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Wettbach 16

Das Grundstück war bereits vor 1465 bebaut, auch wenn die Eigentümer von vor 1465 archivalisch nicht feststellbar sind. Als ersten dokumentierten Eigentümer haben wir 1465 einen Contz Egeder. Dieser Name zieht sich bis 1505 hin, abgelöst 1509 von Lorenz Egeder, 1511 Conrat Egeder und 1515 Leonart Egeder.

Am 24.10.1493 entstand im Bereich des Hl.-Geist-Stadels ein Großbrand, dem neben dem Stadel vier weitere Häuser zum Opfer fielen. Der Brand brach im Haus [Conrad] Waydman, Wettbach 17, aus. Es ist anzunehmen, dass bei dem Brand auch dieses Haus mit betroffen war, auch wenn die Daten über die Nutzung dies nicht unbedingt nahelegen. Vielleicht war das Haus nicht so stark geschädigt oder die Eigentümer waren nicht verkaufsbereit um dieses Grundstück mit in die Neuordnung des Hl.-Geist-Spitals einzubeziehen.

Für die Jahre 1518-1544 liegen keine Aufzeichnungen vor. 1544 – 1548 heißt der Eigentümer Veitten Keser. Der Name tritt in den folgenden Jahren nicht auf. Es gibt auch keinen Hinweis für eine weitere Bebauung des Grundstücks. Es wird angenommen, dass das Gebäude um ca. 1550 abgebrochen wurde und das Grundstück die folgenden Jahre unbebaut blieb. Der Zeitpunkt der Wiederbebauung lässt sich nicht zweifelsfrei klären, da eine eindeutige Zuordnung fehlt.

Erst ab 1572 kann mit Hans Endriß Witwe wieder ein Besitzer klar bestimmt werden. Wenn es auch unwahrscheinlich ist, dass die Witwe Endriß das Haus selbst neu erbaut hat, kann doch ihr Mann kurz zuvor das Haus neu erbaut haben. Bei dem Haus wird es sich nur um ein kleines einfaches Haus gehandelt haben, weil ein häufiger Eigentümerwechsel stattfindet und über die Jahre hinweg nur geringe Steuerwerte agesetzt sind. Die einzelnen Namen der Eigentümer können bei Bedarf dem pdf-Datenblatt im Anhang entnommen werden.

Im Jahr 1660 übernimmt Christian Stuber Behausung und Höflein von seinem Vater, der neue Steuerwert von 400 fl lässt auf einen Neubau schließen. Stuber stirbt 1687, verkauft aber schon um 1675 das Haus an den Maler Hans Michael Schatz, der schon 1678 stirbt. Seine Erben verkaufen um 1693 das Haus an Andreas Claus, vorderösterreichischer Hochzoller (vermutl. Zweitbesitz) zu einem Wert von 300 fl. Wenige Jahre später wird der Strumpfwirker Mathias Vogel (a.a.O. Vogt) als Eigentümer genannt.

Es ist nicht nachzuvollziehen, warum die Stadt um 1712 gerade an diesem Haus Interesse hatte um es als vorübergehende Stadtschreiberei zu nutzen. Die Stadt hatte 1690 das Haus Hauptstr. 5 von Dr. Johann Jakob Geiger erworben und dorthin die Stadtschreiberei vom Haus Mariengasse 1 verlegt. Offenbar wollte die Stadt explicit in dieses Haus, denn sie erwarb am 31.10.1712 das Haus Schulstr. 13 von Sebastian Braunmiller, um es mit dem Strumpfstricker Mathias Vogt hier zu vertauschen. Ist mit dem Mathias Vogt, Stricker, abgerechnet worden und folgendes befunden: 1. vertauscht E.E. Rath ihm, Vogten, das Sebastian Braunmillersche Haus in der oberen Vorstadt [Schulstr. 13] gegen sein am Wettbach liegendes Haus, so zur Stadtschreiberey verwendet wird. Bis 1716 nutzte die Stadt das Gebäude im Wettbach, ab dann befand sich die Stadtschreiberei wieder im Gebäude Hauptstraße 5. Es war evtl. eine Interimslösung während Umbauarbeiten. Am 04.03.1719 verkaufte die Stadt das Gebäude wieder, und zwr für 230 fl an Elisabetha Berwütter.

1729 wird der Schuhmacher Josef Stix als Eigentümer genannt, ab 17.01.1760 sein Sohn Josef. Das Haus wird neu taxiert und auf 330 fl geschätzt; evtl. handelt es sich wieder um einen Neubau oder eine Aufstockung. Josef Stüx hatte mind. 3 Kinder: Mathias, Anton und Maria Anna, sein Sohn Anton Stüx übernimmt 1757 den Posten des KK-Hochzollers. Am 05.11.1768 macht Joseph Stüx sein Testament und ab 02.07.1770 ist sein Sohn Mathias, ebenfalls Schuhmacher, Eigentümer des Hauses.

In den folgenden Jahren ab 1773 finden wir die Namen Kollmann und Wersing auf diesem Haus, scheinbar verwandt. Der letzte Wörsing ist ab 1855 Joseph Wörsing jun. auf diesem Haus. 1875 ist der Schuhmacher Johann Pfinninger hier zu finden, ab 1906 der Schuhmacher Richard Silberbaur.

1932 ist die Händlerin Sofie Weißler Eigentümerin und ab 1926 schon der Friseur Michael Aumiller Mieter. Aumiller bringt 1926 ein Hinweisschild auf seinen Laden an der Schranne an. Ab 1948 ist die Familie Köbel Eigentümer des Hauses. Ab 1948 werden die ersten Umbaumaßnahmen an dem Haus durchgeführt, es beginnt mit der Erneuerung der Südwand und 1950 dem Einbau von 2 Schaufenstern (leider noch kein Bilddokument aufgetaucht). 1961 werden neue Fenster eingebaut und 1985 wird der seitl. Hausteil abgebrochen und neu aufgeführt. Bei dem Altbau handelte es sich um eine Fachwerkkonstruktion mit Lehmstakenfüllung.

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