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Das Gasthaus Kanne – Memminger Str. 11 und Hollstr. 9

Das Gasthaus Kanne erhielt seinen Namen vom Beruf des Kannengießers Christoph Dietsch von 1645. Es wurde früher Kantenwirtschaft genannt und war an zwei Orten. Von 1674 – 1865 befand sich die Gaststätte in der Memminger Str. 11, ab 1865 war sie in der Hollstr. 9 ansässig. Eine Brauerei wurde nur in der Memminger Str. 11 betrieben. Beide Gebäude bestehen nicht mehr, sie wurden abgebrochen und durch zeitgemäße Neubauten ersetzt.

Standort 1: Memminger Str. 11

Erstbebauung bis 1595

Der erste archivalische Nachweis des Gebäudes stammt aus dem Jahr 1496, damals war Claus Kürßner der Besitzer. Vermutlich war das Haus aber älter. Ihm kann jedoch kein Eigentümer aus früheren Steuerverzeichnissen glaubhaft zugeordnet werden. Die Namensnennung des Eigentümers differiert in den folgenden Jahren stark, was aber bei der damaligen ungeregelten Rechtschreibung häufig ist. So wird der Name 1505 Kereße geschrieben, 1506 Kistner, 1508 Krestner und 1511 wieder Kürßner. 1501 wird der besitzer Claus Kamensetzer genannt, was als Berufsbezeichnung Kannensetzer(gießer) gedeutet werden kann. Die Berufsbezeichnung als Name zu verwenden war zu dieser Zeit auch durchaus üblich.

Im Jahr 1515 wird kein Eigentümer genannt, 1517 erscheint Michl Kirßner. Für die Jahre 1518-1548 liegen keine Aufzeichnungen vor. 1548 wird Martin Schön mit Behausung und Hofraiten erwähnt, also ein kleines Gebäude ohne Stadel und Garten. 1553 sind Martin Schöns Nachkommen und Enderlin Trayttlin, Fuhrmann. die Eigentümer, ab 1556 nur noch Enderlin Trauttlin.

1594 ist das Anwesen nicht mehr im Steuerbuch verzeichnet, im Zinsbuch der Liebfrauenpfleg erscheinen Urban Rentz und Jacob Rentz, beide von Hauptplatz 8, hier mit einem Zweitbesitz. Vielleicht stand das Haus zu dieser Zeit aber auch nicht mehr. Anschließend wurde das Grundstück verkauft und neu bebaut.

Zweitbebauung 1595-1974

1595 wird Paul Schatz als Eigentümer genannt, vermutlich baute er das Haus neu. 1610 steht Jacob Käckh von An der Mauer 13 als Steuerpflichtiger im Steuerbuch. Es handelt sich hier vemutlich um einen Zweitbesitz von Jacob Käckh. Sein Steuersatz geht im Jahr 1610 um 2 fl 30 x nach oben, was ungefähr der Steuer des Paul Schatz (2 fl 20 x) entspricht. 1614 übernimmt Mathäus Käckh von Biberach (wahrscheinlich Verwandtschaft) das Haus MM11 und Jakob Käckhs Steuer sinkt wieder. Das Anwesen wird als Behausung, Hof, Stadel und Garten mit einem Wert von 1000 fl beschrieben. Nachdem im Liegenschaftsbeschrieb nun ein Stadel genannt wird, muss ein solcher im Zuge des Neubaus gebaut worden sein.

Im Jahr 1617 ist Georg Aichel Besitzer, 1621 Georg Bayer und 1622 Christoph Sauer. Ihm folgt ab 1629 der Notarius Hans Zeller, ab 1632 seine Witwe und ab 1636 seine Erben, der Wert wird mit 600 fl beziffert. Hans Zeller muss in finanziellen Schwierigkeiten gewesen sein, denn es wird noch 1643/44 ein Schuldprozess gegen ihn angestrengt. In diesem Zug waren die Erben wohl gezwungen, das Haus zu verkaufen.

Wohl um 1645 erhielt das Haus mit dem Kannengießer Christoph (Stoffel) Dietsch einen neuen Eigentümer. Der Wert wurde nur noch mit 450 fl angeführt. Christoph Dietsch war ein Sohn des Bürgermeisters Anton Dietsch, der die noch heute existierende Dietsch’sche Wohltätigkeitsstiftung ins Leben rief. Der Beruf des Christoph Dietsch gab der nun folgenden Gastwirtschaft seinen Namen.

Am 23.07.1677 übernahm Hans Dietsch von seinem Vater das Gebäude. Hans Dietsch hatte ab 1669 beim Engelwirt Hans Linckh das Bräuerhandwerk erlernt. 1674 kaufte noch sein Vater das Braurecht des Hauses Hauptplatz 8 und übertrug die Braugerechtigkeit nach hierher. Hierdurch stieg der Wert der Immobilie wieder,so dass sie 1682 als Behausung, Hofraithin, Stadel und Garten sambt der erkaufften Prewgerechtigkeit mit einem Wert von 690 fl in den Büchern stand. 1706 war der Wert bereits auf 750 fl gestiegen.

Hans Dietsch hatte zwei Söhne. Anton Dietsch erlernte das Bräuerhandwerk und starb 1729 auf der Wanderschaft in Belgrad (damals Ungarn). Franz wurde Bäcker und kaufte um 1700 die Bäckerei Hauptplatz 8. Franz verwaltete das Vermögen seines Bruders bis zu dessen Tod. Anschließend wurde das Vermögen abgerechnet.

Im Jahr 1716 ist Sebastian Sayler als Kantenwirt genannt. Er dürfte eine Tochter des Hans Dietsch geheiratet haben, denn bei Dietschs Tod 1722 werden noch Erbansprüche geltend gemacht. Sebastian Sayler stirbt 1721, er hinterlässt 2 unmündige Kinder: Franz und Anna Maria, deren Vermögen wird bis 1740 von verordneten Pflegern verwaltet. Wohl noch 1721 heiratet Hans Jörg Stigele Sailers Witwe Barbara. Stigele könnte ein Abkomme des Lammwirts Michael Stiegele sein. Die Ehe muss sehr kurz gewesen sein, denn auch noch 1721 stirbt Barbara schon und im selben Jahr noch heiratet Hans Jörg Stigele mit Magdalena Walser von Buxheim ein zweites Mal. Stigele führt die Kantenwirtschaft bis 1739.

Der nächste Wirt ab 1739 heißt Bernhart Kast. Er stirbt 1753, seine Witwe Maria heiratet in zweiter Ehe den Bräuknecht Thomas Frick aus Beuren. Maria stirbt 1760. Bereits 1754 erscheint mit Michael Müller schon der nächste Kannenwirt. Es konnte hier nicht geklärt werden, in welcher Form Michael Müller hier Wirt wurde, ob er die Witwe Kast/Frick heiratete, ob er nur als Pächter fungierte oder den Gasthof kaufte. Michael Müller könnte verwandtschaftlich mit dem Sternwirt Christoph Müller zusammenhängen.

Für das Jahr 1779 ist bei Wylicil eine Hochzeit zwischen dem Sohn des Storchenwirts Joseph Winkle und einer Jungfrau Müller (ohne Quellenangabe) aufgeführt. Da sich dies mit dem Zeitpunkt der Übernahme der Kanne durch Joseph Winkle am 17.08.1779 deckt, kann angenommen werden, dass es sich bei der Jungfrau Müller um die Tochter des Michael Müller handelt.

Joseph Winkle wird 1824 vom Bräuer Karl Fahrenschon abgelöst, bevor am 22.01.1829 das Ehepaar Franz und Kreszenz Wagner neue Eigentümer werden. Franz Wagner baut 1844 an sein Ökonomiegebäude eine Holzremise nach Osten an. Wagner stirbt am 28.04.1859. Nach seinem Tod 1859 führt seine Witwe Kreszenz das Lokal weiter und überschreibt es zum 26.02.1863 an ihren Sohn Josef. Dieser stirbt jedoch recht bald, so dass 1864 das Haus wieder an seine Mutter und seine Schwester zurückfällt. Kreszens Wagner stirbt 1868. Ab 10.12.1868 ist die Tochter Anna Alleinbesitzerin. Sie heiratet am 08.03.1869 Melchior Saumweber.

In den folgenden Jahren wird die Kannenwirtschaft von der Memminger Str. 11 an den neuen Standort Hollstr. 9 verlegt. Leider konnte das genaue Procedere nicht ganz geklärt werden. Nach Wylicil soll Franz Knaur schon 1865 auf der Kantenwirtschaft gewesen sein. Zu dieser Zeit war aber noch eindeutig die Familie Wagner auf diesem Haus. Knaur könnte aber schon 1865 die Hollstr. 9 erworben haben und danach die Gaststättenkonzession von MM11 gekauft haben, weil nach dem frühen Tod von Josef Wagner kein Bräuer mehr vorhanden war und Kreszenz und Anna Wagner kein Interesse mehr an einer Gastwirtschaft hatten und auch Melchior Saumweber kein Bräuer war. Das Braurecht wird offenbar nicht auf die Hollstraße übertragen, dort wird keine Brauerei mehr eingerichtet. Somit endet der Brauereibetrieb Kanne um 1865.

Sicher ist, dass 1875 mit dem Wagnermeister Johann Pfohmann ein neuer Eigentümer auf dem Haus war, wobei der Kauf schon einige Jahre früher gewesen sein kann. Er baute 1879 ein Getreideviertel an und verlegte den Brunnen in die Küche. Im Zuge dieses Baus brach Pfohmann auch den hinten quer stehenden Stadel ab und baute noch eine kleine Remise hinzu.

1882 erscheint mit dem Schuhmacher Bernhard (a.a.O. Leonhard) Bertele ein neuer Eigentümer. Dieser wechselt 1890 die Fenster aus. Im Einwohnerverzeichnis 1906 ist der Ökonom Jakob Harder als Eigentümer genannt, 1908 beantragt ein Ökonom Max Schultheiß eine Umfassungserneuerung und 1912 wird durch den Ökonomen Ludwig Kälberer eine Kaminerneuerung beantragt. Kälberer war auch Schuhmacher. 1917 baut er einen Stadel an. Hierbei wird das alte ‚Biergässel‘ zur Schulstr. überbaut. Da der Gang seinerzeit von dem Besitzer von Hs.Nr. 312, worauf eine Gastwirtschaft betrieben wurde, nur als Zugang zu seinem Geschäfte angelegt wurde, hat der Magistrat kein Interesse und vermag es nicht als öffentlichen Weg anzuerkennen und ersucht deswegen das Bezirksamt von einer notariellen Verbriefung der Errichtung eines Servituts Abstand zu nehmen. 1923 baut Jakob Kälberer eine Werkstätte ein.

In den Jahren bis 1932 wurde das Haus verkauft, die Privatiere Therese Dauner (vormals MM08) zieht hierher aufs Altenteil. Nach ihrem Tod wird das Haus von (ihrem Sohn?) Anton Dauner, Kaufmann landw. Produkte) besessen.

Abbruch und Neubebauung nach 1974

Anton Dauner wird zwar im Adressbuch 1977 noch als Eigentümer geführt, er hatte aber schon spätestens 1974 das Haus an den Nachbarn Johann Wolf verkauft. Dieser kaufte das Haus, um sein Schuhgeschäft auf MM13 zu vergrößern. 1974 wurde das alte Haus abgebrochen und während der Umbauarbeiten auf MM13 ein Behelfsbau aufgestellt.

1980 wurde dann ein Neubau in adaptierter Formensprache unter Verwendung der Altbausubstanz MM13 erstellt. 1984 wurde der Verkaufsbereich nochmals vergrößert und 1985 die Eingangs- und Schaufensteranlage sowie die Werbeanlage verändert. Das Haus bildet jetzt zusammen mit MM13 eine bauliche Einheit.

Standort 2: Hollstraße 9

Vorgängerbebauung Kapuzinerkloster

An dieser Stelle befand sich von 1667 bis 1812 das ehemalige Kapuzinerkloster. Dieses wurde im Zuge der Säkularisation aufgelöst und 1806 auf Abbruch versteigert. Der Abbruch fand im Jahr 1812 statt. Nach dem Abbruch von Kirche und Kloster blieben nur noch die Grnzmauern stehen. Das Klostergrundstück wurde parzelliert und in mehrere Gärten aufgeteilt. Vom ehem. Haupteingang des Klosters wurde bis zur späteren Röslestr. ein Mittelerschließungsweg angelegt. Außerhalb der Klostermauern setzte ab ca. 1830 eine Bebauung ein, die teilweise auf Widerstand der Gartenbesitzer stieß. [7]Dem Kapuzinerkloster bleibt ein gesonderter Beitrag vorbehalten

Erstbebauung 1835-2013

Das Gartengrundstück, auf welchem das Haus Hollstr. 9 errichtet wurde, gehörte vor 1835 dem Seifensieder Ott. Der Metzler Karl Fahrenschon beantragte am 14.07.1835 die Erbauung eines neuen Wohnhauses mit Laden an der Südwest-Ecke des Kapuzinergartens. Hierzu wollte er die Mauer teilweise abbrechen. Er hatte das Grundstück von der Seifensieders-Witwe Ott unter der Bedingung gekauft, dass er hier eine Baugenehmigung bekäme. Die anderen Eigentümer des Kapuzinergartens wollten hierfür aber eine Entschädigung, weil er die Ziegel der gemeinschaftlichen Mauer zum Bauen verwenden könne. Der Färbermeister Götz als Vertreter der Eigentümer wollte den Platz auch für den Bau eines späteren Landgerichtsgebäudes freihalten. Fahrenschon teilte diese Meinung nicht, weil er auch verhältnismäßiger Eigentümer der Mauer sei und die übrigen Eigentümer keinen Nachteil hiervon hätten. Den durch den „Winkelbruch“ entstehenden Platz an der Einfahrt zum Schießstattfeld überlasse er der Gemeinde. Man lud die Eigentümer für den 18.07.1835 vor und ließ sie über den Bau abstimmen. Von 12 anwesenden Eigentümern stimmten 9 für das Bauvorhaben. Am 31.07.1835 entschied der Magistrat, auch den Löwenwirt Hörmann, der einen Acker südlich der Kapuzinermauer besaß, als Beteiligten zu hören. Am 29.07.1835 (?) gab Hörmann zu Protokoll, der Acker und auch der Weg zur Schießstatt gehöre ihm. Fahrenschon wolle auf die Grenze bauen, wonach seinem Acker ein Nachteil entstehe. Er könne nur zustimmen, wenn Fahrenschon so weit von der Grenze abrücke, dass er um sein Haus herumlaufen könne. Am 07.08.1835 lehnte der Magistrat daraufhin das Baugesuch ab.

Im Jahr 1840 unternahm der Hafnermeister Andreas Schmid einen neuen Versuch zur Beabuung des Grundstücks. Er hatte einen Teil aus dem Kapuzinergarten erworben und wollte seine Hafnerei vom Gebäude Schulstr. 10 dorthin verlegen. Durch den Neubau Brechtenbreiter (Schulstr. 12) habe er seinen Trockenplatz verloren. Die übrigen Gartenbesitzer wandten sich gegen den Bau und argumentierten, man habe den Garten nur zu dieser Nutzung erworben, und kein einzelner hätte das Recht sein Grundstück zu überbauen. Es werde die Umschließung des Gartens verletzt und die Mauer gehöre allen Eigentümern gemeinsam. Das LG Roggenburg sah aber keine baurechtlichen Belange verletzt und hielt die Nachbareinsprüche nur für zivilrechtlicher Natur. Daraufhin erhoben die Gartenbesitzer privatrechtlich Einspruch gegen das Bauvorhaben. In einem gerichtl. Vergleich vom 06.11.1848 verpflichtete sich Schmid, an sämtliche Kläger für ihre eingeklagte Entschädigung 33 fl (insgesamt) bis kommende Ostern als Abfindung zu bezahlen. Außerdem verpflichtete er sich, die entstehende Mauerlücke wieder durch einen Zaun zu schließen. Das Gericht stellte das gemeinschaftl. Eigentum der Mauer ausdrücklich fest. Schmid konnte das Haus somit bauen und feierte am 12.08.1841 Richtfest. Fertiggestellt wurde das Haus am 20.11.1845.

Schmid besaß das Haus bis zum 13.03.1863, als es an den Ökonomen Xaver Böck verkauft wurde. Im gleichen Jahr baute Böck einen Stadel in das rückwärtige Grundstück, der später zu dem Wohnhaus Gabelsbergerstr. 1 umgebaut wurde. 1864 wurde das Ökonomiegebäude nochmals durch einen Küchenanbau auf der Ostseite vergrößert.

In den folgenden Jahren wurde die Kannenwirtschaft von der Memminger Str. 11 an den neuen Standort Hollstr. 9 verlegt. Leider konnte das genaue Procedere nicht ganz geklärt werden. Nach Wylicil soll Franz Knaur schon 1865 auf der Kantenwirtschaft gewesen sein. Zu dieser Zeit war aber noch eindeutig die Familie Wagner auf diesem Haus. Knaur könnte aber schon 1865 die Hollstr. 9 erworben und danach die Gaststättenkonzession von MM11 gekauft haben, weil nach dem frühen Tod von Josef Wagner kein Bräuer mehr vorhanden war und Kreszenz und Anna Wagner kein Interesse mehr an einer Gastwirtschaft hatten und auch Melchior Saumweber kein Bräuer war. Das Braurecht wurde offenbar nicht auf die Hollstraße übertragen, dort wurde keine Brauerei mehr eingerichtet. Somit endete der Brauereibetrieb Kanne um 1865.

Franz Knaur erwarb die beiden Gebäude Hollstr. 7 und 9 von Xaver Böck, der Zeitpunkt ist unklar. Im Einwohnerverzeichnis 1875 ist er jedenfalls als Eigentümer beider Gebäude aufgeführt. 1882 wird er als Wirt benannt. 1889 lässt seine Witwe Kreszens den Küchenanbau von 1864 aufstocken, so dass auch dieser Gebäudeteil zweigeschossig wird. Zwischen 1890 und 1894 verkauft Kreszenz Knauer die beiden Gebäude getrennt, HO07 geht an Franz Kempf, HO09 geht an Johann Frieß. Der Stadel von 1879 wird HO09 zugeschlagen.

Ab 1894 führt Johann Frieß die Gastwirtschaft fort. Er lässt 1894 Pissoir und Abort erneuern und baut 1895 ein neues Eishaus. 1900 wird der Stadel hinter Hollstr. 7 abgebrochen und durch einen neuen Stadel mit Gaststallung ersetzt. Dieser Stadel wurde später zum Molkereigebäude Hollstr. 5 (später Kapuzinerstr. 2) umgebaut. 1905 wird noch der Giebel am Stadel erneuert. 1906 bewirbt Johann Frieß die Wirtschaft im Adressbuch.

Am 19.08.1911 erwirbt der Gärtner Ludwig Rausch von Ichenhausen das Anwesen. Am 07.09.1911 erhält er die Gaststättenkonzession. Ab 21.06.1929 haben Gustav und Rosina Egger, geb. Kämmerle, die Gaststättenkonzession inne, bevor sie am 11.10.1929 das Gebäude auch kaufen können. Der Alteigentümer Ludwig Rausch behält den Stadel von 1900 und baut diesen zu einem Wohnhaus um (später Kapuzinerstr. 2).

Die Gaststätte überlebt die Weltwirtschaftskrise nicht. Sie wird am 02.10.1929 zwangsversteigert. Am 23.10.1931 erhält Johann Schuster die Gaststättenkonzession, aber schon am 29.04.1932 übernimmt Otto Rindle die Kanne. Doch auch er kann sich nur sehr kurz halten. Am 15.06.1932 geht das Lokal mit Friedrich Möhle, Braumeister und Brauereipächter in Oberkirchberg, an einen solventeren Eigentümer über. Möhle hat aber ebenfalls keinen Erfolg, am 15.05.1936 wird die Gaststätte geschlossen.

Am 04.09.1936 kaufen die Eheleute Anselm und Theresia Bader (Platzmetzger Hauptplatz 2) das Gebäude. Am 11.09.1937 erhält der Metzger Anton Haas die Gaststättenkonzession, am 16.11.1937 ist es Anton Frey aus Schießen. Ab 17.05.1939 firmiert ein Jakob Hilbert, Gastwirt in New York, derzeit in Unteregg, als Wirt. Im Einwohnerverzeichnis 1948 ist wieder Anton Frey als Gastwirt zur Kanne aufgeführt.

Am 21.03.1951 erwerben die Viehkaufleute Alois und Helmut Frieß den Gasthof. So kommt nach 40 Jahren der Name Frieß auf das Gebäude zurück. 1956 wird die Wohnung im OG umgebaut und erhält wohl in diesem Zusammenhang auch neue Einscheibenfenster. 1959 und 1964 ist Alois Frieß als Kaufmann und Gastwirt genannt. 1968 ist Helmut Frieß der Eigentümer, die Gaststätte ist an Walburga Schuhmacher verpachtet. 1977 ist Ria Orzelski die Pächterin und 1984 wird die Gaststätte als Pizzeria von der Familie Falcone geführt. Im Jahr 1989 erteilt die Stadt die Erlaubnis zur Einrichtung eines Biergartens auf der gegenüberliegenden Straßenseite im ehemaligen Schulhof.

1997 wird Salvatore Intili als Pächter genannt. Im Jahr 2011 wird die Gaststätte vom Wirtschaftskontrolldienst überprüft und wegen hygienischer Mängel geschlossen. Da sich eine Sanierung des Gebäudes wirtschaftlich nicht lohnt, entscheidet sich die Eigentümerin für einen Neubau.

Neubau 2013

Die alte Kannenwirtschaft wird 2013 abgebrochen und durch einen modernen Neubau in adaptierter Gestaltung ersetzt. Nachdem schon das Nachbargebäude Hollstr. 7 im Jahr 2007 abgebrochen und durch einen modernen Neubau ersetzt wurde, entstand hier jetzt ein Ensemble moderner angepasster Gebäude. Vor dem Haus wurden Stellplätze angelegt.

Quellen:

Quellen:
1, 8, 9, 10 Stadtarchiv Weißenhorn; Foto: Heimatmuseum Weißenhorn
2, 3, 4, 5, 6, 11, 12, 13, 14, 15, 16 Heimatmuseum Weißenhorn; Foto: Heimatmuseum Weißenhorn
7 Dem Kapuzinerkloster bleibt ein gesonderter Beitrag vorbehalten

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