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Das Bräuhaus – Kirchplatz 6

Das Bräuhaus liegt dominant am Kirchplatz, genau in der Achse des Oberen Tores. Es war eine private Gastwirtschaft, Fuggersches Bräuhaus, Gasthof, Supermarkt und wieder Brauerei, derzeit die einzige in Weißenhorn. Blicken Sie auf die wechselvolle Geschichte dieses Gebäudes zurück.

Vorgängerbebauung am Kirchplatz

Heinrich Habel führt in seiner Beschreibung der Kunstdenkmale des Landkreises Neu-Ulm an, das Bräuhaus sei um 1565 inmitten des vorher freien Platzes erbaut worden. Burkhart wiederholt diesen Satz in seinem Buch über die Geschichte der Stadt Weißenhorn. Habel gibt leider auch keine Quelle an um die Angabe nachzuprüfen. Auch Wylicil nimmt die Aussage als Tatsache an und verfasst sogar einen Artikel über den weiten Kirchplatz vor der Erbauung des Bräuhauses.

Nach Auswertung der Steuerlisten aus den Jahren bis zurück nach 1465 muss jedoch angenommen werden, dass der Kirchplatz bebaut war. Der systematische Abgleich der Namen in der Reihenfolge ergab eindeutig eine Bebauung in diesem Bereich. Eine genaue Lagebestimmung der Gebäude war jedoch nur anhand der Namen ohne archäologische Begleitung nicht möglich. Der dargestellte Rekonstruktionsversuch muss daher als Hypothese angesehen werden. Die Behandlung der frühen Bebauung am Kirchplatz belibt daher einem gesonderten Artikel vorbehalten.

Bau des Bräuhauses 1567

Der erste mit Sicherheit zuzuordnende Eigentümer ist im Jahr 1567 Anton Roth, mit einem Vorbesitz von Hauptstr. 9. Vermutlich hat Anton Roth zwischen 1553 und 1559 die Vorgängerbebauung aufgekauft, abgebrochen und zwischen 1562 und 1567 das Bräuhaus neu erbaut. Anton Roth dürfte um 1577 gestorben sein. Seine Witwe heiratete dann in 2. Ehe Sebstian Neger. Der gemeinsame Sohn Bernhard kaufte 1604 die Georgenwirtschaft MM04. Ein anderer Sohn, Hans Roth, erwarb ~1614 die Gaststätte in der Hl.-Geist-Str. 2 (Name der Gaststätte nicht überliefert). er trat 1636 die Folge seines Vaters als Bürgermeister an.

Sebastian Neger verstarb wohl 1601, ab dann führte seine Witwe Catharina den Gasthof alleine. 1614 kam der Sohn Bernhard Roth wieder von der Georgenwirtschaft zurück und übernahm das Bräuhaus. Die Georgenwirtschaft hatte er seinem Sohn Bernhard Roth jung überlassen. Ab 1629 wird Bernhard Roth alt als Bürgermeister genannt, er dürfte um 1636 gestorben sein, weil ab dann seine Erben als Eigentümer genannt sind.

1652 kaufte Christoph Nusser das Bräuhaus um 1000 fl. Aber schon 1654/55 zeigten die Fugger sich an dem Gebäude unmittelbar neben dem Schloss interessiert. Sie kauften es ihm ab (Kaufpreis nicht dokumentiert) und Nusser errichtete mit dem Kaufpreis das Gasthaus mit Brauerei Zur Glocke Memminger Str. 29.

Der Stadt gefiel dieser Verkauf gar nicht. Sie fürchtete die Konkurrenz für die örtlichen Wirte, wenn die Herrschaft selbst Bier verkaufte. Der Magistrat verbot den Bürgern, hier Bier zu kaufen, zumindest wurden die Betroffenen geächtet. Am 04.10.1658 schloss man einen Vergleich mit den Fuggern, dass sie in ihrer erkauften Bräustatt Bier brauen dürfe, jedoch nur für ihre Hofhaltung und die Bediensteten. Den Untertanen soll es nicht verboten sein, bei den Wirten in der Stadt ihr Bier zu trinken und das Bier fassweise zu kaufen. Ebenso sollen sie nicht gehindert sein, Malz und Gerste auf den feilen Markt zu bringen.

Westlich des Bräuhauses standen noch 2 Häuser der Vorgängerbebauung. Um eine neue Braustätte für das Herrschaftliche Bräuhaus errichten zu können, erwarb die Herrschaft ~1706 das Grundstück Wettbach 4 von Georg Abt und tauschte es mit Mathes Höllwirth (Wettbach A). Um 1716 erwarb die Herrschaft auch das Haus Wettbach B von Bartholomae Schneider, Bäcker, für 300 fl, der daraufhin nach Hauptstr. 4 wechselte. NB: Ist vorher eine halbe, ungebaute und Jörg Abbten, Huthern, nebst einer andern, nebenliegenden halben Hofstatt zugehörige Hofstatt gewesen, auch von ihm, Huthern vor ungefähr 7-8 Jahren gegen gnädige Herrschaft beede verkauft, dahingegen gedachten Mathes Höllwirths und Bartle Schürsers halbe Häuser, oder Haus von ihren Hofstätten, darauf der gnädigen herrschaft erweitertes Bräuhaus gebauen, auf diese beiden Hofstatten abgewälzt. 115 fl. Andere Hälfte: Bartle Schürser, Schneider. 115 fl [1]B 93-94 und Mehr von Bartholomä Schneiders, welcher bisher über Christoph Jele, Baders Behausung als seines Schwähers innegehabte Behausung, daraus dato das herrschaftl. Bräuhaus erweiterter gebauen 300 fl. – Ferner Mathes Höllwirten und Bartholomäus Schürsers, Kirsneres beide halbe Behausungen, dazu dato der hintere Teil des Bräuhauses gebauen und vorher zw. Bartle Schneider hinterlassenen Erben und von Christoph Jelim, Bader, unter der Herrschaft Pflegamt Stadel gelegen, geben gemeiner Stadt 6 kr 1 h Grundzins. [2]B 94-83

Nach Abbruch der Gebäude Wettbach A und B wurde nach Westen ab 1716 das neue Brauhaus angebaut. Das Bauvorhaben stieß wieder auf den Widerspruch der Stadt, die sich gleich an den Kaiser wandte. Am 08.07.1728 gab es eine Eingabe der Stadt an die kaiserliche Majestät in Innsbruck, in welcher sie sich beschwerte, dass die Fugger hier ein herrschaftliches Bräuhaus einrichten wollen. Man beruft sich auf die alten Privilegien und die Zusage des Kaisers bei der 1724 entgegegenommenen Huldigung, die Stadt auf keinerlei Weise zu beschweren, sondern sie bei ihren alten Rechten zu erhalten. Man beruft sich auf den Vergleich von 1658 (s.o). Im Schreiben wird angeführt, die Stadt habe nur 200 Bürger, unter denen 16 Bräuer seien.

1787 ist in B 99.1-40 Josef Mayer als Bräuhausbeständer genannt; sein Sohn Josef führt ab 1787 kommissarisch den ‚Bären‘ Hauptstr. 21. 1819 ist Marianne Maier als Bräuhausbeständerin genan nt. Ihr Sohn Josef heiratet am 11.01.1821 Maria Anna Wagner, die Tochter der Bärenwirtin Witwe Wagner Kreszenzia, Wert 7500 fl, nachdem er den Bären schon seit 1787 als Bräuer kommisarisch geführt hatte.

1831 ist Karl Leib als Bräuhauspächter genannt, ab 1839 ist es Johann Micheler. Er pachtet das Bräuhaus auf 12 Jahre von den Grafen Fugger. Micheler scheint nicht selbst Bräuer gewesen sein, da er Karl Gottlieb Ramenstein aus Eltingen, Oberamt Leonberg in Württemberg als Werkführer einstellt. Dieser muss zuerst noch in Memmingen eine Zulassungsprüfung ablegen. Ab 1843 ist Franz Paul Sigel als Bräumeister genannt, es ist nicht klar, ob als Werkführer unter Micheler oder als neuer Pächter.

Am 07.11.1844 beantragte die Gräfl. Fugg. Standesherrschaft, unter den Ziegel-Trockenstadel bei der Fugg. Ziegelei an der Roggenburger Straße einen Sommer-Bierkeller für das gräfl. Bräuhaus zu errichten. Der geplante Keller war 28′ (8,17m) tief. (Die Geschichte der Bierkeller ist einem gesonderten Artikel behandelt.)

1860 stürzte das Gewölbe in der Malzdörre ein und wurde wieder aufgebaut. Am 26.06.1860 beantragte das Gräfl. Fugg. Rentamt (in Kirchberg/Iller) die Reparatur der Malzdörre im Bräuhaus.

„Das Gewölbe der Malzdörre im diess. Bräuhause zu Weißenhorn ist eingefallen u. es handelt sich um dessen baldige Wiederherstellung. Nun ist aber nach Ansicht des herrschaftlichen Technikers eine Wiederherstellung des Gewölbes und deszwillen nicht räthlich, weil die Wandungen des Bräuhauses, welche das Gewölbe zu tragen haben, für eine solche Last nicht die nöthige Sicherheit mehr gewähren. Derselbe hat daher im Interesse der Erleichterung des Gebäudes beantragt, statt des Gewölbes nur eine Lattendecke herzustellen.“ Der Brandversicherungs-Inspektor aus Günzburg erteillte am 03.07.1860 zu diesem Vorhaben nicht sein Einverständnis, weil „1. im Kreis-Amtsblatt …. ausdrücklich angeordnet worden ist, daß die Malzdörren mit guten Steingewölben versehen werden sollen, 2. die Umfassungswände der Malzdörre vollkommen stark genug sind, um ein Gewölbe tragen zu können und 3. selbst für den Fall, daß diese Mauern schadhaft sein sollten, der hochgräfl. Gutsherrschaft die Mittel zu Gebote stehen, diese Mauern neu aufführen zu können.“

1861 ist immer noch Franz Paul Sigel als Bräumeister genannt.

Ab 1848 zogen sich die Fugger als Folge der Mediation vollständig aus Weißenhorn zurück. Sie verkauften alle Gebäude und Grundstücke, bis auf den Wald. So kam im Jahr 1863 auch das Bräuhaus zum Verkauf. Mit Ankündigung im Ulmer Landboten vom 14.03.1863 wurde es zur Versteigerung angeboten. Aus dem Auslobungstext geht nicht eindeutig hervor, ob auch die Fronfeste (Wettbach x) mit zur Liegenschaft gezählt wurde. Sicher ist, dass die Fronfeste 1863 abgebrochen wurde und das Grundstück vom Bräuhaus mitbenutzt wurde. Es entstand hier ein Gärtchen, außerdem wurde eine große Dunglege gebaut.

Der Bierbrauer Georg Goßner ersteigerte das Bräuhaus, zu dem auch das Fasshaus in der Fuggerstr. 2b gehörte. Leider ist nicht erkennbar, ob Georg Goßner in einem Zusammenhang mit dem Hasenwirt Josef Goßner steht, der bereits um 1846 starb und dessen Witwe sich in 2. Ehe Harder verheiratete. Es könnte sich um einen Sohn aus 1. Ehe handeln, der sich hier eine neue Existenz aufbaute.

Unter Goßners Bauherrschaft erhielt das Bräuhaus sein heutiges Aussehen. Die Bauarbeiten sind leider nicht archivalisch dokumentiert und zeitlich einzuordnen. Auf jeden Fall wurde die Fassade neu mit einem Treppengiebel und aufgesetzten Akroteren gestaltet und die Fensterumrahmungen nach dem Vorbild der Obergeschosse vereinheitlicht. Auch wurde im Westen ein Anbau an das Bräuhaus hergestellt. Das Bräuhaus ist in den Katsterblättern bis 1892 mit einem geraden Abschluss dargestellt, ab 1909 ist der Verlauf schräg. Es wird angenommen, dass der Anbau dem neuen Grenzverlauf angepasst wurde und das Dach darüber abgewalmt wurde.

1883 wird als Besitzer Johann Goßner genannt, wohl der Sohn.

Um 1900 wurde das Bräuhaus an Kajetan Kempfle verkauft. Er war aus Langenhaslach und hatte sein dortiges Anwesen verkauft. Er brachte seine ledige Schwester mit nach Weißenhorn, die dann Alois Sälzle vom Rössle (Reichenbacher Str. 5) heiratete. Cajetan Kempfle stellte am 09.04.1904 den Antrag, an das Bräuhaus gegen das Amtsgericht ein Kühlschiff anzubauen. Hierzu benötigte er städt. Grund, der ihm für den Preis von 2,50 M/m² verkauft wurde. 1905 kam ein Suhaus hinzu. 1911 beantragte Kempfle die Anlage eines 60 cm breiten Trottoirs auf der Nordseite seines Anwesens zum Wettbach.

Am 31.08.1913 beantragte Kajetan Kempfle den Bau einer Gaststallung auf der Fläche der ehem. Fronfeste und wollte hierzu einen städt. Grund erwerben bzw. tauschen. Der Magistrat stimmte dem Bauvorhaben zu, sofern das Gebäude einen Meter weiter hineingerückt werde und der Stall ausschließlich für Pferde genutzt werde. Die benachbarten Hauseigentümer wandten sich aber in einem Beschwerdeschreiben gegen das Bauvorhaben, sie befürchteten Geruchsbelästigung, Verkehrsprobleme und Wertminderung wegen Aussichtsbeschränkung ihrer Grundstücke. Der Magistrat beriet nochmals über den Bauantrag des Cajetan Kempfle: Der Stadt Magistrat beschließt in Abänderung seines Beschlusses vom 31. August – nur falls im seinerzeitigen Kaufvertrag der Stadt mit dem Vorbesitzer des Kempfle nicht enthalten ist, dass der infrage kommen der Platz nicht überbaut werden darf – und zwar einstimmig, dass er mit der Bauführung des Kempfle einverstanden ist, wenn die Stallung 50 cm schmäler ausgeführt wird als im Plan eingezeichnet ist, die nordöstliche Ecke etwas abgerundet wird und dass der Bau nie als Viehstallung sondern als Gaststellung benutzt wird. Das Bezirksamt Neu-Ulm lehnte den Bauantrag aufgrund des Gutachtens der Obersten Baubehörde ab und forderte darüberhinaus eine Erneuerung der Dunggrube im Wettbach, das diese nicht mehr den geltenden Vorschriften entspreche. 1914 baute Kempfle eine Waschküche am Wettbach an. Hierdurch wurde die Situation im Bereich der ehem. Fronfeste neu geordnet. Das auf dem Abbruchgrundstück befindliche Gärtchen wurde neu angelegt, eine massive Dungstätte gebaut, das Nebengebäude an der Stadtmauer abgebrochen und eine neue Einfriedungsmauer nach Westen erstellt.

Kempfle verkaufte das Bräuhaus und den Marstall Fuggerstr. 2b noch vor der Inflation [an den landwirtschaftlichen Verband Schwaben], ging mit 1 Million Goldmark Vermögen in die Inflation und verlor fast alles. Die Schwäb. Warenvermittlung kaufte das Anwesen und übernahm interimsweise den Gasthof, sie nutzte das Rückgebäude als landw. Lagerhaus. Kempfle hatte zwar die Immobilien verkauft, er besaß aber noch das Bierkontingent des Bräuhauses. Dieses verkaufte er 1921 an den Brauer Wiedemann in Krumbach. Die Stadt stimmte zu, ‚da ein Biermangel nicht zu befürchten ist‘. Hiermit hörte auch die Brauerei auf. Johann Wiedemann war durch das Bierkontingent verfügungsberechtigt über die Wirtschaft und verpachtete diese weiter. Wiedemann ließ auch eine neue Werbeanlage anbringen. Außerdem ließ er durch den Schreinermeister Adolf Bayrer eine Wandvertäfelung anbringen. Das Bräuhaus war u.a. Probelokal des Männergesangsvereins Liederkranz 1836.

Ab 04.11.1921 war Anton Kurz Pächter des Bräuhauses. Als im August 1924 von der Schwäb. Warenvermittlung das Bräuhaus neu zur Pacht ausgeschrieben wurde, pachtete Simon Dilger kurzerhand das Bräuhaus, obwohl er erst im Oktober 1923 den Adler (Memminger Str. 9) gepachtet hatte. Dilger blieb Pächter bis ca. 1960. Die bayerische Warenvermittlung (BayWa) war immer noch Eigentümer des Grundstücks. Im August 1924 baute sie eine Rampe an das Lagerhaus im Wettbach an.

Am 18.12.1925 bot die BayWa der Post das Bräuhaus zum Kauf an, die sich aber hierfür nicht interessierte. Die Bay. Warenvermittlung cooperierte jetzt mit den landw. Produktehändlern Högg und Deuschle und verlegte ihren Standort an den Eisenbahnweiher. Der Marstall FG02b wurde 1927 an die Stadt verkauft, das Bräuhaus übernahm Johann Wiedemann aus Krumbach jetzt als Eigentümer. Die BayWa behielt den Ökonomieteil des Bräuhauses als Lager.

Simon Dilger bewarb seine Wirtschaft u.a. auch im Adressbuch.

Die Gaststätte lief nach mehreren Pächterwechseln nicht mehr gut. Wiedemann vernachlässigte notwendige Renovierungen, es folgte Leerstand. 1978 gab Wiedemann die Gaststätte auf und stellte einen Bauantrag zum Umbau des Gebäudes in einen SB-Laden der Drogeriemarktkette Schlecker. Der Umbau traf nicht auf Zustimmung der Stadt, dennoch erhielt Wiedemann die Baugenehmigung. Bei dem Ladeneinbau fanden starke Veränderungen der Baustruktur und der komplette Verlust der Innenausstattung statt. In der Fassade wurde eine zweite Eingangstüre eingebaut. Das Obergeschoss blieb leer und wurde nicht mehr genutzt. Beim Einbau des Ladens hielt sich der Bauherr nicht an die Auflagen der Baugenehmigung und baute Einscheibenfenster ein. Nach Intervention der Stadt und des Denkmalamtes wurden nachträgliche Sprossen vorgeblendet. Im Febraur 1979 wurde das rückwärtige Brauhaus abgebrochen. Es verblieb eine ungepflegte Brachfläche, es wurde noch nicht einmal die Westseite verputzt.

Die Werbeanlage der Drogeriemarktkette sorgte lange Zeit für eine Auseinandersetzung mit dem Antragsteller. Eine beleuchtete Wannenleuchte wurde wegen der exponierten Lage aus Denkmalschutzgründen abgelehnt. Auch die typische blaue Farbe der Kette wurde abgelenht. Es wurde dann ein brauner Schriftzug auf die Fassade gemalt. In den Folgejahren versuchte Schlecker immer wieder, seine typische Werbeanlage durchzusetzen. Letztlich einigte man sich auf einzelne aufgesetzte Buchstaben in einem dunklen Preußischblau.

Die Nutzung des exponierten Gebäudes und das ungepflegte Umfeld sorgte immer wieder für Diskussionen unter den Bürgern. Besonders nach der neugestaltung des Kirchplatzes im Rahmen der Altstadtsanierung nach 1985 fiel der Zustand des Gebäudes negativ auf. Gegen Ende der 80er-Jahre erwarb die Volksbank Weißenhorn das Gebäude und versuchte es sinnvoll zu vermarkten. Eine Zeitlang war auch die Nutzung des Gebäudes als katholisches Gemeindezentrum als Ersatz für das Christophorushaus Bahnhofstr. 11a im Gespräch. Im Jahr 1995 kaufte der örtliche Bauträger ST-Bau das Gebäude und richtete im OG seine Büroräume ein. Hierzu wurde das Gebäude teilsaniert. Die Büros wurden in moderner Formensprache eingebaut. Die Westseite wurde endlich verputzt, im Rahmen der Fassadensanierung wurden die Akrotere wegen Instabilität entfernt. Der Einbau eines Bierlokals in das UG konnte wegen fehlender Rettungsmöglichkeit aus dem Untergeschoss nicht verwirklicht werden.

1997 wurden auf der Westseite 10 Pkw-Stellplätze angelegt. Der Antrag zum Ausbau des Dachgeschosses zur Nutzung als Büro wurde abgelehnt. Die zur Belichtung des Dachraums erforderlichen Gauben fanden nicht die Zustimmung des Denkmalamtes. Die Voranfrage wurde zurückgezogen.

Sanierung und Hotelneubau 2014

Nachdem die Drogeriemarktkette Schlecker in Insolvenz ging und die Stadt die Schlösser sanierte um sie als Rathaus zu nutzen, kam wieder Bewegung in die Umnutzung des Gebäudes. Der Ulmer Großgastronom Eberhard (Beppo) Riedmüller kaufte das Gebäude für seine ‚Barfüßer‘-Kette und baute auf der Westseite ein Hotel mit Tiefgarage an. Hierdurch konnte die städtebauliche Lücke wieder geschlossen werden, der Schlossplatz erhielt wieder eine raumbildende Abgrenzung. Das Erdgeschoss und Untergeschoss des Bräuhauses erhielt wieder eine gastronomische Nutzung. Durch eine Hausbrauerei wurde sogar die Brautradition des Bräuhauses wieder erweckt. Die Neugestaltung des Schlossplatzes 2015/16 schloss die Sanierung dieses Bereiches ab.

Quellen:

Quellen:
1 B 93-94
2 B 94-83
3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11, 12, 13, 14, 15 Heimatmuseum Weißenhorn; Foto: Heimatmuseum Weißenhorn

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