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Das Café Edel – Östliche Promenade 12

Im Rahmen der Bebauung der östlichen Promenade wurde 1866 das erste Caféhaus in Weißenhorn eröffnet. Das Café bestand bis 1977.

Die Östliche Promenade ist Teil der ehemaligen Stadtbefestigung, bestehend aus Wall und Graben. Im 19.Jhdt. wurde der Graben sukzessive verfüllt und der Wall abgetragen. Im gleichen Zug begann die Bebauung, wobei die Gebäude östlich des Grabens lange Zeit nur über kleine Brücken zu erreichen waren. Nach Einsturz der Pfarrkirche 1859 wurde auf den heutigen Grundstücken Östl. Promenade 14-16 im Jahr 1860 eine hölzerne Interimskirche errichtet, was die Grabenverfüllung und Erschließung der östlichen Bauplätze wesentlich beförderte. (Die Geschichte der Östlichen Promenade ist in einem separaten Beitrag behandelt)

1866 kauft der Konditor Carl Mack, vorher wohnhaft An der Mauer 7, das Grundstück neben der Interimskirche und beantragt den Neubau eines Wohnhauses mit Konditorei. Er kaufte 1861 das Haus An der Mauer 7. Es ist aber nicht aktenkundig, dass Mack bereits 1861 An der Mauer eine Konditorei betrieb. Auch möchte er den Graben vor seinem Haus einfüllen um von der Westseite einen Eingang zu erhalten. Die Zustimmung wird ihm erteilt. So entstand das erste reine Café in Weißenhorn.

Zuvor hatte bereits Josef Abt am Hauptplatz 4 von 1828-1862 erfolglos versucht, ein Café genehmigt zu bekommen. Seine Gesuche wurden immer abgeschlagen, weil man seitens des Magistrats keinen Bedarf nach einem Café sah.

Am 09.04.1870 geht das Eigentum an seine Witwe Anna Mack über. Diese verkauft das Café am 19.06.1871 an den Konditor Johann Wegele. Zum 08.01.1892 gibt der Konditor Johann Wegele seinen Betrieb in der Östl. Promenade 12 auf. Er kauft das Grundstück Bahnhofstr. 8, erbaut sich dort ein neues Haus und lebt fortan dort bis 1932 als Privatier.

Zum gleichen Tag erwerben der Konditor Franz Xaver Edel und Ehefrau Wilhelmine, geb. Kornmann, Bäckerstochter, beide von Donauwörth, das Haus und führen das Café fort. Im Jahr 1916 entfernt die Stadt eine vor dem Haus stehende Kastanie, damit der Pachtgarten vor dem Haus eingezäunt werden kann. 1932 ist Witwe Edel die Eigentümerin, sie übergibt das Café an ihren Sohn Franz, der es bis 1977 weiterführt.

Danach wird das Café aufgegeben und das Haus verkauft. Die Konditorei wird geschlossen und der Laden zu einem Wohnraum umgebaut. Die Fenster werden als Einscheibenfenster erneuert.

Um 2013 wird das Haus nochmals umgebaut und modernisiert. Hierbei wurde am Nordgiebel die Fensterteilung geändert.

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