl Mareis sen.erworben und zu einer Buchdruckerei umgebaut.

  • Heinrich Acker, Weißénhorn Ringeisenstraße 10

    Sehr geehrter Herr Günther,
    mit großem Interesse habe ich den Bericht über das Gebäude Bärengasse 4 (Schmiede) gelesen. Vielen Dank dafür. Zu dem Bild um 1910 möchte ich anmerken, dass es zwischen den Jahren 1920 – 1925 entstanden sein muss. Meine Großmutter Maria Fischer, geb. Schiefele ist am 24.12.1925 verstorben. Sie ist auf dem Bild ganz links im Fenster zu sehen. Daneben in Richtung rechts sind zu erkennen Martin Fischer, der die Schmiede später weitergeführt hat, sowie mein Großvater Wendelin Fischer, daneben Erich Fischer, Otto Fischer und meine Mutter Elisabeth Acker geb. Fischer. Meine Mutter ist am 11.12.1905 geboren.
    Meine Großmutter ist eine geborene Schiefele – nicht Schieferle.
    Nochmals vielen Dank
    Heinrich Acker

    • Burkhard Günther

      Sehr geehrter Herr Acker,
      vielen Dank, das ist genau die Art Feedback, die ich möchte. Ich werde Ihre Anmerkung umgehend einarbeiten. Wenn Sie noch alte Fotos hätten, wäre ich sehr dankbar.

  • Baier Carmen

    Lieber Herr Günther,

    wir finden es sehr schön, so viel über die Bärengasse 4 zu lesen.

    Wir bitten Sie jedoch einen entscheidenden Abschnitt des Gebäudes nicht zu vergessen und in Ihre historische Zusammenfassung mit aufzunehmen.

    Unser Vater Hans Friedirich heiratete 1959 Sieglinde Fischer. Nach dem Tod von Herr Fischer im Jahre 1960 übernahme Hans die Schmied, baute diese jedoch zu einer Schlosserei um. Familie Friedrich führte eine kleine erfolgreiche Schlosserei bis zum Tod von Hans Friedrich im Jahr 1997. Danach wohnte seine Frau Sieglinde, zusammen mit dem Sohn Martin in dem Haus, bis zum Tod von Sieglinde 2019. Das Haus wurde daraufhin von Familie Friedrich im Jahr 2020 verkauft.

    Mit freundlichen Grüßen

    Ihr langjährigen Nachbarinnen
    Sonja und Carmen geb. Friedrich

    • Burkhard Günther

      Hallo ihr Beiden,
      das nehme ich natürlich gerne auf, wenn Sie es freigeben. Aus Datenschutzgründen veröffentliche ich in den Berichten keine Namen und Daten der letzten 50 Jahre, außer die Namen und Ereignisse sind öffentlich gewesen (Zeitungsberichte o.ä.). Aber wenn Sie nichts dagegen haben, veröffentliche ich diese interessanten Daten gerne.

      Liebe Grüße
      B. Günther

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