Aktuell,  öffentliche Gebäude und Einrichtungen

Wo war die Stadtverwaltung?

Seit die Stadt Selbstverwaltungsrechte hatte, mussten von irgendjemandem Entscheidungen getroffen und umgesetzt werden. Hierzu brauchte man entsprechendes Personal und einen Ort, an dem gearbeitet wurde und wo die Schriftstücke aufbewahrt wurden. Die Aufgaben der Stadtverwaltung änderten sich im Laufe der Jahrhunderte und waren von der jeweiligen rechtlichen Stellung der Stadt und den politischen Rahmenbedingungen abhängig. Es soll hier keine Verwaltungsgeschichte bearbeitet werden, es sollen lediglich die Orte aufgezeigt werden, an denen die Verwaltung und der Stadtrat arbeitete.

Das Steuerstüble in der Schranne (1356-1511)

Der erst Ort einer Stadtverwaltung war die Schranne. Bei ihrer Erbauung 1356 wurde für den Rat ein Versammlungsraum eingebaut, ein besonderes Zimmer für die Verwaltung gab es noch nicht. Es ist anzunehmen, dass die wenigen damals vorhandenen Akten in eben diesem Ratssaal aufbewahrt und bearbeitet wurden. Auch beim Umbau 1483 war noch kein separater Arbeitsraum für den Stadtschreiber vorhanden. Erst mit der Erweiterung und dem Umbau 1584 ordnete man neben dem Ratssaal das sog. Steuerstüble an. Hier wurden die Ratsakten aufbewahrt, hierzu gab es eingebaute Wandschränke.

Im Jahr 1833 beabsichtigte man, die Schranne abzubrechen und an dieser Stelle ein neues Rathaus zu bauen. Hierzu wurden mehrere Entwürfe erarbeitet. Aber gerade zu der Zeit, als man diese Pläne endgültig beschließen wollte, stürzte im Februar 1859 die Stadtpfarrkirche ein. Dadurch waren die Finanzmittel der Stadt so stark gebunden, dass aus diesem Vorhaben nichts wurde. Bei Interesse finden Sie die ausführliche Darstellung dieses Planungprozesse hier.

Die ausführliche Historie der Schranne finden Sie hier.

Standort Mariengasse 1 (1511-1690)

Aber schon vor dem Erweiterungsbau der Schranne gab es Bedarf nach einem separaten Arbeitsplatz für den Stadtschreiber. Daher kaufte man 1511 das 1430 erbaute Haus Mariengasse 1 und richtete dort die Stadtkanzlei ein. Ab 1511 sind diesem Haus keine Privateigentümer mehr zuzuordnen. Es ist daher anzunehmen, dass das Haus ab 1511 als Stadtschreiberei genutzt wurde. Ab 1614 wird die Lage der Gebäude in den Steuerbüchern durch die Angaben des linken und rechten Nachbarn eindeutig bezeichnet. So wird auch das Haus Mariengasse 1 als ‚Gemainer Stadt Stadtschreibereihaus‘ hier eindeutig genannt und bis zum Steuerbuch B 92-4 im Jahr 1682 so wiederholt.

Am 14.01.1690 kauft die Stadt von H. Dr. Hans Jacob Geiger das Haus Hauptstr. 5 für 1500 fl und verlegt die Stadtschreiberei dorthin. Anschließend wurde die alte Stadtschreiberei Mariengasse 1 an BM Hans Link als Privateigentum verkauft, das Datum ist nicht dokumentiert. 1694 wird Hannß Linck, Bürgermeister, als Eigentümer des Hauses mit einem Wert von 300 fl genannt.

1694 wird das alte Haus wieder als Stadtschreiberei genutzt, hierzu im Steuerbuch die Anmerkung: 1694 Ist die Behausung sambt dem eisernen Ofen von Ihm H. Bergermstr Linck d Stadt wid iberlassen word. Es ist nicht zu klären, aus welchen Gründen die Stadt die alte Stadtschreiberei wieder nutzte, evtl. während der Um- oder Neubauphase der neuen Kanzlei Hauptstr. 5.

Die ausführliche Historie des Hauses Mariengasse 1 finden Sie hier.

Stadtkanzlei Hauptstr. 5 (1690-1796)

Dr. med. Johann Jacob Geiger (auch Memminger Str. 10); Ahnherr der Frau Bürgermeister (Wagner?), geb. Roth, kaufte 1682 das Haus Hauptstr. 5 von seinem Schwiegervater Andreas Roth. Er baut anschließend das Haus offenbar neu. Dr. Geiger verkauft das neuerbaute Haus am 14.01.1690 für 1500 fl an die Stadt, welche es fortan als Stadtschreiberei nutzt. Die alte Stadtschreiberei Mariengasse 1 wurde aufgegeben. Das Haus wurde von neuem erbaut und eingerichtet für 1200 fl, außerdem brauchte man dazu um 100 fl Ziegelzeug. Im Jahr 1711 kauft Franz Josef Geigers Sohn das Haus von der Stadt zurück. Es ist nicht überliefert, warum die Stadt das Haus verkaufte und nach 5 Jahren am 12.01.1716 wieder zurückkaufte. In der Zwischenzeit von 1712-1719 befand sich die Stadtschreiberei dann im Haus Wettbach 16.

Am 10.03.1769 vertauscht Frau Ursula Keuffel, die Witwe des BM A. Keuffel, ihr Haus Kirchplatz 7 mit der Stadt gegen dieses Gebäude. Die Stadt verlegt daraufhin die Stadtkanzlei an den Kirchplatz.

Die ausführliche Historie des Hauses Hauptstr. 5 finden Sie hier.

Zwischenlösung: Wettbach 16 (1712-1716)

Es ist nicht nachzuvollziehen, warum die Stadt um 1712 gerade an diesem Haus Interesse hatte um es als vorübergehende Stadtschreiberei zu nutzen. Die Stadt hatte 1690 das Haus Hauptstr. 5 von Dr. Johann Jakob Geiger erworben und dorthin die Stadtschreiberei vom Haus Mariengasse 1 verlegt. Offenbar wollte die Stadt explicit in dieses Haus, denn sie erwarb am 31.10.1712 das Haus Schulstr. 13 von Sebastian Braunmiller, um es mit dem Strumpfstricker Mathias Vogt hier zu vertauschen. Ist mit dem Mathias Vogt, Stricker, abgerechnet worden und folgendes befunden: 1. vertauscht E.E. Rath ihm, Vogten, das Sebastian Braunmillersche Haus in der oberen Vorstadt [Schulstr. 13] gegen sein am Wettbach liegendes Haus, so zur Stadtschreiberey verwendet wird. Bis 1716 nutzte die Stadt das Gebäude im Wettbach, ab dann befand sich die Stadtschreiberei wieder im Gebäude Hauptstraße 5. Es war evtl. eine Interimslösung während Umbauarbeiten. Am 04.03.1719 verkaufte die Stadt das Gebäude wieder, und zwr für 230 fl an Elisabetha Berwütter.

Die ausführliche Historie des Gebäudes Wettbach 16 finden Sie hier.

Die Stadtkanzlei Kirchplatz 7 (1796-1856)

Ursula Keuffel, die Witwe des A. Keuffel, vertauschte das Haus am 10.03.1769 mit der Stadt gegen das Gebäude Hauptstraße 5, in dem vorher die Stadtkanzlei untergebracht war. Am 10t Marty 1769 ist diße Behausung und Zugehör Von der Verwittibt Frau Bürgermaisterin Keuflin eingetauscht, dagegen die alte Canzley oder nunmehro deren Haus in die Steuer gelegt, und dißes neue consueto aus der Steuer gethan worden.

Nach dem Häusertausch wurde das Gebäude am Kirchplatz als Stadtkanzlei, d.h. als Sitz der Stadtverwaltung, genutzt. Die Stadt ließ einen Bestandsplan (undatiert) des Gebäudes fertigen. Nach diesem Plan besaß das Gebäude ursprünglich einen Schweifgiebel.

Interessant ist in diesem Zusammenhang die Durchfahrtssituation zu dem Stallgebäude im rückwärtigen Teil, welches das 1727 durch Pfeiffer hinzuerworbene Rückgebäude des Hauses Hauptstraße 2 darstellt und damals offenbar noch zur Stadtkanzlei gehört hat. Im Liegenschaftsbeschrieb 1777 (A 218) ist das Haus als Die Stadt Kanzley, und Wohnung eines Kanzley verwalters ist ein anständiges, und gutes Unterkommen gebendes gebäude samt Stadl und von einem Werth zu 1800 fl genannt.

An der Platzfront wurde 1777 ein steinernes Relief mit Stadtwappen, bez. CANCELLARIA CIVITATIS WEISSENHORNENSIS 1777, eingemauert, gefertigt von Steinmetz Eustach Haberes.

In der Stadtkanzlei war nicht nur der Stadtschreiber, sondern auch der Landgerichtsarzt wohnhaft.

1837 wurde der an Hauptstr. 2 angebaute Stadel wieder an den derzeitigen Eigentümer von HS02, Kaufmann Klöpfer, verkauft. Da schon lang es noth thut, das Kanzleihaus radikal zu reparieren u. in guten baulichen Stand zu stellen; dagegen der hinzu gehörige Stadl – sog. Kanzleistadl, welcher mit dem Handelsmann Klöpferschen Hause unter einem Dach steht, ganz unnütz u. entbehrlich ist, so hat der Magistrat einstimmig beschlossen, diesen Stadl dem Handelsmann Math. Klöpfer auf seinen Antrag käuflich zu überlassen und die zur Holzlege fürs Kanzlei hierzu erforferl. Lokalität in diesem selbst herzustellen zu machen bei angemessener Eintheilung Raum hiezu vorhanden ist. Da dieser Stadl unter einem eingeschätzt wurde, so solle mit dem Kaufmann Klöpfer hinsichtlich des Kaufpreises u. der weiteren Bedingungen in Unterhandlung getretten werden. (A219-8) Klöpfer bot für den Stadel 550 fl. Maurermeister Kerner und Zimmermeister Abt schätzten den Wert des Stadels auf 500 fl. Die Gemeindebevollmächtigten stimmten dem Verkauf zu. Am 08.02.1838 gab das Landgericht Roggenburg die Erlaubnis zum Verkauf, sofern das Kanzleigebäude so umgebaut werde, dass die Holzlege im Gebäude untergebracht werden könne. Hierzu wurde ein Bauplan gefertigt. Im Rahmen des Kostenanschlags von Maurermeister Kerner wurde dieser Plan nochmals geringfügig abgeändert.

Von 1848 bis 1856 wurde das Haus sowohl als Pfarrhaus wie auch als Stadtkanzlei genutzt.

Die ausführliche Historie des Hauses Kirchplatz 7 finden Sie hier.

Das Rathaus am Kirchplatz 2 (1856-2009)

Am 10.11.1848 beschloss der Magistrat auf den Vorschlag desStadtpfarrers Bisles hin, der Stadtpfarrei die oberen beiden Stockwerke der Stadtkanzlei Kirchplatz 7 als Pfarrhaus zur Verfügung zu stellen. Bisle war sehr erfreut, stimmte dem Vertrag am 19.11.1848 zu und zog schon am nächsten Tag in die neue Wohnung. Somit war praktisch dieses Gebäude auch das Pfarrhaus. Bis 1856 war der Stadtpfarrer im Stadtkanzleigebäude Kirchplatz 7 aber nur wohnhaft, es ist nicht bekannt ob als Mieter oder ohne Gegenleistung. 1856 entschied man sich nun endgültig, die Stadtverwaltung in das Kraygebäude Kirchplatz 2 zu verlegen, wo sie die nächsten 150 Jahre auch bleiben sollte.

1858 sind die Bewohner des Rathauses Matheus Huber, Stadtschreiber und Kaspar Roßkopf, 1861 sind es Matheus Huber, Stadtschreiber und Erhard Deschler.

Nach dem Einsturz der Stadtpfarrkirche 1859 wurde ein Kirchenneubau geplant, der erheblich mehr Platz brauchte. Um diesen Bauplatz zu gewinnen wurde 1862/63 der Stadtgraben eingefüllt und die Stadtmauer mit dem Pfaffenturm und den Nebengebäuden abgebrochen. [10]

Am 12.09.1896 wurde am Rathaus eine Gedenktafel für Karl Kammerlander angebracht. Das Rathaus ist bezeichnet als Magistratur.

1903 wurde die Stadtschreiber-Wohnung der Gendarmerie zur Verfügung gestellt. Um 1910 wurde die Bezeichnung des Gebäudes geändert in Stadtmagistrat.

Im Wollhaus (An der Mauer 2, heute Heimatmuseum) war die Post unterbracht. Als Unterstellmöglichkeit für die Postkarren wurde 1914 auf der Ostseite des Rathauses in der Nische zum Oberen Tor eine Remise angebaut.

Mit Beschluss vom 04.04.1924 wurde eine Renovierung des Post- und Stadtratsgebäudes nach Maßgabe des Kostenvoranschlags genehmigt. Hierbei wurden im DG größere Dachgauben eingebaut und im EG neue Fenster und Türen aus Eiche eingebaut. Die Bezeichnung des Gebäudes wurde geändert in Stadt Rat. Bei der Sanierung wurde auf der Hauptplatzseite eine aufgemalte Quaderung im Sockelbereich und eine barockisierende Bemalung der Obergeschosse angebracht, welche wohl an die Darstellung von 1830 anknüpfen sollte. Die Sanierung des Gebäudes zog sich über mehrere Jahre hin und wurde erst am 18.10.1935 mit der Kostenfeststellung abgeschlossen. Am 05.01.1938 wurde die städtische Bibliothek im 1. Stock des Rathauses eröffnet, mit einem Bestand von 600 Bänden. Die Leihgebühr betrug, pro Woche und Buch, 10 Pfennige. Am Jahresende wurden 1800 Ausleihungen registriert. [12]

1952 wurde das Rathaus wieder renoviert. Hierbei wurde die Gedenktafel an Karl Kammerlander wieder entfernt. Die Fenster in den Obergeschossen wurden erneuert. Vor der 800-Jahr-Feier im Jahr 1960 wurde das Rathaus neu angestrichen und die Fensterläden bekamen einen diagonalstreifigen Anstrich. Die Beschriftung lautete fortan: RATHAUS. Etwas später wurde auch der Lagerraum für die Postkarren in der Nische zu den Vortürmen abgebrochen.

Im Zuge der Sanierung des Kirchplatzes 1985-87 wurde auf der Südseite der Arkaden ein Durchbruch angelegt, um einen behindertengerechten Zugang zu ermöglichen. Die Kalksteinsäulen wurden saniert, dabei wurden teilweise neue Kapitelle eingebaut.

Während der Sanierungsarbeiten der Schlösser zum Umbau als neuer Sitz der Stadtverwaltung zog man in das Interimsrathaus Memminger Str. 59 (ehem. Landwirtschaftsamt). Vorübergehend diente das alte Rathaus der Unterkunft von Vereinen. Derzeit steht das Gebäude leer. Zukünftig soll das alte Rathaus vom Museum mit benutzt
werden. Die Landesstelle für nichtstaatliche Museen empfahl eine komplette Sanierung der Gebäudegruppe Museum/Oberes Tor/Rathaus mit einer Neukonzeption der Ausstellung und stellte hierfür hohe staatl. Zuschüsse in Aussicht. Bei den Vorarbeiten hierzu wurden gravierende statische Mängel an den Gebäuden festgestellt, was zum Anlass einer erneuten bauhistorischen Untersuchung genommen wurde. Zurzeit laufen die Planungsarbeiten für diesen Umbau.

Die ausführliche Historie des alten Rathauses finden Sie hier.

Der Sitzungssaal

Der Ratssaal verblieb zunächst in der Schranne. Es konnte leider noch nicht geklärt werden, wie lange die Sitzungen dort abgehalten wurden. Spätestens ab den 20er-Jahren dürften die Räumlichkeiten dort nicht mehr genügt haben, so dass im Rathaus ein Sitzungszimmer eingerichtet wurde. Von 1919-1933 bestand der Stadtrat aus Bürgermeister und 12 Stadträten, von 1933-1945 aus 10 Stadträten. Ab 1948 wurden neben dem Bürgermeister 14 Stadträte gewählt. Dies blieb so bis zur Gebietsreform 1979. Für den vergrößerten Stadtrat wurde 1952 auch das Sitzungszimmer im Rathaus vergrößert und neu eingerichtet. Nach der Gebietsreform war der Stadtrat auf xx Mitglieder angewachsen, die im alten Sitzungssaal keinen Platz mehr fanden. Da kein größerer Raum zur Verfügung stand, wurden die Stadtratssitzungen ab dann im Saal des Christophorushauses abgehalten, aushilfsweise auch im Schulungsraum der Feuerwehr Illerberger Str. 11a. Der Sitzungssaal im Rathaus wurde aufgelöst und als Trauungszimmer verwendet. Der Sitzungsraum wurde in das städt. Gebäude Schulstr. 4 verlegt. Dort fanden die Ausschusssitzungen statt. Nach dem Umzug in das Interimsrathaus Memminger Str. 59 stand dort ein geeigneter Raum für die Ausschusssitzungen zur Verfügung. Die Stadtratssitzungen fanden aber weiterhin im Schulungsraum der Feuerwehr statt, weil die Pfarrgemeinde Eigenbedarf für den Christophorussaal geltend machte. Erst mit dem Umzug der Verwaltung in die sanierten Schlösser konnten auch die Stadtratssitzungen im Rathaus stattfinden.

Das Rathaus 2 im Neuffenschloss (1973-2009)

Zum 01.01.1970 wurde das Amtsgericht Weißenhorn, zu dessen Bezirk 32 Gemeinden mit 27.000 Bürgern gehörten, aufgelöst und nach Neu-Ulm verlegt. 1971 konnte die Stadt das Weißenhorner „Alte Schloss“ vom Freistaat Bayern für 125.000 DM erwerben. Somit war wieder das ganze Schlossensemble im Eigentum der Stadt. 1973 wurde das Gebäude teilsaniert, die Zinnengiebel wurden im Zuge der Fassadensanierung wiederhergestellt. Die Stadtverwaltung zog mit der Kämmerei in das 2.OG des Neuffenschlosses und Teile des Mittelbaus, weil die Räumlichkeiten für die zunehmenden Aufgaben zu klein waren. Im 1. OG hatte der alte Amtsrichter Dorn noch seine Dienstwohnung.

1984 war die Wohnung im 1.OG des Neuffenschlosses frei geworden. So zog dann 1986 auch das Stadtbauamt in das Schloss. Nach Einrichtung der Stelle eines Museumsleiters befand sich auch die Museumsverwaltung in diesem Stockwerk. Der Verein „Kult(o)ur in Weißenhorn“ nutzte die Flurräume des Stadtbauamts im 1. OG Neuffenschloss ab 1988 als Ausstellungfläche für Kunstausstellungen. 1991 verlagerte man auch das Stadtarchiv vom Gebäude „An der Mauer 2“ in die ehem. Fürstenzimmer im 1. OG Mittelbau. Hierzu wurden die Einbauschränke, welche die Klosterzellen abtrennten, abgebrochen und im Vorraum eine feuerhemmende Stahltüre eingebaut. Die Arbeitsbedingungen im Neuffenschloss waren nicht optimal. So gab es bis 1989 nur eine einzige Toilette im Schloss und die Heizung erfolgte bis 1995 nur mit Ölöfen, die aus Brandschutzgründen nachts und am Wochenende ausgeschaltet blieben. Es bestand immer die Hoffnung, bald mit der Sanierung der Schlösser beginnen zu können.

Die Baugeschichte der Schlösser und der Sanierungsarbeiten bleibt einem gesonderten Artikel vorbehalten.

Das Interimsrathaus Memminger Str. 59 (2009-2013)

Während der Sanierungsarbeiten der Schlösser zum Umbau als neuer Sitz der Stadtverwaltung zog man in das Interimsrathaus Memminger Str. 59 (ehem. Landwirtschaftsamt). Im Jahr 2007 hatte die Stadt das Gebäude vom Landkreis gekauft. Für die Stadt kam der Kauf sehr gelegen, denn so konnte man das Gebäude mit relativ wenig Aufwand so umbauen, dass es für die Umbauzeit der Schlösser als Interimsrathaus dienen konnte. Zum 01.04.2009 zog die Verwaltung hierher um. Endlich war die Verwaltung und der kleine Sitzungssaal unter einem Dach, was der Verwaltung die Möglichkeit bot, den neuen Geschäftsverteilungsplan in der Praxis zu erproben.

Das Werkstattgebäude wurde als Jugendhaus und Vereinsheim des Fischereivereins genutzt. Im UG konnte den Vereinen auch ein Gemeinschaftsraum zur Verfügung gestellt werden. Auch das Stadtarchiv fand im UG einen dauerhaften Platz mit separatem Eingang.

Die ausführliche Historie des Landwirtschaftsamtes finden Sie hier.

Die komplette Stadtverwaltung in den sanierten Schlössern (ab 2013)

Die Sanierung der Schlösser und die Zusammenlegung der Verwaltung in einem Gebäude war schon lange angedacht, spätestens nach dem Auszug der Sondervolksschule aus dem Fuggerschloss 1986 schien diese Möglichkeit machbar. 1988 ließ man ein verformungsgerechtes Aufmaß der Gebäude und denkmalpflegerische Voruntersuchungen erstellen. Die Räume im Fuggerschloss standen leer bzw. wurden nur temporär genutzt. Nach Abbrand des alten Hasenkellers erhielt der Gesangverein Eintracht den Speisesaal des Internats als Probelokal zur Verfügung. Ebenso erhielt der Fanfarenzug hier ein Probelokal. Der Verein Kult(o)ur in Weißenhorn veranstaltete in den EG-Räumen von 1988-96 seinen jährlichen Künstlermarkt. Nach Beendigung dessen erhielt die Stadtkapelle den großen westlichen Raum als Vereinslokal und hielt im EG jedes Jahr im Oktober das „Weinfest unterm Storchennest ab“.

Doch immer wieder waren andere Baumaßnahmen der Stadt, besonders im Verkehrs-, Wasser- und Abwasserbereich sowie Schulen und Kindergärten wichtiger und banden die geringe Finanzkraft der Stadt. Erst nachdem die Infrastrukturmaßnahmen gesichert waren, faßte der Stadtrat am 24.09.2007 den Grundsatzbeschluss zur Sanierung. Nach einem VOF-Verfahren mit begleitendem Wettbewerb 2008 wurde das Sanierungskonzept am 27.07.2009 vorgestellt und gebilligt, was einen Kostenbedarf von 9.800.000 € schätzte. Im gleichen Jahr begann die Sanierung mit Freilegungen und Untersuchungen. Das Gebäude wurde von der Verwaltung geräumt, welche interimsweise in das ehem. Landwirtschaftsamt Memminger Str. 59 umzog. Im Januar 2011 begannen die eigentlichen Bauarbeiten mit archäologischer Begleitung

Die Sanierungsarbeiten liefen planmäßig ab und konnten im Herbst 2013 soweit abgeschlossen werden, dass die Verwaltung am 04.10.2013 in das sanierte Gebäude wieder zurückziehen konnte. Freilich mussten noch einige Restarbeiten und Anpassungsarbeite sowie Garantieleistungen noch während des laufenden Betriebs durchgeführt werden. Die abgerechneten Baukosten lagen mit 9.552.000 € unter der Kostenschätzung und wurden mit 3.300.000 € staatl. Zuschüsse gefördert.

Nach der Sanierung der Schlösser wurde in den Jahren 2015-16 noch der Schlossplatz umgestaltet und ausgebaut. Die Sanierung fand ihren Abschluss mit der Anbringung einer Beschriftung RATHAUS aus großdimensionierten Buchstaben nach einem Vorschlag von Stadtbaumeisterin Conny Roth.

Die Baugeschichte der Schlösser und der Sanierungsarbeiten bleibt einem gesonderten Artikel vorbehalten.

Quellen:

Quellen:
1, 2, 3, 4, 5, 6, 7 Heimatmuseum Weissenhorn: Foto: Heimatmuseum Weißenhorn

Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.