Citizen Science

Citizen Science. Worum geht es?

„Citizen Science“ oder „Bürger:innenwissenschaft“ hat in den letzten Jahren sehr an Aufmerksamkeit gewonnen. In der einfachsten Form tragen Einwohner:innen einer Region mit der Sammlung von Beobachtungen zum Erkenntnisgewinn in wissenschaftlichen Prozessen bei. Bekannt ist beispielsweise, dass Schätzungen zu Änderungen in der Population von Vogel- oder Insektenarten durch die Meldungen ehrenamtlich tägiger Helfer:innen deutlich präziser erfasst werden können. Andere Projekte kümmern sich um die Klassifizierung von Galaxien oder erfassen in einer interaktiven Karte jüdischer Plätze der Vergangenheit und Gegenwart.

Die Möglichkeiten aktiver Beteiligung an entsprechenden Projekten sind durch die technischen Entwicklungen jüngerer Zeit außerordentlich gestiegen. Jedes Smartphone verfügt über ein ganzes Bündel von Sensoren, meine Uhr am Handgelenk kann zu jedem Zeitpunkt ein medizinisch verlässliches EKG erstellen, Hochschulen und Schulen nutzen die Möglichkeiten im naturwissenschaftlichen Unterricht. [1]Ein sehr schönes Beispiel bietet hier die Entwicklung von „phyphox“ der TH Aachen.

Ebenfalls wichtig: Die Möglichkeit des Austausches in Echtzeit. Ein Klick – und die Daten können zentral ausgewertet werden. Aber auch die Diskussion der Beobachtungen ist problemlos über Foren oder andere Internet-Angebote möglich. Aber noch deutlich mehr ist inzwischen möglich, wie ein Beispiel aus einem meiner Uni-Seminare zum Thema „Wissenschaftskommunikation“ zeigen mag. Über die Vernetzung mit befreundeten Wissenschaftler:innen konnte ich innerhalb einer Stunde eine Expertin zu Klimafragen gewinnen, die an einem Institut in Stuttgart arbeitet. Sie war bereit, sich in die Seminarsitzung per Videoübertragung zuschalten zu lassen. Die Studierenden konnten ihre Fragen stellen und erhielten kompetente Antworten. Dies zeigt, dass auch der Zugang zu Expertenwissen deutlich durch die heutigen Technologien entscheidend vereinfacht wird. Gerade die außerordentlich umfassende Datensammlung und Analyse von Burkhard Günther, die zentrales Thema dieses Web-Angebots ist, zeigt eindrücklich, welch großer Gewinn für eine Region durch die aktive Beteiligung von Bürger:innen an entsprechenden Vorhaben entsteht.

Ein solides Verständnis darüber, wie Wissenschaft arbeitet, ist gerade in der aktuellen Zeit wichtiger denn je. Das „Handwerkszeug“ guter Wissenschaftskommunikation sollte daher in Schule und Hochschule vermittelt werden. Es gibt zahlreiche Projekte, die zeigen, wie dies geschehen kann. In einer Artikel-Reihe werde ich in diesem Blog entsprechende Projekte vorstellen und zeigen, wie zeitgemäßer Unterricht von digitalen Entwicklungen profitieren kann.

Quellen:

Quellen:
1 Ein sehr schönes Beispiel bietet hier die Entwicklung von „phyphox“ der TH Aachen.

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